Messi zum Dritten oder England nach 66 Jahren wieder
England und Titelverteidiger Argentinien ermitteln am Mittwoch den zweiten WM-Finalisten. Für England wäre es der erste Final seit dem Triumph 1966, für Lionel Messi der dritte im sechsten Anlauf.
Lionel Messi will Argentinien am Mittwoch (21.00 Uhr Schweizer Zeit) in Atlanta nach dem Viertelfinalsieg über die Schweiz (3:1 n.V.) zum dritten Mal an den letzten vier Weltmeisterschaften in den Final führen. England schaffte es seit dem Titelgewinn vor 60 Jahren nie mehr so weit.
Mit Gareth Southgate als Nationalcoach erreichte England schon 2018 die Halbfinals. Mit Thomas Tuchel ist die Mannschaft gefühlt noch näher am ersten Final seit 60 Jahren dran. Doch für den zweiten WM-Titel muss eine klare Leistungssteigerung im Vergleich zum Viertelfinal gegen Norwegen (2:1 n.V.) erfolgen. Tuchel kritisierte nach dem Spiel, dass man sich das Leben mit Nachlässigkeiten selbst schwer gemacht habe. Diese kann man sich gegen Lionel Messi und Co. nicht erlauben.
Messi könnte an seiner sechsten WM zum dritten Mal in den Final einziehen. Seine Mitspieler werden auch gegen die Three Lions alles daran setzen, ihrem Anführer den Weg zu ebnen.
Wirklich überzeugend traten die Gauchos in den letzten Wochen indes nicht auf. Vielmehr hielten Messis Geniestreiche das Team im Turnier. Ob gegen den krassen Aussenseiter Kap Verde, gegen Ägypten oder zuletzt gegen die Schweiz: Argentinien stand jedes Mal am Rande des K.o. Viele Wechsel dürfte Trainer Lionel Scaloni gleichwohl nicht vornehmen. Gegen die Schweiz startete er mit der Siegerelf der Partie zuvor gegen Ägypten (3:2).
Wegen des Falklandkrieges im Jahr 1982 hat die Begegnung zwischen England und Argentinien mehr als eine grosse sportliche Dimension. Knapp 1000 Soldaten liessen in der militärischen Auseinandersetzung über mehr als 70 Tage ihr Leben, fast zwei Drittel davon waren Argentinier. Argentinien begründet seinen Anspruch am britischen Überseegebiet aber mit der Rechtsnachfolge eines früheren spanischen Kolonialreiches.
"Meine Botschaft lautet: Es ist ein Fussballspiel, nichts anderes", sagte Scaloni im Vorfeld der Partie. Auch ein argentinischer Kriegsveteranen-Verband betonte in einem offenen Brief: "Sport ist kein Krieg: Das Halbfinalspiel ist ein Sportereignis von weltweiter Tragweite, keine bewaffnete Revanche und keine historische Kompensation."
England - Argentinien
Mittwoch 15. Juli, 22.00 Uhr Schweizer Zeit. - Atlanta, Georgia. - SR Elfath (USA).
England: Pickford; Konsa, Stones, Guéhi, O'Reilly; Rice, Anderson; Saka, Bellingham, Gordon; Kane.
Argentinien: Emiliano Martinez; Molina, Romero, Lisandro Martinez, Tagliafico; De Paul, Paredes, Fernandez, Gonzalez; Messi, Alvarez.