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Von Accra über Dänemark in die grosse Fussballwelt

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Der FC Nordsjaelland, am Donnerstag in der letzten Europacup-Qualifikationsrunde Gegner des FC St. Gallen, ist die grösste Talentschmiede Dänemarks.

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Der 19-jährige Ghanaer Prince Amoako Junior und der 18-jährige Senegalese Lamine Sadio wollen in St. Gallen dem FC Nordsjaelland das Weiterkommen sichern © KEYSTONE/EPA/SEBASTIAN ELIAS UTH

Es ist nicht der bekannteste und bei weitem nicht der erfolgreichste dänische Klub, der am Donnerstag in St. Gallen gastiert und versucht, den 1:0-Vorsprung aus dem Hinspiel zu verteidigen, um in die Ligaphase der Conference League vorzustossen. Nordsjaelland war einmal Meister (2012) und zweimal Cupsieger (2010 und 2011). Nur etwas mehr als 3500 Zuschauer kommen im Schnitt zu den Heimspielen. Damit ist der Klub aus Farum selbst in der Kopenhagener Fussballwelt ein Leichtgewicht: Der FC Kopenhagen und Bröndby IF zählen auf über 20'000 Fans pro Heimspiel und selbst Aufsteiger Lyngby, der wie Nordsjaelland in einem Vorort der Hauptstadt beheimatet ist, kommt auf einen fast doppelt so hohen Zuschauerschnitt.

Und trotzdem ist der 2003 von Farum BK zu Nordsjaelland umbenannte Klub eine Referenz in seiner Heimat und in kleinerem Massstab auch in ganz Europa. Er hat in den letzten Jahren die Entwicklung von Talenten perfektioniert und generiert damit Sommer für Sommer einen Betrag, der weit über den möglichen Einnahmen aus der Conference League liegt. Die rund drei bis fünf Millionen Franken, mit denen Nordsjaelland oder St. Gallen in der Ligaphase rechnen können, sind nur ein Bruchteil dessen, was die Dänen in diesem Sommer mit dem Verkauf ihres wertvollsten Spielers eingenommen haben.

Der 20-jährige Ghanaer Caleb Yirenkyi wechselte für 27 Millionen Euro von Nordsjaelland zum Premier-League-Aufsteiger Coventry, bei welchem auch der Schweizer Verteidiger Aurèle Amenda neu unter Vertrag steht. Dass der neue Rekordverkauf aus der dänischen Liga ein Ghanaer ist, kommt nicht zufällig. Die finanzielle Erfolgsgeschichte von Nordsjaelland hat nämlich ihren Ursprung in der ghanaischen Hauptstadt Accra. 1999 gründete ein ehemaliger Scout von Manchester United unter dem Namen "Right to Dream" dort eine Nachwuchsakademie, die Jahr für Jahr an Bedeutung gewann, mit amerikanischen Universitäten kooperierte und eigene Talente vermittelte. 2015 übernahm sie den FC Nordsjaelland.

Mittlerweile gehört "Right to Dream" dem ägyptischen Milliardär Mohamed Mansour und ist Teil der Mansour Group. Zu diesem riesigen Konglomerat gehört auch eine Sportabteilung mit vier Nachwuchsakademien und drei Profivereinen (Nordsjaelland, San Diego FC und der ägyptische Klub FC Masar). Der Fokus liegt auch nach der Übernahme auf der Ausbildung talentierter Spieler, die jung mit grossem Gewinn weiterverkauft werden sollen - so wie Yirenkyi, Kamaldeen Sulemana oder Ernest Nuamah, die alle drei an der letzten WM für Ghana im Einsatz standen. Oder wie Mohammed Kudus, die erste grosse Erfolgsgeschichte der Achse Accra - Farum.

Wie gut das Geschäftsmodell funktioniert, zeigt ein Blick auf die Rekordverkäufe der dänischen Superliga. Sieben der teuersten zehn Transfers aus Dänemark ins Ausland gehen auf das Konto des FC Nordsjaelland. Seit 2015 generiert der Klub auf dem Spielermarkt in jedem Jahr einen beachtlichen Gewinn. In den letzten drei Saisons standen Transferausgaben von rund 12 Millionen Euro Einnahmen von gut 133 Millionen Euro gegenüber. Die Talente kommen entweder aus der Akademie von "Right to Dream" oder aus dem eigenen Nachwuchs, der in Nordeuropa nach intensivem Scouting rekrutiert.

Prince Amoako Junior ist der nächste Spieler, dem ein baldiger Wechsel in eine europäische Top-5-Liga vorhergesagt wird. Der 19-jährige Flügelspieler ist in einem Vorort von Accra geboren und wechselte schon mit zehn Jahren in die Akademie, wo er wohnte, trainierte und zur Schule ging. Im Winter 2025 folgte der Wechsel zu Nordsjaelland. Dort benötigte er bei seinem Debüt in Dänemarks höchster Liga nur vier Minuten für den ersten Treffer. Nach 43 Spielen steht er bei 17 Skorerpunkten.

Im Hinspiel gegen den FC St. Gallen blieb Prince Amoako Junior weitgehend unauffällig. Der gleichaltrige Ostschweizer Joel Ruiz, der vor einem Jahr den Aufstieg von der U19 des FCSG in die 1. Mannschaft geschafft hat, gewann das Aufeinandertreffen der Teenager letzte Woche. Der voraussichtlich zweite Teil des Duells findet an diesem Donnerstag nicht mehr vor 3500 Zuschauern, sondern vor mindestens 12'000 Fans statt. Denn der FC St. Gallen ist mit je zwei Meistertiteln und Cupsiegen national auch nicht der erfolgreichste Klub, und er hat noch nie einen Spieler für einen zweistelligen Millionenbetrag verkauft, aber er ist die klare Nummer 1 in seiner Fussball-Region.

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