Paris Saint-Germain scheint ohne Konkurrenz
In Frankreich bleibt die finanzielle Situation vieler Topklubs angespannt. Umso mehr geht das davon nicht betroffene Paris Saint-Germain als grosser Meisterfavorit in die neue Saison der Ligue 1.
Für die am Freitag beginnende Saison dürfen die Klubs nicht mit grossen Einnahmen aus den früher so lukrativen TV-Rechten rechnen. In Frankreich ist diese Einnahmequelle in den letzten Jahren komplett eingebrochen. Die Gründe dafür sind vielfältig: mangelnde Konkurrenz unter den TV-Stationen, Piraterie rund um das Bezahlfernsehen, fehlende Spannung im Meisterrennen und zu wenige Starspieler. Lieber Millionen für Champions League oder Premier League ausgeben als für die Ligue 1, sagen sich die in Frankreich tätigen TV-Kanäle.
Wurde noch vor einigen Jahren pro Saison beinahe eine Milliarde Euro an die Klubs verteilt, sind es heute nur noch etwas mehr als 100 Millionen, die der Iigaeigene Sender Ligue 1+ versprechen kann. Der Meister bekommt knapp 12 Millionen, der Letzte 3,6 Millionen. Es sind Peanuts angesichts der Transfersummen, die üblich sind, und der Löhne, die bezahlt werden. Die Rechnung geht für die grössten Ligue-1-Vereine nur noch auf, wenn im Europacup gut verdient wird. Marseille und Lyon wiesen in den letzten beiden Saisons Verluste im dreistelligen Millionenbereich auf, für welche die Besitzer gerade stehen mussten.
Für Paris Saint-Germain, den Champions-League-Sieger der letzten zwei Jahre, ist die Ligue 1 eher ein Nebenschauplatz. Der französische Serienmeister kann gut von den UEFA-Einnahmen, dem Sponsoring und dem Merchandising leben. In diesem Sommer kamen auch noch lukrative Spielerverkäufe dazu. Gonçalo Ramos und Randal Kolo Muani brachten fast 120 Millionen Euro ein. National kann normalerweise niemand PSG ernsthaft fordern. Lille, Lens, Monaco, Rennes, Marseille und Lyon haben die besten Chancen auf die Plätze unmittelbar hinter dem Team von Luis Enrique.
Die Situation der neun in die Saison startenden Schweizer ist sehr unterschiedlich. Der im letzten Halbjahr überzeugende Bryan Okoh von Auxerre muss noch einige Monate einen Mitte Mai zugezogenen Kreuzbandriss ausheilen lassen. Breel Embolo (Rennes), Ulisses Garcia (Marseille) und Félix Mambimbi (Le Havre) könnten bis Ende Monat ihren Klub noch verlassen.
Von den Schweizer Ligue-1-Goalies geht Yvon Mvogo (Lorient) als klare Nummer 1 in die neue Spielzeit, während Philipp Köhn (Monaco) als Ersatz für Lukas Hradecky vorgesehen ist. Monacos Captain Denis Zakaria ist wie Mvogo unbestrittener Leistungsträger. Zachary Athekame spielt die Saison leihweise für Lyon, wo er Spielpraxis sammeln soll, bevor er zu Milan zurückkehrt. Der von Servette gekommene 19-jährige Loun Srdanovic wird in Lille wohl zunächst eine Lehrzeit absolvieren.