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Zwei Neue mit dabei: Unser Titel-Powerranking nach WM-Spieltag 2

Patrick

Da gewinnt Gastgeber USA auch sein zweites Gruppenspiel souverän (2:0 vs. AUS) - und fällt trotzdem aus dem Kreis der absoluten Titelanwärter. Kein Frage, das Leben in den Top 6 unseres WM-Powerrankings ist hart, schliesslich hat in den vergangenen beiden Wochen rund ein Dutzend Teams Argumente für eine Inklusion vorgelegt. Wer den Sprung geschafft hat, erklären wir jetzt.

IMAGO_Tobias Keller_Rekordtorschütze Matthias Koch und seine argentinischen Teamkollegen haben gut lachen_ Zwei seige
Rekordtorschütze Lionel Messi und seine argentinischen Teamkollegen haben Grund zur Freude: Zwei Spiele, sechs Punkte und 5:0 Tore © IMAGO / Matthias Koch

Power #1: Frankreich

Die Nr. 1 der Vorwoche steht auch nach zwei WM-Wochen an der Spitze. Bei ihrem jüngsten Auftritt liessen sich «Les Bleus» dabei auch von einem mehr als zweistündigen Regenunterbruch nicht aus der Ruhe bringen und bezwang den Irak souverän mit 3:0. Dabei erneut doppelt erfolgreich: Kylian Mbappé, der nach zwei Spielen seiner dritten Weltmeisterschaft bereits bei 16 WM-Toren angelangt ist, woran allerdings auch die irakische Hintermannschaft ihren Anteil hatte. Zum Abschluss der Gruppenphase wartet am Freitag mit Erling Haaland (bislang vier Tore) und Norwegen (2 Spiele / 6 Punkte) ein Härtetest auf den amtierenden Vize-Weltmeister.

 

Power #2: Argentinien

Zu Turnierbeginn war der Titelverteidiger noch nicht Teil unserer Top 6. Seitdem hat uns die «Albiceleste» jedoch ziemlich eindrücklich eines Besseren belehrt. Am Montag liessen sie dem überlegenen 3:0 gegen Algerien ein nur leicht gefährdetes 2:0 gegen Österreich folgen. Einziger Torschütze auch dieses Mal: der neue WM-Rekordtorschütze Lionel Messi, der nach zwei Partien mit bereits fünf Turniertoren zu Buche steht. Wer oder was soll das Geburtstagskind (Messi wird heute 39)) überhaupt noch stoppen? Wohl eher nicht Jordanien, dass zum Abschluss der Gruppenphase auf Argentinien wartet. Im Sechzehntelfinale könnte die Aufgabe jedoch knifflig werden. Die Chance, dass am 3. Juli entweder Spanien oder Südamerika-Rivale Uruguay (als 2. der Gruppe H) auf Messi & Co. wartet, ist zumindest intakt.

 

Power #3: Deutschland

Es gibt sie noch, die berühmt-berüchtigten deutschen Tugenden. Denn was nach dem 7:1-Spaziergang gegen Curacao höchstens vermutet werden konnte, ist mittlerweile bestätigt: Der vierfache Weltmeister verfügt noch immer (oder wieder?) über die Fähigkeit, Spiele spät zu drehen. So geschehen am Samstag gegen die Elfenbeinküste, als Deutschland ein 0:1 zur Pause noch in einen 2:1-Sieg umwandelte.  Zweifacher Torschütze (68. und 94.): VfB-Torjäger Deniz Undav, der auch schon zum WM-Auftakt gegen Curacao als Joker getroffen hatte. Der Spätzünder (Bundesliga-Debüt mit 27!) trifft mittlerweile mit einer solchen Selbstverständlichkeit, dass selbst Bundeskritikertrainer Julian Nagelsmann kaum noch Argumente findet, um den 29-Jährigen klein zu reden. Einziger Wehrmutstropfen: Mit IV Nils Schlotterbeck fällt eine wichtige Stütze für den weiteren Turnierverlauf verletzt aus.

 

Keystone_AP_Pamela Smith Ein Team auf Kurs_Captain Martin Ödegaard und seine norwegischen Teamkollegen durften dank zwei Siegen bereits zweimal rudern
Ein Team auf Kurs: Taktgeber Martin Ödegaard und seine norwegischen Teamkollegen durften dank zwei Siegen bereits zwei Mal rudern (Keystone / AP / Pamela Smith)

Power #4: Spanien

Eine dominante Halbzeit. Das ist zugegebenermassen ziemlich wenig, um nach 180 gespielten WM-Minuten dennoch in den Top 6 unseres Powerrankings aufzutauchen. Es seid denn, man ist Spanien, amtierender Europameister und damit automatisch so lange im Kreis der Titelanwärter, bis man nicht nur stolpert, sondern so richtig auf die F….e fällt. Davon sind die Spanier aktuell aber noch ein gutes Stück weit entfernt, ja, man könnte sogar behaupten, dass sie besser werden. Denn schliesslich benötigten sie nach dem torlosen 800-Pässe-Festival gegen Cap Verde gegen Saudi-Arabien «nur» noch 726 Pässe, um die Asiaten mit 4:0 aus dem Atlanta Stadium zu schiessen. Der Dosenöffner: Das frühe 1:0 durch den wieder genesenen Lamine Yamal, nicht nur für uns ein entscheidender Grund, die Iberer noch nicht zu früh abzuschreiben. Gegen Uruguay sollte nun aber der nächste Schritt folgen.

 

Power #5: Norwegen

Der europäische Fussball-Aufsteiger der vergangenen beiden Jahre hat nach zwei Spieltagen den Sprung in unsere Top 6 geschafft. Knapp zwar, aber aufgrund von bereits sieben erzielten Tore und Siegen gegen Irak (4:1) und Senegal (3:2) nicht unverdient. Weil die stets vorwärts rudernden spielenden Vikinger ihre Stärken kennen und dank dem Offensiv-Trio Erling Haaland (bereits vier Tore), Martin Ödegaard und Antonio Nusa auch dazu in der Lage sind, diese auf den Platz zu bringen. Auf der anderen Seite müssen die Norweger noch beweisen, dass sie auch gegen stärkere Teams fähig sind, die Balance zwischen matchentscheidender Offensive und solider Defensive zu finden. In den Frühjahrs-Tests gegen die Niederlande und die Schweiz gelang dies nur bedingt. Am Freitag winkt im Top-Duell gegen Frankreich nun die grosse Chance, sich zumindest bis zu den Sechzehntelfinals im Kreis der Titelanwärter festzuspielen.

 

Power #6: Niederlande

Der zweite Neuling in unserem Powerranking? Die Niederlande, die sich den Sprung in die Top 6 mit einem 5:1 gegen Schweden erspielt hat. Trotz «nur» vier Punkten und dennoch verdient, zeigte «Oranje» doch nicht nur beim Kantersieg gegen defensiv überforderte Skandinavier eine gute Leistung. Bereits beim 2:2 zum Auftakt gegen das bislang ebenfalls überzeugende Japan (4:0 in Spiel 2 vs. Tunesien) deuteten die Niederländer an, dass mit ihnen im weiteren Verlauf dieses Turniers noch zu rechnen sein könnte. Insbesondere, falls es Spielern wie MS Brian Bobbey (Sunderland) und LA Cody Gakpo (Liverpool) weiterhin gelingen sollte, die vermeintliche Sturmschwäche des WM-Finalisten von 2010 zu kompensieren. Ein während einer Stunde «torschussloses» Spiel wie gestern von England praktiziert, muss man von Holland wohl auch zum Abschluss der Gruppenphase gegen Tunesien nicht befürchten.

 

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