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Warum die Ballon d'Or-Wahl diesmal besonders knifflig ist

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Historische Torzahlen, WM-Ruhm oder Champions-League-Triumph? Vor der Verleihung in London am 26. Oktober gibt es keinen klaren Favoriten. Sky Sport analysiert, welcher Superstar die besten Chancen auf den Goldenen Ball hat.

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Das Objekt der Begierde: der Ballon d'Or. © Imago

Historische Torzahlen, WM-Ruhm oder Champions-League-Triumph? Vor der Verleihung in London am 26. Oktober gibt es keinen klaren Favoriten. Sky Sport analysiert, welcher Superstar die besten Chancen auf den Goldenen Ball hat.

von Janik Nestler

So offen war das Rennen um den Ballon d'Or lange nicht mehr. Harry Kane liefert historische Torzahlen, Khvicha Kvaratskhelia dominierte die Champions League, Rodri und Lamine Yamal krönten sich mit Spanien zum Weltmeister. Und auch die Franzosen Michael Olise und Kylian Mbappé haben starke Argumente auf ihrer Seite. Am 26. Oktober wird der Sieger in London gekürt.

Sogar Lionel Messi ist wieder nominiert. Der achtmalige Rekordgewinner führte Argentinien bis ins WM-Finale, spielt mit Inter Miami auf Klubebene allerdings ausserhalb der europäischen Topligen. Ganz abschreiben sollte man ihn trotzdem nie.

Wie der Ballon d'Or gewählt wird, welche Kriterien gelten und welcher Zeitraum in die Bewertung einfliesst, erfahrt Ihr hier im grossen Ballon-d'Or-Überblick von Sky Sport.

Harry Kane: Die pure Tor-Maschine

73 Tore in 65 Spielen für Bayern und England, dazu acht Vorlagen: Kanes Zahlen sprechen für sich. Mit 36 Bundesliga-Toren gewann er zum zweiten Mal den Goldenen Schuh als bester Liga-Torjäger Europas. Dazu kamen 14 Treffer in der Champions League und sechs bei der WM. Mit Bayern gewann er das nationale Double, mit England belegte er bei der WM Platz drei.

Nur die beiden grössten Titel fehlen: Bayern scheiterte im Champions-League-Halbfinale denkbar knapp am späteren Sieger PSG, England im WM-Halbfinale an Argentinien. Überraschend sieht selbst sein ehemaliger Bayern-Kollege Thomas Müller Kane nicht im engsten Favoritenkreis.

Wer individuelle Leistung und Tore am stärksten gewichtet, kommt an Kane kaum vorbei. Seine Zahlen sind das stärkste Argument seiner Kandidatur.

Michael Olise: Der Vorlagen-König

Olise sammelte für Bayern wettbewerbsübergreifend 22 Tore und 29 Vorlagen. In der Bundesliga kam er auf 15 Treffer und 19 Assists und wurde zum Spieler der Saison gewählt. Auch in der Champions League war er mit acht Vorlagen geteilter Spitzenreiter. Bei der WM stellte er mit sieben Assists sogar einen neuen Turnierrekord auf.

Das Problem ähnelt dem von Kane: Der ganz grosse internationale Titel fehlt. Bayern scheiterte im Champions-League-Halbfinale mit 5:6 nach Hin- und Rückspiel an PSG, Frankreich verlor anschliessend ausgerechnet gegen Kanes England das Spiel um Platz drei.

Olise gehörte zu den einflussreichsten Offensivspielern der gesamten Saison - egal ob Bundesliga, Champions League oder WM. Wer Einfluss auf das Offensivspiel stärker bewertet als reine Torzahlen, hat beim Bayern-Star eine gute Grundlage.

