Kimi Antonelli hat den Grossen Preis von Monaco in beeindruckender Manier gewonnen und damit ein echtes Statement im Titelkampf gesetzt. Der Italiener feierte nicht nur seinen nächsten Sieg, sondern lieferte eines der dominantesten Rennwochenenden der jüngeren Formel-1-Geschichte ab.
Von der Pole Position gestartet, liess Antonelli der Konkurrenz keine Chance: Start-Ziel-Sieg, schnellste Rennrunde und jede einzelne Runde in Führung - der 21-Jährige schnürte in Monaco erstmals einen sogenannten "Grand Slam". Damit reiht er sich als erst 28. Fahrer überhaupt in diese exklusive Liste ein. Im Alter von 19 Jahren und 286 Tagen ist Antonelli zudem der jüngste Sieger des prestigeträchtigen Rennens im Fürstentum.
"Das war ein unglaubliches Wochenende, es ist noch eine lange Saison, wir müssen weiter pushen und so eine Leistung bringen wie hier. Das Team hat eine tolle Arbeit geleistet", sagte der in eine Italien-Flagge gehüllte Antonelli: "Wir hatten so eine unglaubliche Pace. Es ist ein toller Moment."
Besonders bemerkenswert: Antonelli war in Monaco im Vorjahr noch der letzte klassifizierte Fahrer (P18) gewesen. Ein Jahr später steht er ganz oben - ein beispielloser Aufstieg, der die steile Entwicklung des jungen Italieners perfekt widerspiegelt.
Antonelli setzt sich deutlich ab und ist auf WM-Kurs
Mit seinem Sieg baut der Mercedes-Youngster seine Führung in der Fahrerwertung weiter aus. Der Vorsprung auf Rekordweltmeister Lewis Hamilton (Ferrari) beträgt nun komfortable 66 Punkte.
Die Statistik spricht dabei klar für den Shootingstar: Jeder Fahrer in der Formel-1-Historie, der fünf Rennen in Folge gewonnen hat, wurde am Ende auch Weltmeister. Genau diesen Meilenstein hat Antonelli nun erreicht - und dabei gleichzeitig Hamiltons längste Siegesserie seiner Karriere egalisiert.
Dominanz in Monaco - Safety Car verhindert Rekordabstand
Auch im Rennen selbst zeigte Antonelli eine nahezu perfekte Vorstellung, überstand mehrere fliegende und stehende (Re-)Starts. Vor der Safety-Car-Phase führte er bereits mit 29,9 Sekunden Vorsprung - ein Abstand, der bei einem engen Stadtkurs wie Monaco aussergewöhnlich ist. Hätte dieser Bestand gehabt, wäre es der grösste Siegabstand im Fürstentum im 21. Jahrhundert gewesen.
Es bleibt dennoch eine dominante Vorstellung, die sich nahtlos in die jüngere Monaco-Historie einfügt: Zum sechsten Mal in den letzten acht Jahren gewann ein Fahrer das Rennen von der Pole Position aus.
Auch Hamilton schreibt Monaco-Geschichte
Hamilton belegte hinter Antonelli den zweiten Platz und sorgte ebenfalls für eine bemerkenswerte Statistik. Mit seinem achten Podiumsplatz in Monaco stellt er den legendären Rekord von Ayrton Senna ein.
Für den Briten war es zudem ein persönlicher Meilenstein: Seit seinem Sieg im Jahr 2019 hatte er im Fürstentum keine einzige Runde mehr in den Top 4 abgeschlossen - bis zu diesem Rennen.
Das Rennen in Monaco unterstreicht auch einen historischen Generationenwechsel in der Formel 1. Der Altersunterschied zwischen Antonelli und Hamilton beträgt satte 21 Jahre und sechs Monate - so gross war die Differenz zwischen zwei Fahrern auf dem Podium in Monaco noch nie in der Geschichte der Weltmeisterschaft.
Der bisherige Rekord stammte aus dem Jahr 1957, als Juan Manuel Fangio und Masten Gregory getrennt durch 20 Jahre und 250 Tage gemeinsam auf dem Podium standen.
Startet Antonelli eine neue Ära?
Antonelli liefert aktuell Rennen für Rennen ab und scheint auf direktem Weg zu seinem ersten WM-Titel zu sein. Die Kombination aus Geschwindigkeit, Konstanz und Nervenstärke macht ihn derzeit zum Mass aller Dinge in der Formel 1.
In Monaco hat er nicht nur gewonnen - er hat dominiert. Und vielleicht war genau dieses Wochenende der endgültige Beweis dafür, dass eine neue Ära begonnen hat.