Ochoa verabschiedet sich vor 80'000 Fans
Guillermo Ochoa kommt im letzten WM-Gruppenspiel wohl zu seinem letzten Einsatz für Mexiko. Die Goalie-Legende verabschiedet sich, indem er das 3:0 einleitet.
In der 78. Minute erhob sich das Aztekenstadion. 80'000 Fans jubelten in Mexiko lauter als bei den zwei Toren, die ihr Land davor gegen Tschechien geschossen hatte. An der Seitenlinie stand Guillermo Ochoa bereit. Bereit für seinen wohl letzten Einsatz.
Die 40-jährige Goalie-Legende wird nach dem Turnier zurücktreten. Das gab er kürzlich in einem Interview mit der FIFA bekannt. "Die mexikanische Nationalmannschaft war immer mein Kompass in meiner Karriere. Ich kann mir keine Karriere, ohne das Nationalteam vorstellen", sagte Ochoa mit Tränen in den Augen.
"Jetzt, wo meine Zeit in der Nationalmannschaft zu einem Ende kommt, sehe ich nicht mehr viel Bedeutung im Fussball. Ich sehe keinen Grund, weiterzuspielen." So ist Ochoa an seiner sechsten WM (2006 und 2010 blieb er ohne Einsatz) nur noch Ersatzgoalie hinter dem 26-jährigen Raul Rangel.
Nachdem er sich - Ersatz hin oder her - bereits vor dem Eröffnungsspiel hatte feiern lassen, durfte sich Ochoa nun also auch noch aktiv verabschieden. Mit der bevorstehenden K.o.-Phase dürfte es das letzte Spiel des nun 154-fachen Nationalspielers für Mexiko gewesen sein.
Zwar war die Partie zum Zeitpunkt seiner Einwechslung bereits so gut wie entschieden, doch in der Nachspielzeit leitete Ochoa, der mit dem Betreten des Feldes auch die Captain-Binde übernahm, mit einem langen Abstoss den 3:0-Endstand ein. Nach dem Schlusspfiff küsste er die Pfosten seines Tores, wischte sich Tränen aus den Augen und wurde von seinen Mitspielern in die Luft geworfen.
"Viele Jahre und viele Geschichten gehen mir durch den Kopf. Hier habe ich mein erstes Spiel bestritten, mit meinem Verein Titel gewonnen und mit der Nationalmannschaft grosse Momente erlebt", sagte Ochoa nach der Partie. Aktuell empfinde er vor allem Dankbarkeit gegenüber den Fans, seinen Mitspielern und dem Trainer, weil "sie mir diesen letzten Moment ermöglicht haben".