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Spanischer Altmeister auf der Zielgeraden

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Als Fernando Alonso 2001 in der Formel 1 debütierte, waren acht seiner aktuellen Konkurrenten noch gar nicht geboren. Um den Spanier kommt nun Abschiedsstimmung auf.

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Die Zeit von Fernando Alonso in der Formel 1 läuft ab © KEYSTONE/AP/Joan Monfort

Fernando Alonso genoss die lautstarken Gesänge. "Oh, Fernando Alonso, oh, Fernando Alonso", skandierten die spanischen Formel-1-Fans zur Melodie von "Seven Nation Army" und huldigten ihrem Idol. Die Szene auf der Fan-Bühne am Circuit de Barcelona-Catalunya hatte viel von einem endgültigen Adios.

Die Formel 1 ohne Alonso? Was sich schon lange andeutet, wird tatsächlich immer konkreter - wohl spätestens Ende 2027. "Es wird ein besonderes Wochenende werden, wahrscheinlich mein letztes Rennen in Barcelona in der Formel 1. Ich werde nicht konkurrenzfähig sein und es im ersten Teil des Qualifyings nicht weit bringen, aber hoffentlich können alle das Wochenende geniessen", sagte Alonso im Vorfeld des siebten Grand-Prix-Wochenendes dieser Saison in seiner Heimat Spanien.

Der Asturier, der am 29. Juli bereits 45 Jahre alt wird und bei Aston Martin nur noch einen Vertrag bis zum Saisonende besitzt, hat dazu eine einfache Rechnung aufgemacht.

Da Barcelona nach dieser Saison seinen festen Platz im Rennkalender verliert und sich künftig mit dem Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps abwechselt, was die nächste Auflage in Kataloniens Hauptstadt erst wieder 2028 stattfinden lässt, wird es kaum ein weiteres Wiedersehen geben. "Ich glaube, es ist mein 23. Mal hier und jedes Mal war es magisch. Ich hoffe, diesmal wird es genauso", sagte Alonso.

Der Kurs nordöstlich von Barcelona in Montmeló wird für den zweimaligen Weltmeister auf ewig besonders bleiben. Seinen letzten von 32 GP-Siegen feierte Alonso 2013 im Ferrari genau hier. Dass im lahmen Aston Martin für den Altmeister nun ein weiterer Sieg hinzukommt, ist quasi ausgeschlossen.

"Für mich ist es am schwersten, keine Rennen zu gewinnen und nicht konkurrenzfähig zu sein", räumte der ewig ehrgeizige Alonso ein. "Ob dies nun das letzte Mal ist oder nicht, spielt keine allzu grosse Rolle; ich bin mit meiner Karriere im Reinen. Ich habe viel mehr erreicht, als ich mir als Kind je erträumt hätte."

Der Steuerkünstler aus Oviedo ist mittlerweile selbst Vater eines Jungen. Seit seinem Debüt 2001 in der Formel 1 - acht seiner aktuellen Konkurrenten waren da noch gar nicht geboren - hat er eine Begeisterungswelle in Spanien ausgelöst, die in diesen Ausmassen unbekannt war. Mit seinen WM-Titeln im Renault 2005 und 2006, die Michael Schumachers WM-Dominanz beendeten, brach endgültig eine "Alonsomania" aus.

"Als ich anfing, gab es nicht viel Interesse an der Formel 1", erinnerte sich Alonso. "Es wurde nicht einmal viel im Fernsehen übertragen, meine Eltern sahen meine Rennen auf einem deutschen Sender. Als ich dann anfing, gute Ergebnisse zu erreichen, schien es, als hätte das ganze Land diesen Sport für sich entdeckt und liebte ihn sogar." Ein Mann, ein Hype.

"Als Fernando begann, Erfolge einzufahren, war das wie eine Explosion", erinnerte sich sein Landsmann Pedro de la Rosa, der selbst 105 Grands Prix in der Formel 1 bestritt und nun Botschafter bei Aston Martin ist. "Plötzlich interessierten sich die Leute nicht nur für die Formel 1, sie waren verrückt danach. Sie wurden zu Fanatikern."

So begnadet Alonso am Steuer war, so zielsicher schlug er Karrierewege ein, die ihn an weiteren WM-Titeln vorbeiführten. Sein Wechsel zu McLaren 2007 etwa war ein Reinfall. Während seines einjährigen Intermezzos führte er das englische Traditionsteam an den Rand des Zusammenbruchs. Er überwarf sich mit seinem damaligen Stallrivalen Lewis Hamilton und spielte dem Automobil-Weltverband FIA in einer Spionage-Affäre Insider-Informationen zu. McLaren musste wegen des Besitzes geheimer Daten von Ferrari eine Busse in der Höhe von 100 Millionen Dollar zahlen, der Spitzel flüchtete zu Renault.

Nach zwei Jahren verabschiedete sich Alonso und wollte Ferrari auf den Gipfel zurückführen. Doch auch daraus wurde nichts. 2010, 2012 und 2013 wurde er WM-Zweiter, jedes Mal geschlagen von Sebastian Vettel im Red Bull. Über McLaren, eine zweijährige Auszeit und Alpine landete Alonso dann als Nachfolger des Deutschen schliesslich 2023 bei Aston Martin.

Ein endgültiger Entscheid über seine weitere Zukunft hat er noch nicht getroffen. "Nach dem Sommer entscheide ich, ob ich weitermache oder nicht", kündigte Alonso an. "Konkrete Pläne" habe er noch nicht.

Alonso will aber weiter Rennen fahren, wie er vor einigen Wochen noch beteuert hat. "Wenn es nicht die Formel 1 ist, werde ich bei der Rallye Dakar antreten." 2020 war er bei seinem Debüt in der Wüste sogar ausgezeichneter 13. geworden. Der Motorsport lässt ihn nicht los.

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