SFV zieht trotz WM-Aus eine positive Bilanz
Ein positives Fazit trotz der Enttäuschung: So lautet die Bilanz der Verantwortlichen des Schweizerischen Fussballverbands nach dem Viertelfinal-Aus an der WM.
"Ja, natürlich sind wir traurig. Aber wir sind vor allem sehr, sehr stolz." Mit diesen Worten schloss SFV-Präsident Peter Knäbel am Sonntagmorgen in Kansas City die Bilanzmedienkonferenz.
Zwischen Nationaltrainer Murat Yakin und Nationalmannschaftsdirektor Pierluigi Tami sitzend, wirkte Knäbel weniger gezeichnet als seine beiden Kollegen - trotz der bitteren Niederlage nur zwölf Stunden zuvor. Er hob insbesondere hervor, dass die Mannschaft den jungen Schweizer Fans "Momente geschenkt hat, die sie nie vergessen werden".
Für Pierluigi Tami fiel es dagegen deutlich schwerer, das Ausscheiden zu verarbeiten. Für den Nationalmannschaftsdirektor war es das letzte grosse Turnier vor seiner Pensionierung im September. Seit seinem Amtsantritt 2019 spielte er eine entscheidende Rolle in der sportlichen Entwicklung der Schweizer Auswahl. Entsprechend betroffen zeigte er sich nach dem unglücklichen Ende - und konnte den Platzverweis gegen Breel Embolo weiterhin nicht nachvollziehen.
"Mit der Leistung des Schiedsrichters bin ich nicht zufrieden. Ich hätte mir gewünscht, dass das Reglement gegenüber beiden Mannschaften gleich angewendet wird. Man kann nicht sagen, dass er eine klare Linie hatte. Natürlich sind das Details. Aber wenn wir als Team auf diese Details achten müssen, dann gilt das auch für die Schiedsrichter", sagte Tami.
Wie Präsident Knäbel betonte auch Tami, dass er dieses Turnier trotz des bitteren Endes genossen habe. Der erste WM-Viertelfinal der Schweiz seit 1954 zeige, dass sich der Schweizer Fussball auf dem richtigen Weg befinde. Gleichzeitig erinnerte er an die zahlreichen Veränderungen, die der SFV nach dem enttäuschenden WM-Auftritt 2022 in Katar angestossen habe.
"Wir haben aus unseren Fehlern in Katar enorm viel gelernt und befinden uns heute auf dem richtigen Weg. Schon an der EM 2024 waren positive Entwicklungen erkennbar. Heute kann ich sagen: Ich bin stolz darauf, wie die Schweiz Fussball spielt."
Murat Yakin, dessen Vertrag beim SFV bis 2028 läuft, machte ebenfalls deutlich, dass er seine Arbeit fortsetzen möchte. "Es erfüllt mich mit grossem Stolz, diese Mannschaft trainieren zu dürfen. Für mich steht überhaupt nicht zur Diskussion, einen anderen Weg einzuschlagen. Ich freue mich darauf zu sehen, was die Zukunft für uns bereithält", erklärte der Nationaltrainer.
Die nächste Etappe führt das Team zunächst zurück in die Schweiz. Die Nationalmannschaft fliegt am Montagnachmittag ab und landet am Dienstag gegen 10.15 Uhr in Zürich. Um 12.00 Uhr ist auf dem Turbinenplatz ein Empfang mit den Schweizer Fans geplant.