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Vaduz gegen Aarau – ein heisses Aufstiegsduell

Andy

Noch drei Runden, dann wird in der Challenge League abgerechnet: Schafft der FC Aarau doch noch den Sprung auf Rang 1 und den direkten Aufstieg? Oder kehrt der FC Vaduz ins Schweizer Oberhaus zurück, was allerdings nicht überall goutiert würde?

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Vaduz oder Aarau – wer hat am Ende im Aufstiegsrennen die Nase vorne? © KEYSTONE/Urs Flüeler

Die Spannung ist hoch. Vaduz geht aus der Pole-Position in die finale Phase, hat zwei Punkte Vorsprung auf Aarau, dazu kommt ein besseres Torverhältnis. Die Liechtensteiner haben es in der Hand, in die Super League zurückzukehren, in der sie in der Saison 2020/21 letztmals vertreten waren. Damals stiegen sie mit 36 Punkten aus 36 Spielen ab. Heute würden sie mit dieser Ausbeute nach 35 Runden in der Super League vor Winterthur (20), GC (27) und dem FC Zürich (35) liegen.

Kein Zuschauermagnet

Dem Aushängeschild des liechtensteinischen Fussballs werden aber nicht überall in der Schweiz die Daumen gedrückt. Zu wenig Tradition im und zu wenig Verbundenheit mit dem Schweizer Fussball sorgen bezüglich eines allfälligen Aufstiegs definitiv nicht für euphorische Gedanken. Dazu kommt, dass der FC Vaduz weder daheim noch auswärts ein Publikumsmagnet ist. Im Durchschnitt waren nur 1607 Zuschauer in dieser Saison an den Spielen in Vaduz dabei, es sind 3535 weniger als der FC Aarau in derselben Liga anlockt. Die Aargauer ihrerseits bestritten ihre Heimspiele gegen die nur eingeschränkt attraktiven Gegner der zweithöchsten Liga immerhin vor 5142 Fans – oder nur gerade 1592 weniger als der in allen Belangen serbelnde Rekordmeister GC in der Super League.

Ein Drittel der Dauerkartenbesitzenden, sagte Vaduz-Präsident Patrick Burgmeier kürzlich in den lokalen Medien, komme über den Rhein ans Fussballspiel: «Man sieht viele Leute aus dem Umfeld und von Schweizer Klubs, die wir mittlerweile auch persönlich kennen. Ist der FC Vaduz also in der ganzen Ostschweiz und in Liechtenstein zu Hause? Patrick Burgmeier erklärt dazu: «Unsere Heimat ist Vaduz. Das gehört zur Identität des Klubs. Aber seitdem der Verein beständiger Teil des Profifussballs ist, ist der FC Vaduz auch Anlaufstelle für alle Schweizerinnen und Schweizer, die Spitzenfussball in unserer Region sehen möchten.»

Mitentscheidend dafür, dass die Vaduzer von der Rückkehr in die Super League träumen können, sind Trainer Marc Schneider und Assistent Pascal Cerrone, die seit Mitte Februar 2024 im Amt sind und die auch das Teambuilding vorangetrieben haben. «Ich bin der Meinung, wir hatten schon letzte Saison qualitativ gute Spieler. Doch nun haben wir ein qualitativ gutes Team», sagt Präsident Burgmeier.

«Super League – das wäre wieder mal cool»

Die Vaduzer wollten in dieser Saison zu den Top-Adressen der Challenge League gehören und realisierten bald, dass etwas möglich ist. «Die Zielsetzung wurde mit der Zeit konkreter, bis wir uns sagten: Wir lassen uns einen der ersten beiden Plätze nicht mehr nehmen», so Burgmeier. Man merke, dass der sportliche Erfolg etwas bewege, das Interesse am FC Vaduz sei gestiegen und im Umfeld herrsche eine positive Stimmung: «Viele sagen mittlerweile: Super League – das wäre wieder mal cool.»

Für die Liechtensteiner ist der Aufstieg mehr ein Dürfen als ein Müssen, der FC Aarau arbeitet dagegen sein Jahren an der Rückkehr in die Super League. Genauer gesagt seit dem Abstieg 2015, als die Aargauer die Saison mit einem Punkt Rückstand auf den FC Vaduz auf dem letzten Platz beendeten. Zweimal schafften sie es seither in die Barrage, beide Male blieben sie da erfolglos: 2019 gab es dieses legendäre Duell gegen Xamax, als Aarau das Hinspiel auswärts 4:0 gewann und im Rückspiel daheim im Penaltyschiessen nach einem Drama scheiterte. Und vor einem Jahr war Rekordmeister GC zu stark, triumphierte im Kampf um den letzten Super League-Platz mit einem Gesamtskore von 4:1.

Das zeigt, wie wichtig und wertvoll Rang 1 und der damit verbundene direkte Aufstieg ist. Und da geht der Kampf in die finale Phase. Es ist gut möglich, dass das Direktduell am kommenden Montag in Vaduz darüber entscheidet, wer direkt in die Super League aufsteigt und wer es via Barrage wohl gegen GC versuchen muss. Im Endeffekt wird neben dem grösseren Willen auch entscheidend sein, wer diese Phase mehr als Chance sieht und sich nicht durch Aufstiegsdruck hemmen lässt. Und da spricht einiges für die Vaduzer, die zwar im Direktvergleich in dieser Saison mit 1:2 Siegen hinten liegen, aber am Montag in Vaduz gegen Aarau spielen können, in dieser Saison das beste Heimteam der Challenge League und auf eigenem Platz noch ungeschlagen sind.

 

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