Khvicha Kvaratskhelia: Der Beste der Königsklasse

Zehn Tore, sechs Vorlagen und am Ende die Auszeichnung zum Spieler der Champions-League-Saison: Kvaratskhelia war der überragende Einzelspieler auf dem Weg zu PSGs zweitem Königsklassen-Titel in Folge. Auch in Frankreich wurde er Meister, seine Liga-Zahlen mit acht Toren und vier Vorlagen in 28 Einsätzen fallen im Vergleich zur Champions League allerdings deutlich unspektakulärer aus.

Anders als seine Konkurrenten konnte sich der Georgier bei der WM überhaupt nicht zeigen. Georgien verpasste das Turnier bereits in der Qualifikation.

Wie stark darf ihm das überhaupt angelastet werden? Für die Qualität seiner Nationalmannschaft kann Kvaratskhelia wenig. Auf der grössten Klub-Bühne Europas war offiziell niemand besser.

Lamine Yamal: Das kompletteste Paket?

16 Tore, zwölf Vorlagen und die Auszeichnung zum Spieler der Saison in LaLiga: Yamal war einer der Hauptgründe für Barcelonas Meisterschaft. Anschliessend krönte er seine Saison mit dem WM-Titel für Spanien.

In der Champions League war für Barca allerdings schon im Viertelfinale Schluss. Und auch beim spanischen WM-Triumph stand individuell ein anderer noch über ihm: Rodri wurde zum besten Spieler des Turniers gewählt.

Yamal verbindet starke individuelle Leistungen mit Liga- und WM-Titel vielleicht besser als jeder andere Kandidat. Die eine alles überragende Einzelleistung wie bei Kane, Kvaratskhelia oder Rodri fehlt ihm allerdings.

Rodri: Der König der WM

Weltmeister und bester Spieler des Turniers: Rodri führte Spanien zum zweiten WM-Titel und wurde anschliessend mit dem Goldenen Ball der FIFA ausgezeichnet. Die Spanier kassierten auf dem Weg zum WM-Titel in acht Spielen lediglich ein Gegentor.

Seine Klub-Saison war dagegen vor allem eine Comeback-Saison. Nach langer Verletzungspause kam Rodri bei Manchester City auf 33 Einsätze, zwei Tore und keine Vorlage. Mittlerweile spielt er beim FC Barcelona.

Kein anderer Kandidat besitzt das stärkere WM-Argument. Die Frage ist nur, ob wenige überragende Wochen eine deutlich unspektakulärere Klub-Saison überstrahlen.

Kylian Mbappe: Tore ohne Titel

42 Tore in 44 Spielen für Real Madrid. Mbappe wurde mit 25 Treffern Torschützenkönig in LaLiga und traf in der Champions League weitere 15-mal - ebenfalls Bestwert. Bei der WM legte er zehn Treffer nach, holte den Goldenen Schuh und löste mit nun 22 WM-Toren Lionel Messi als Rekordtorschützen der Turniergeschichte ab.

Und trotzdem bleibt ein grosses Gegenargument: der Mannschaftserfolg. Mbappe wechselte 2024 zum amtierenden Champions-League-Sieger Real Madrid, blieb mit den Königlichen 2025/26 aber ohne Titel. PSG gewann dagegen nach seinem Abschied 2025 erstmals die Königsklasse und verteidigte den Titel ein Jahr später. Schon Luis Enrique erklärte, sein PSG sei nach Mbappes Abgang offensiv wie defensiv besser geworden.

Natürlich beweist diese Entwicklung nicht, dass Mbappe seine Mannschaften schlechter macht. Sie wirft bei der Wahl zum besten Spieler der Welt aber eine berechtigte Frage auf: Wie sehr macht er neben seinen aussergewöhnlichen Torzahlen auch das Kollektiv um sich herum besser?

Wer macht das Rennen?

Sechs Kandidaten, sechs völlig unterschiedliche Argumente. Egal, wer am Ende den Ballon d'Or erhält: Die Entscheidung dürfte für reichlich Diskussionen sorgen. Umso spannender wird es zu sehen, welchen Argumenten die Journalisten bei ihrer Wahl das grösste Gewicht gegeben haben.

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