Die Münchner liegen zwischenzeitlich schon mit drei Treffern zurück, zeigen aber Moral und nach dem 5:4-Sieg der Franzosen ist völlig offen, wer ins Endspiel einzieht. Sky Sport hat die Stimmen nach Spielende gesammelt.
Harry Kane (Stürmer FC Bayern) bei Sky Austria ...
… zum Spiel: "Es war ein sehr intensives Spiel, fast ein bisschen verrückt, diese Partie. Neun Tore sind unglaublich. Auch für uns auf dem Platz war es teilweise unglaublich. Ganz wichtig war, dass wir nach dem 2:5 nicht aufgegeben haben und uns zurückgekämpft haben."
…über die Aufholjagd nach dem 2:5: "Wir haben eben diesen Charakter in dieser Saison. Wir haben das schon mehrmals bewiesen. Auch in der Liga haben wir schon hohe Rückstände wieder aufholen können. Jetzt haben wir das einmal gegen eine wirklich prominente Mannschaft geschafft - beinahe zumindest. So ist die Ausgangsposition für das Rückspiel jetzt natürlich deutlich besser geworden. Da ist alles offen. Die Elfmeterentscheidung war vielleicht ein bisschen unglücklich."
Jonathan Tah (Abwehrspieler FC Bayern) ...
... zum Spiel: "Es war schon sehr, sehr intensives Spiel. Trotz der Niederlage haben wir in vielen Phasen gezeigt, was für eine Mannschaft wir sind. Wir sind mit Rückschlägen umgegangen, auch mit schwierigen Schiedsrichter-Entscheidungen. Im Rückspiel ist alles drin für uns.
... zu den Schiedsrichter-Entscheidungen: "Den Elfmeter muss ich mir nochmal anschauen und dann war da ein oder zwei kleine Fouls, die ich nicht verstanden habe. Aber wir sind gut damit umgegangen und lassen uns davon nicht aufhalten und machen weiter."
... über den fehlenden Vincent Kompany: "Der Staff hat das gut umgesetzt. Sie haben vorher viel kommuniziert mit dem Trainer. Er selbst hat natürlich, so lange es ging, mit uns im Hotel kommuniziert und hat uns alles mitgegeben. Am Ende sind wir auch die, die auf dem Platz performen müssen, auch wenn der Trainer mal nicht da ist."
... über Gründe, warum der FC Bayern weiterkommt: "Wenn es die Auswärtstor-Regel noch geben würde … Man hat gesehen, dass wir viele Tore schiessen können. Natürlich haben wir heute zu viele Gegentore bekommen, aber am Ende steht es 1:0 und wir haben gezeigt, dass wir mindestens zwei Tore schiessen können. Deswegen gehen wir mit vollem Selbstvertrauen in dieses Rückspiel in der Allianz Arena rein. Wir hauen alles raus und wollen dann ins Finale kommen."
Joshua Kimmich (Mittelfeldspieler FC Bayern) ...
... zum Spiel: "Es war zu erwarten, dass es einen Schlagabtausch gibt. Dass es so offen wird, war nicht zu erwarten. Es fühlt sich nach dem Spiel komisch an, weil wir natürlich verlieren. Trotzdem waren wir schon mit drei Toren hinten, kommen zurück und müssen irgendwie auch noch den Ausgleich machen. Man hat das Gefühl, dass Paris hintenraus auch müde war. Die hatten Krämpfe, lagen auf dem Boden und auf Zeit gespielt. Sie haben versucht, das Ergebnis über die Ziellinie zu bringen. Man sitzt in der Kabine und hat das Gefühl, dass das noch was möglich ist."
... zur Anfangsphase: "Ich fand uns sehr gut am Anfang, da müssen wir auch das 2:0 machen, als Mike (Michael Olise, Anm. d. Red.) allein vor dem Tor ist. Wir haben dann einen Fehlpass im Aufbau und bringen damit Paris ins Spiel. Danach waren sie besser drin. Sehr ärgerlich, dass wir nach einem Standard wieder ein Tor bekommen. Das darf uns auf gar keinen Fall passieren."
... zum Elfmeter gegen Bayern: "Den Handelfmeter habe ich nicht nochmal gesehen, aber ist auch eher 'Kategorie unglücklich'. Es ist halt nicht im Sinne des Sports. Wir haben vor acht oder neun Jahren in Madrid gespielt - da hätte ich auch so einen Elfer gerne gehabt. Das ist schon ärgerlich, denn dahinter steht kein Gegner, der den einschieben kann. Ich finde, da könnte man schon die Regel anpassen, dass nicht jedes Handspiel im Sechzehner ein Elfmeter ist, denn du kriegst einen Ball vom Knie an die Hand und die Strafe dafür ist schon sehr entscheidend in einem Champions-League-Halbfinale."
... zur Moral: "Wir haben eine sehr gute Reaktion gezeigt. Alle haben gemerkt, was hier los war nach dem 5:2. Man stand auf dem Platz und dachte irgendwie 'Boah, was ist hier los?', denn drei Tore schlechter waren wir auf keinen Fall. Da war es schon wichtig, dass wir relativ ruhig geblieben sind. Das ist ja so ein Hin und Her: Riskierst du alles, um nochmal ranzukommen oder versuchst du irgendwie das Schlimmste zu vermeiden. Wir haben es dann am Ende besser gemacht und auch besser kontrolliert und aus der Kontrolle auch die ein oder andere Chance gehabt. Klar kriegen wir noch einen Konter, wo sie die Latte treffen, aber man hat schon das Gefühl, dass noch was drin ist. Irgendwie gehen wir mit einem guten Gefühl nach Hause, aber das ist auch das Gefährliche. Aber für den Fussball war es Werbung."
