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Mit etwas Mühe das erste Zwischenziel erreicht

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Mit dem Gruppensieg befindet sich das Schweizer Nationalteam an der WM auf dem erhofften Kurs - wenn auch nicht alles reibungslos abgelaufen ist. Folgendes ist in der Gruppenphase aufgefallen.

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Johan Manzambi (links) und Ruben Vargas schossen die Tore zum 2:1-Sieg der Schweiz gegen Kanada © KEYSTONE/PETER KLAUNZER

Drei Tore, ein Assist: Das sind die blanken Zahlen, die allein schon eindrücklich wären. Aber Johan Manzambi tat noch viel mehr für das Schweizer Offensivspiel. Der 20-Jährige bringt ein Überraschungselement ein, das den Schweizern sonst oft fehlte. Oder wie es Abwehrchef Manuel Akanji ausdrückt: "Er kann aus Situationen, die wenig aussichtsreich erscheinen, oft noch etwas Spezielles kreieren."

Dass Manzambi im dritten Spiel vom Joker in die Startaufstellung befördert wurde, habe er sich durch seine Leistungen verdient, sagte Yakin: "Seit einem Jahr zeigt er konstant starke Leistungen und seine Abschlussquote ist beeindruckend." Nachdem er zuvor noch bemängelt hatte, Manzambi müsse defensiv disziplinierter werden, lobte Yakin nach dem Spiel gegen Kanada explizit die Defensivarbeit des Freiburg-Legionärs.

Zwar hält der Trainer fest, dass er vor jedem Spiel neu entscheide, wer am besten für die Startaufstellung geeignet sei, dennoch scheint klar: Ob als Zehner oder auf dem Flügel - derzeit führt kein Weg am jungen Genfer vorbei.

Neben den beiden Ersatzgoalies haben drei der 23 Feldspieler noch keine WM-Minute erhalten: die Verteidiger Eray Cömert und Aurèle Amenda sowie der Angreifer Noah Okafor. Beim 26-jährigen Okafor werden Erinnerungen an die letzte EM wach, als er in fünf Spielen nie zum Einsatz kam und seinen Ärger darüber nicht verbarg.

Als Okafor später seine Rolle im Nationalteam öffentlich kritisierte, kam es zur Aussprache mit Murat Yakin. Okafor entschuldigte sich daraufhin beim Team und wurde wieder integriert. Auch, weil der Angreifer von Leeds United in der Premier League mit acht Treffern eine starke Saison gespielt hatte. Und nun?

Yakin sagt, dass er Okafor gegen Kanada ursprünglich habe einwechseln wollen. Nach dem Anschlusstreffer der Kanadier verwarf der Schweizer Trainer diesen Plan jedoch wieder und setzte auf "erfahrenere Spieler". Okafor, der angeschlagen zum Nationalteam eingerückt war, habe gut trainiert und müsse jetzt einfach Geduld haben.

Er wartet noch auf sein grosses Spiel: Gregor Kobel konnte sich noch nicht wirklich auszeichnen. Gegen Katar waren es drei gehaltene Bälle, gegen Bosnien-Herzegowina zwei und gegen Kanada immerhin sechs. Das lag auch daran, dass die Schweizer einen Ballbesitz-Fussball verfolgten, während die Gegner mehrheitlich auf Konter setzten. Umso bitterer für den Goalie, dass er trotzdem in jeder Partie ein Gegentor kassierte.

Vorwerfen konnte man ihm dabei wenig. Allenfalls die Faustabwehr vor dem Treffer der Bosnier war nicht optimal. Gleichzeitig zeigte er aber auch die eine oder andere Parade, bewahrte die Schweiz gegen Katar vor einem frühen Rückstand und rettete gegen Kanada den knappen Vorsprung über die Zeit.

Vielmehr muss sich die Schweizer Hintermannschaft als Ganzes hinterfragen, warum das Team - die beiden Testspiele vor der WM eingerechnet - seit fünf Partien immer mindestens einen Gegentreffer kassiert hat.

Dreimal in Folge hat Murat Yakin seine Startaufstellung auf der rechten Seite komplett umgestellt. Als Rechtsverteidiger starteten Denis Zakaria, Silvan Widmer und Luca Jaquez. Als rechte Flügel kamen Ruben Vargas, Michel Aebischer und Djibril Sow zum Einsatz.

Allgemein fällt auf, wie der Trainer seine Aufstellung im Vergleich zur Qualifikation öfter verändert. Dabei sei es nicht darum gegangen, den Gegner zu überraschen, hielt Yakin fest: "Ich habe ein grosses Kader, das es mir erlaubt, je nach Gegner unterschiedliche Strategien zu wählen." Zudem ist der Trainer bekannt dafür, Spieler auch auf für sie ungewohnten Positionen einzusetzen.

Sind Veränderungen in der Offensive grundsätzlich nichts Aussergewöhnliches, überrascht der konstante Wechsel auf der Position des Rechtsverteidigers. Die Variabilität des Teams kann eine Stärke sein, solange die Stabilität in der Abwehr nicht darunter leidet.

Nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Katar hat sich das Schweizer Nationalteam gefangen und mit zwei Siegen zurückgemeldet. War beim Auftakt nicht alles schlecht, so war in der Folge allerdings auch nicht alles gut. Gegen Bosnien-Herzegowina musste sich die Schweiz lange gedulden, bis der Knoten platzte, und gegen Kanada lief man am Schluss Gefahr, den Zwei-Tore-Vorsprung noch zu verspielen.

Der Gruppensieg dürfte jedoch helfen, die Anspannung, die sich nach dem Fehlstart aufgebaut hatte, endgültig abzuschütteln. Jedenfalls hielt Yakin fest, dass durch die ungewohnte Favoritenrolle viel Druck auf der Mannschaft gelastet habe.

Vor allem der solidarisch erkämpfte Sieg gegen das "starke und robuste" kanadische Team zeige, dass seine Mannschaft auf einem guten Weg sei, bilanzierte Yakin. "Wir sind gut im Turnier angekommen, haben Rhythmus und Selbstvertrauen gewonnen." Nun können die Spieler den Moment geniessen, ehe sie die etwas längere Spielpause nutzen wollen, um sich intensiv auf den Sechzehntelfinal vorzubereiten.

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