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Schafft die Nati gegen den Kosovo die Wende? Zwei Meinungen!

Auch gegen Israel verpasste es das Schweizer Nationalteam, das EM-Ticket zu lösen. Nun droht im Endspurt das grosse Fiasko – oder gelingt der Nati am Samstagabend gegen Kosovo doch noch die Wende? Unsere Redaktoren Patrick Y. Fischer und Andy Maschek erklären ihre Sichtweise.

Nati
Murat Yakin, Granit Xhaka und Manuel Akanji sind am Samstag gegen Kosovo gefordert. © IMAGO / justpictures.ch

Patrick Y. Fischer sagt: Nein

Acht Spiele, 16 Punkte, Gruppenrang 1. Auf dem Papier ist die Schweiz auf direktem Kurs in Richtung EM 2024 in Deutschland. Gefühlt jedoch steht unsere Nationalmannschaft kurz vor dem ultimativen Kollaps. Nach Punktverlusten gegen Israel, Belarus, den Kosovo und Rumänien hat die Equipe von Trainer Murat Yakin ihre einst komfortable Ausgangslage verspielt und die Konkurrenz stark gemacht. Es droht das Verpassen der EM-Endrunde im kommenden Sommer.

Dabei bietet das Heimspiel gegen den Kosovo am Samstagabend grundsätzlich die grosse Chance, den zweiten Matchball zu verwerten und sich die EM-Teilnahme zu sichern. Nur: Eigentlich ist dieser Schritt im Selbstverständnis der Nationalmannschaft und ihrer Fans längst überfällig. Dass dem in der Realität noch nicht so ist, sorgte erst für Enttäuschung, aber noch nicht für Zweifel, denn im nächsten Spiel würde es bestimmt klappen. Mittlerweile hat der Wind jedoch gedreht. Zwei Spieltage vor dem Abschluss der Qualifikationsphase ist der Druck da und die Verunsicherung spürbar.

Und ausgerechnet jetzt steht das erste von möglicherweise zwei Finalspielen an. Gegen einen Gegner, der plötzlich selber wieder eine Chance auf die EM-Qualifikation hat und in Basel trotzdem als Aussenseiter antreten wird. Von der speziellen sport-politischen Konstellation in diesem Duell ganz zu Schweigen. Von grösserer Bedeutung ist jedoch, dass die Schweiz bis anhin keine Lösung für ihre wiederkehrenden Probleme gefunden hat. Sind es die taktischen Vorgaben des Trainers? Ist es das angespannte Verhältnis zu Granit Xhaka und möglicherweise zu weiteren Führungsspielern? Ist die Mannschaft keine Einheit, «führen» die Führungsspieler zu wenig oder fehlt es auf einzelnen Positionen einfach an Qualität oder zumindest an der notwendigen Form? Fakt ist, dass die Schweiz mittlerweile in jedem Spiel ins Schlingern kommt und es nicht schafft, das Heft des Handelns bei sich zu behalten. Vergleichbar mit einem Tennisspieler, der auf den Fehler des Gegners wartet, anstatt den Punkt selbst zu suchen. Ob sich das am Samstagabend ändern kann? Natürlich – nur fehlt mir ähnlich wie den offensichtlich verunsicherten Spielern der Glaube daran.


Andy Maschek sagt: Ja!

Eigentlich müsste längst alles klar und die EM-Qualifikation geschafft sein. Die ärgerlichen Punktverluste in den letzten Matches haben nun aber dafür gesorgt, dass das Undenkbare plötzlich möglich scheint: das Scheitern an Gegnern mit überschaubarer Qualität. So wird zuerst der Match am Samstag gegen Kosovo zu einem Nervenspiel und allenfalls auch am kommenden Dienstag das Duell gegen Rumänien.

Die Gedanken daran sorgen für ein flaues Gefühl in der Magengegend. Wie die Nati in den letzten Spielen Siege und Punkte abgegeben oder verschenkt hat, war haarsträubend. Es war einer Mannschaft, die sich auch selber in der erweiterten Weltspitze sieht, definitiv nicht würdig. Einen schlechten Tag kann jedes Team mal einziehen, klar. Aber gleich so viele miserable Phasen in verschiedenen Partien? Nein!

Es war erschreckend, wie hilf- und ratlos Murat Yakin und seine Spieler nach dem Israel-Spiel gewirkt haben. Dabei wurde offensichtlich, wie sehr Coach Yakin an Ausstrahlung verloren hat. Dass niemand eine Erklärung hat für dieses Muster hat, das immer wieder für ärgerliche Punktverluste gesorgt hat, kommt erschwerend dazu. Und wenn Mittelfeldspieler Remo Freuler sagt, dass man nicht verneinen könne, dass weggegebenen Siege zwar nicht bewusst, aber unbewusst mittlerweile in den Köpfen der Spieler sind, kann man dies als Alarmzeichen sehen.

Was nun? Die Vorzeichen sind ungünstig. Das Vertrauen in dieses Team und in den Coach sind vor dem Spiel gegen Kosovo arg gesunken. Doch zumindest ein Blick auf die Weltrangliste macht Mut: Die Schweiz belegt Rang 14, Kosovo liegt auf Position 105. Betreffend Qualität der einzelnen Spieler ist die Schweiz dem Gegner klar überlegen, dazu kommt, dass Kosovo aus Verletzungsgründen offenbar auf Stürmer Vedat Muriqi, der im ersten Duell zweimal getroffen hat, verzichten muss. Es gibt keinen Grund, weshalb Kosovo eine zu hohe Hürde für die Nati sein könnte, selbst wenn momentan der Wurm drin ist. Entscheidend ist, dass die Mannschaft mit breiter Brust auf den Platz kommt und Leader wie Granit Xhaka oder Manuel Akanji so stark spielen, wie sie es Woche für Woche in ihren Klubs in Topligen tun. Die eigenen Egos müssen in der Kabine bleiben, das EM-Ticket kann nur als Team gelöst werden. Seit 2004 hat die Schweiz nur eines von zehn WM- oder EM-Turnieren verpasst. Und die EM 2012, als die Schweiz in der Qualifikation an England und Montenegro scheiterte, soll und wird ein Ausrutscher bleiben.

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