Sesko entschuldigt sich für erneute Abwesenheit
Zum vierten Mal in Folge verpasst Sloweniens Aushängeschild Benjamin Sesko einen Zusammenzug mit dem Nationalteam. Einmal mehr stellt sich deshalb die Frage, wie Slowenien seinen Ausfall auffängt.
Normalerweise bräuchte es kaum ein Statement, wenn ein Spieler einen Zusammenzug mit dem Nationalteam verletzungsbedingt verpasst. Bei Benjamin Sesko ist aber alles etwas anders. Wie kaum ein anderer Spieler verkörpert der Stürmer Sloweniens Hoffnung, eine grössere Rolle im europäischen Fussball zu spielen.
Gut 72 Millionen Franken Ablöse zahlte Manchester United vor einem Jahr an RB Leipzig. Damit wäre der heute 23-Jährige der mit Abstand wertvollste Spieler im slowenischen Kader. Doch für das Nationalteam hat Sesko nun seit gut einem Jahr nicht mehr gespielt. Sein letzter Einsatz war am 13. Oktober 2025 beim 0:0 gegen die Schweiz. Seither musste er immer wieder verletzungsbedingt absagen.
So verpasste Sesko auch den Einstand von Bostjan Cesar. Der ehemalige Innenverteidiger, der zwischen 2003 und 2018 auf 101 Einsätze im Nationalteam kam und damit Rekordspieler wurde, ist seit Anfang des Jahres Nationaltrainer. Er folgte auf Matjaz Kek, dessen Vertrag nach einer enttäuschenden WM-Qualifikation in der Gruppe mit der Schweiz, Kosovo und Schweden nach sieben Jahren nicht mehr verlängert wurde.
Seskos lange Abwesenheit geht auf eine hartnäckige Schienbeinverletzung zurück. Auch um allfälligen Gerüchten entgegenzuwirken, es stecke mehr dahinter, veröffentlichte Sesko vor dem aktuellen Zusammenzug eine Mitteilung über den Verband. "Es tut mir sehr leid, dass ich die nächsten Spiele der Nationalmannschaft verpassen muss", wird Sesko zitiert. "Für Slowenien habe ich immer mit Herz und Stolz gespielt." Nun sei es am wichtigsten, sich auf seine Genesung zu konzentrieren. Er könne es aber kaum erwarten, das Nationaltrikot bald wieder zu tragen.
Ohne Sesko, der in bisher zwölf Partien der Nations League mit acht Toren glänzte, fehlt den Slowenen der X-Faktor im Angriff. Doch in der vergangenen Saison hat sich ein neuer Hoffnungsträger hervorgetan: Mit 23 Treffern war Zan Vipotnik der beste Torschütze in Englands zweithöchster Liga. Entsprechend rasant stieg der Marktwert des 24-jährigen Angreifers von Swansea City. Derzeit wird er auf rund 20 Millionen Franken geschätzt.
Hoffnungen auf einen Einsatz darf sich auch Zan Celar machen. Der Angreifer des FC Basel wurde nach Seskos Absage nachnominiert. Argumente dafür hatte er mit seinen sechs Toren zum Saisonauftakt gesammelt - eines davon erzielte er in Luzern, dem Spielort vom Samstag. Mit Andraz Sporar, aktuell Captain beim Champions-League-Teilnehmer Slovan Bratislava, steht zudem ein Stürmer mit Basler Vergangenheit im Aufgebot. Sie wollen Seskos Abwesenheit zumindest ein bisschen vergessen machen.