Kritik an FIFA lässt auch nach Aufgabe der Pläne nicht nach
Vor dem Wochenende zog die FIFA nach massivem Druck der Kontinentalverbände die Pläne zurück, Investoren für viel Geld an Bord zu holen. Die Kritik an Gianni Infantino lässt aber (noch) nicht nach.
Die Europäische Fussball-Union (UEFA) attackierte die FIFA gleich weiter. "Die derzeitige FIFA-Führung hat nicht nur das Vertrauen der UEFA verloren, sondern auch das vieler anderer Mitglieder der Fussballfamilie", teilte die UEFA am Samstag mit. immerhin wurde begrüsst, dass die FIFA um Präsident Gianni Infantino zuvor ihre Pläne verworfen hatte, die kommerziellen WM-Rechte an Investoren zu verkaufen.
Der Schweizer Infantino steht heftig unter Druck - viele in der Fussball-Welt und selbst der Politik fordern seinen Rücktritt.
"So können wir nicht weitermachen - mit geheimen Machenschaften, die im Eiltempo von gesichtslosen Individuen ausgeheckt werden und deren Nutzen für den Sport fragwürdig ist", liess UEFA-Präsident Aleksander Ceferin verlauten. "Wir müssen die Verantwortlichen ausfindig machen und sie zur Rechenschaft ziehen."
Moderater äusserte sich der Schweizer Verband. Zentralpräsident Peter Knäbel meinte in einem Statement gegenüber Keystone-SDA, dass der SRF den raschen Entscheid der FIFA begrüsse, die (Investoren-)Plätze zurückzuziehen. "Wir begrüssen ausdrücklich, dass die geschlossenen Reaktionen der kontinentalen und nationalen Verbände ernst genommen wurden und entsprechend gehandelt wurde. Für uns waren sowohl der Inhalt des Vorschlags als auch die Art und Weise, wie er zustande gekommen ist, nicht akzeptabel."
Klar ist: Mit dem Verwerfen der Investorenpläne kehrt nicht sofort Ruhe ein. Der Präsident des dänischen Fussballverbandes (DBU) reagierte am Samstag mit einem Statement, wonach "ich der UEFA voll und ganz zustimme, dass das Vertrauen in Infantino verloren ist. Deshalb kann ich ihn auch nicht unterstützen."
Die UEFA kündigte an, unmittelbar mit Partnern weltweit in den Dialog zu treten, um neue Wege zu finden, die FIFA-Gelder zu verteilen. Die Aufgabe, das Vertrauen in die FIFA wieder aufzubauen, hat gerade erst begonnen.