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UEFA bereitet Strafanzeige gegen FIFA-Boss Infantino vor

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Kurz vor der Champions-League-Auslosung eskaliert der Machtkampf zwischen UEFA und FIFA. Die UEFA fordert umfassende Dokumente zum gescheiterten Milliardenprojekt an.

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UEFA-Chef Aleksandar Ceferin (l.) und FIFA-Boss Gianni Infantino. © Imago

Kurz vor der Champions-League-Auslosung eskaliert der Machtkampf zwischen UEFA und FIFA. Die UEFA fordert umfassende Dokumente zum gescheiterten Milliardenprojekt an.

Der Konflikt zwischen UEFA und FIFA-Präsident Gianni Infantino erreicht eine neue Stufe. Nach Informationen aus einem vorliegenden Gerichtsdokument bereitet der europäische Fussballverband ein Strafverfahren gegen den FIFA-Chef und möglicherweise weitere beteiligte Funktionäre vor.

Im Mittelpunkt steht ein gescheitertes Investorenmodell zur Vermarktung von FIFA-Weltmeisterschaften. Infantino hatte entsprechende Pläne mit amerikanischen Investoren vorangetrieben haben. Kritiker warfen ihm vor, zentrale Entscheidungen an den FIFA-Gremien vorbei vorbereitet zu haben.

Die UEFA fordert nun die Herausgabe von Dokumenten rund um das Projekt. Das betrifft sowohl die FIFA als auch beteiligte Finanzinstitute. Die entsprechenden Forderungen wurden im Rahmen eines Verfahrens vor einem Distriktgericht im US-Bundesstaat Florida eingereicht.

Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung

Kern der UEFA-Vorwürfe ist der Verdacht der ungetreuen Geschäftsbesorgung. Der Verband sieht Aufklärungsbedarf bei den Entscheidungen rund um das Milliardenprojekt.

Sollte es zu einem Verfahren kommen, wäre die Schweiz als FIFA-Heimatverband der zentrale juristische Schauplatz. Der Weg über die US-Justiz erfolgt vor allem aus formalen Gründen, da sich die FIFA-Rechtsabteilung in Florida befindet.

Die UEFA wirft Infantino laut den vorliegenden Unterlagen nicht nur im Zusammenhang mit dem Investorendeal Fehlverhalten vor. Das Dokument enthält weitere Vorwürfe gegen den FIFA-Präsidenten.

Ceferin informiert Europas Fussballverbände

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin stellte die nächsten Schritte bei einem Treffen der 55 nationalen Verbände in Monaco vor.

Für den Deutschen Fussball-Bund nahmen Präsident Bernd Neuendorf sowie Hans-Joachim Watzke teil. Watzke gehört dem UEFA-Exekutivkomitee an.

Erinnerung an den Fall Blatter

Das Vorgehen erinnert an die Ereignisse von 2015. Damals geriet FIFA-Präsident Joseph Blatter durch Ermittlungen der US-Justiz massiv unter Druck und trat schliesslich zurück.

Eine vergleichbare Situation sieht die UEFA nun offenbar bei Infantino. Anders als damals gibt es aktuell jedoch keinen erkennbaren Gegenkandidaten für die FIFA-Präsidentschaft.

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