Winterthur hofft, GC zittert
Winterthur schöpft nach einem 2:1-Heimsieg gegen Lausanne Hoffnung auf den Ligaerhalt. Da die Grasshoppers das Derby gegen den FCZ 1:2 verlieren, könnte sich der FCW noch spät in die Barrage retten.
Vor knapp einem Monat herrschte auf der Winterthurer Schützenwiese ein Hauch trauriger Melancholie. Zwar tranken die Fans nach dem Match gegen die Grasshoppers gewohnt ihr Bier, der Gerstensaft schmeckte diesmal aber wohl nicht ganz so, da der FC Winterthur an diesem Abend 0:2 gegen die Grasshoppers verloren hatte und nur noch kühnste Optimisten daran geglaubt haben dürften, dass die Zeit des FCW in der Super League nicht schon in Bälde zu Ende gehen wird.
Nun, an diesem Samstagabend dürfte das Bier bei sommerlichen Temperaturen wieder in Strömen geflossen sein, und diesmal auch bestens gemundet haben. Nach dem 2:1-Erfolg des FCW gegen Lausanne-Sport keimt auf den altehrwürdigen Tribünen nämlich wieder ein Fünkchen Hoffnung auf. Da gleichzeitig die Grasshoppers das Derby gegen den FCZ mit 1:2 verlieren, verkürzt das Team von Patrick Rahmen den Abstand auf den rettenden Barrage-Platz auf vier Punkte.
Und wie es der Zufall und der Spielplan-Verantwortliche so will, kommt es am Dienstag im Letzigrund zum Direktduell, das so oder so wegweisend sein wird: entweder, weil der Abstieg der Winterthurer endgültig besiegelt wird, oder weil sie mit einem Sieg gegen die Grasshoppers grösstmögliche Spannung vor der letzten Runde herbeiführen und auf eine Last-Minute-Rettung in die Barrage hoffen.
Nishan Burkart brachte die Winterthurer nach einem langen Ball schon früh in Front, und weil Topskorer Andrin Hunziker auf den Ausgleich von Omar Janneh (56.) schnell eine Antwort parat hatte (66.), halten sich die Winterthurer noch an einem seidenen Faden in der Super League.
Die Grasshoppers hätten mit einem Sieg im Derby für Klarheit sorgen können, doch das erste Spiel unter dem neuen Trainer Peter Zeidler misslang dem Rekordmeister. Emmanuel Tsimba brachte GC zwar nach einer guten halben Stunde in Führung, in der Nachspielzeit erwies er seiner Mannschaft mit einer Tätlichkeit gegen Lindrit Kamberi allerdings einen Bärendienst. In Überzahl sorgten Alexander Hack und Ilan Sauter für die Wende zugunsten der Stadtzürcher.
Zürich - Grasshoppers 2:1 (0:1)
18'040 Zuschauer. - SR Fähndrich. - Tore: 35. Tsimba (Jensen) 0:1. 49. Hack (Ivan Cavaleiro) 1:1. 61. Sauter (Tsawa) 2:1.
Zürich: Huber; Hodza (85. Vujevic), Kamberi, Hack, Sauter; Perea (85. Ramic), Tsawa (73. Berisha), Palacio, Ivan Cavaleiro (73. Emmanuel); B. Krasniqi (73. Phaëton); Kény.
Grasshoppers: Hammel; Abels, Ngom, Köhler, Rissi (74. Ullmann); Hassane (85. Beka); S. Krasniqi (74. Lee Young-Jun), Meyer, Abrashi (56. Frey), Jensen (74. Marques); Tsimba.
Bemerkungen: 45. Rote Karte gegen Tsimba (Tätlichkeit). 66. Huber hält Penalty von Jensen. Verwarnungen: 23. Tsawa, 79. Huber, 87. Marques.
Winterthur - Lausanne-Sport 2:1 (1:0)
7200 Zuschauer. - SR Kanagasingam. - Tore: 12. Burkart (Golliard) 1:0. 56. Janneh 1:1. 66. Hunziker (Rohner) 2:1.
Winterthur: Kapino; Rohner (69. Sidler), Lüthi, Kryeziu (77. Arnold), Diaby (60. Smith); Schneider, Zuffi, Kasami (61. Jankewitz); Golliard; Hunziker, Burkart (69. Maluvunu).
Lausanne-Sport: Letica; Bergvall, Mouanga, Ngonzo, Fofana (67. Poaty); Mollet (67. Custodio), Roche, Lekoueiry (46. Diakite); Butler-Oyedeji (81. Bair), Janneh, Ajdini (46. Renovales).
Bemerkungen: Verwarnungen: 10. Rohner, 14. Zuffi, 17. Lekoueiry, 49. Renovales, 76. Mouanga, 84. Bergvall.
Rangliste: 1. Luzern 35/46 (69:63). 2. Servette 35/46 (64:60). 3. Lausanne-Sport 36/42 (52:59). 4. Zürich 36/38 (49:69). 5. Grasshoppers 36/27 (42:71). 6. Winterthur 36/23 (42:94).