... zum Rückspiel: "Die Ausgangsposition ist einfach. Wir müssen gewinnen und am Ende werden wir alles dafür tun, dass wir gewinnen werden. Wir glauben an den Sieg."
Vincent Kompany (Trainer FC Bayern) …
… zum Spiel: "Wenn zwei Mannschaft mit dieser Idee ein Spiel anfangen, dann kann so etwas passieren. Ich hatte das Gefühl, das war drin, so ein Spiel. Natürlich bedeuten normalerweise fünf Gegentore auswärts in einem Spiel, dass das Halbfinale vorbei ist. Aber wir schiessen halt auch vier und wir hätten auch noch zwei, drei Tore mehr schiessen können. Was wir wissen, ist, dass wir das nächste Spiel zu Hause gewinnen müssen. Das machen wir zu Hause sehr oft. Mit voller Unterstützung von unseren Fans ist der Glaube auf jeden Fall da."
… über die fünf Gegentore: "Ich kann nicht jedes Tor analysieren. Eins weiss ich, dass es vor dem zweiten Gegentor keine Ecke war. Natürlich musst du das dann auch besser verteidigen. Das sind dann im Detail die wichtigen Entscheidungen, die wir nicht zu unseren Gunsten bekommen haben. Diese haben uns dann in dieser Phase leider sofort jedes Mal ein Gegentor gekostet. Der Elfmeter für Paris war auch höchstdiskutabel - von den Bildern, die ich gesehen haben. Es sieht so aus, als ob der Ball erst gegen den Körper geht und dann an den Arm. Wenn das der Fall ist, dann ist es kein Elfmeter. Wenn man sich die Bilder nochmal ganz genau anschaut, dann ist da vielleicht auch noch was falsch passiert. Und dann habe ich schon zwei Gegentore bewertet. Wir kamen eigentlich immer oft vor das Tor, wenn wir im Ballbesitz waren. Dann waren wir zehn Sekunden später vor dem PSG-Tor. Aber dann sind sie natürlich auch gefährlich beim Konter. Das haben wir vielleicht in der zweiten Halbzeit nicht genügend verteidigt. Aber wir haben auch vier Tore auswärts in Paris geschossen. Wir können Tore machen und das können wir auch zu Hause schaffen. Was wir noch besser machen können? Da haben wir jetzt eine Woche Zeit, das zu analysieren."
… über seinen Platz auf der Tribüne und ob er wie Luis Enrique sich da wohlfühlt: "Es macht keinen Spass. Ich sass in der Pressebox. Ich weiss nicht, warum er das manchmal macht, ich würde es nicht machen. Wenn das nicht mehr passiert, dann bin ich zufrieden."
… über die Chancen im Rückspiel auf einen Finaleinzug: "Der Glaube und das Gefühl sind hundert Prozent da. Wir brauchen unsere Fans, diese Unterstützung. Es war so ein Feuer gegen Madrid, wir brauchen nicht weniger, wir brauchen sogar mehr. Die Jungs geben immer alles und die Fans geben immer alles für uns. Aber wir brauchen 75.000 Fans, die genauso wie unsere Auswärtsfans hier in Paris mitgefiebert haben. Das brauchen wir von allen Fans nächste Woche, ab der ersten Minute, schon beim Warmmachen. Als Fans würde ich nächste Woche ins Stadion kommen. Aber nicht, um leise zu sein."
… über die Herangehensweise fürs Rückspiel: "PSG wird es nicht akzeptieren, irgendetwas anders zu machen. Aber wir auch nicht. Hoffentlich schiessen wir die Tore und bekommen selbst kein Gegentor. Das ist immer der Plan. Wir arbeiten auch sehr viel daran. Aber es ist eine Intensität auf allerhöchstem Niveau, mit allerhöchster Geschwindigkeit. Ob das Spiel total anders aussehen wird, das weiss ich nicht. Ich hoffe nur, dass das Ergebnis ein anderes sein wird."
Luis Enrique (Trainer Paris Saint-Germain) ...
... zum Spiel: "Es war unglaublich. Es war vielleicht das beste Spiel, das ich in meiner Coaching-Karriere erlebt habe. Ein unfassbarer Rhythmus. Beide Teams haben immer versucht, nach vorne zu spielen und ihre Qualität zu zeigen. Ich glaube, jeder hatte Spass, das Spiel zu sehen. Ich bin glücklich, weil wir gewonnen haben. Bayern hat in dieser Saison erst drei Spiele verloren. Das bedeutet, dass wir es grossartig gemacht haben."
Ousmane Dembele (Paris Saint-Germain) …
… zum Spiel: "Es war ein gutes Spiel mit zwei Seiten, die beide gerne attackieren. Und wir haben es am Ende für uns entschieden."
… über den Schlüssel zum Sieg: "Wir haben es geschafft, ruhig und konzentriert zu bleiben. Wir wissen, dass Bayern ein sehr gutes Team ist und immer wieder zurückkommen werden. Aber wir sind die Seite gewesen, die konzentriert geblieben ist. Wir werden versuchen, das nächste Woche auch in München zu schaffen."
… zum Rückspiel: "Das Allerwichtigste ist, dass wir konzentriert bleiben. Es ist ein Halbfinale in der Champions League, viel muss man da nicht verändern. Wir müssen ruhig und konzentriert bleiben."
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