Viele neue Trainer jagen Meister Arsenal
Der Meister eröffnet die neue Saison am Freitagabend. Arsenal empfängt mit Coventry City den Zweitliga-Champion der letzten Saison. Die zwei anderen Aufsteiger, Ipswich Town und Hull City, empfangen am Samstag Sunderland respektive Manchester United. 38 Runden stehen bis zum 30. Mai 2027 auf dem Programm, drei davon zwischen Weihnachten und dem Berchtoldstag.
Arsenal ist der grosse Titelfavorit. Da sind sich Experten, Fans und die Supercomputer, die Daten zu Vorhersagen verarbeiten, einig. Die Londoner sind eingespielt und selbstsicher. Sie haben mit Mikel Arteta den dienstältesten Trainer. Bruno Guimarães und Christos Tzolis sind solide Verstärkungen. Dem Champions-League-Finalisten vom letzten Frühjahr fehlt bloss noch ein grosser Transfercoup zum perfekten Glück. Die angestrebte Verpflichtung von Vinicius Junior scheiterte. Der Zeitpunkt für die erste erfolgreiche Titelverteidigung von Arsenal seit den 1930er Jahren scheint ideal.
Manchester City, Liverpool, Chelsea und Manchester United sind am besten gerüstet, um im Meisterrennen mitzumischen. Anders als bei Arsenal gibt es aber bei diesem Quartett einige Fragezeichen. Manchester City (mit Enzo Maresca), Liverpool (mit Andoni Iraola) und Chelsea (mit Xabi Alonso) gehen wie sechs andere Premier-League-Klubs mit einem neuen Coach in die Saison. Manchester Uniteds Michael Carrick ist erst seit einem halben Jahr im Amt, sammelte in dieser Zeit mit den "Red Devils" aber er so viele Meisterschaftspunkte wie kein anderes Team (39 von 51).
Die Premier League ist die bedeutendste, reichste und wohl auch beste Fussballliga der Welt. Spieler im Wert von über 13 Milliarden Franken sorgen für Spektakel, drei Klubs haben ein Kader von über einer Milliarde Franken an Wert. Selbst der vermeintlich kleinste Premier-League-Klub Hull City hat gut doppelt so viel Spielerwerte in seinem Portfolio wie die Young Boys, der diesbezügliche Krösus der Super League.
Die teuersten Transfers in diesem Sommer fanden innerhalb der Liga statt. Morgen Rogers (von Aston Villa zu Chelsea), Elliot Anderson (von Nottingham zu Manchester City) und Sandro Tonali (von Newcastle zu Tottenham) wechselten für je über 100 Millionen Franken. Einer der kostspieligsten Zuzüge von ausserhalb der Premier League war der Genfer Johan Manzambi, der für 60 Millionen Euro von Freiburg zu Aston Villa gewechselt hat.
Neben Manzambi, der in Birmingham für den Europa-League-Sieger Aston Villa spielt, stehen auch Granit Xhaka (Sunderland), Dan Ndoye (Nottingham), Fabian Schär (Newcastle), Aurèle Amenda (Coventry) sowie Noah Okafor und Nico Elvedi (beide Leeds) bei einem englischen Topklub unter Vertrag. Manzambi in der Champions League und Xhaka in der Europa League werden auch europäisch spielen. Mit Zeki Amdouni, dem Stürmer von Burnley, ist ein Schweizer WM-Teilnehmer in der zweiten englischen Liga unter Vertrag.
Die englischen Blicke werden in den ersten Runden auf Manzambi gerichtet sein. Der junge Mittelfeldspieler hat an der WM Eindruck gemacht, muss aber nach seiner Verletzungspause zuerst den Rhythmus finden. Zudem spielt er in einer Mannschaft, die mit Rogers und Youri Tielemans (zu Manchester United) zwei Leistungsträger verloren hat.
Granit Xhaka will als Captain von Sunderland die herausragende letzte Saison des Klubs bestätigen, Okafor und Ndoye benötigen den einen oder anderen Skorerpunkt mehr als zuletzt, um sich in ihren Vereinen besser zu etablieren. Elvedi dürfte nach seinem eben getätigten Transfer von Mönchengladbach zu Leeds rasch eine tragende Rolle in seinem neuen Klub übernehmen. Routinier Schär kämpft nach einem halben Jahr Verletzungspause um die Rückkehr als Stammkraft in die Innenverteidigung, während sich Neuzugang Amenda beim Aufsteiger Coventry beweisen muss.
In den bisherigen 34 Saisons der Premier League konnten nur drei Teams und drei Trainer den Titel erfolgreich verteidigen: Manchester United mit Alex Ferguson, Chelsea mit José Mourinho und Manchester City mit Pep Guardiola. Mit Coventry City und Ipswich Town kehren auf diese Saison hin zwei Gründungsmitglieder der 1992 unter diesem Namen gegründeten Meisterschaft in die Liga zurück. Aktuell bester Torschütze der Liga ist Erling Haaland, der in dieser Saison als dritter Spieler nach Mohamed Salah und Thierry Henry zum vierten Mal Torschützenkönig werden könnte. Zum treffsichersten Stürmer der Premier-League-Geschichte fehlt ihm noch einiges: Der Norweger steht bei 112 Treffern, Rekordhalter Alain Shearer traf 260 Mal.