Yakin steht vor dem WM-Viertelfinal vor einer grossen Frage
Johan Manzambi wird auch den WM-Viertelfinal gegen Argentinien verpassen, wie Trainer Murat Yakin bestätigt. Doch Ersatz steht bereit. Diese Spieler könnten den Genfer ersetzen.
Nach seiner Gala im zweiten Gruppenspiel gegen Bosnien-Herzegowina war Johan Manzambi auf der Position hinter der Sturmspitze gesetzt. Dann verletzte er sich im Training unglücklich und verfolgte den Achtelfinal mit einbandagiertem Knie von der Ersatzbank aus.
Nun ist klar, dass der 20-Jährige auch die Partie in der Nacht von Samstag auf Sonntag (3.00 Uhr Schweizer Zeit) verpassen wird. Murat Yakin hat mehrere Alternativen - doch für welche entscheidet sich der Nationaltrainer?
Es wäre die offensichtlichste Variante: Fabian Rieder war in der Qualifikation Yakins bevorzugte Nummer 10. Allerdings verlief seine WM bisher nicht nach Wunsch. Gleich zu Beginn des Zusammenzugs erlitt der Berner eine Knöchelverletzung und verpasste einen Teil der Vorbereitung. Deshalb setzte der Nationaltrainer zum Turnierauftakt zunächst auf Michel Aebischer und später auf Johan Manzambi.
Gegen Kanada sass Rieder über die gesamte Spielzeit auf der Bank, gegen Algerien wurde er eingewechselt und blieb vor allem wegen einer vergebenen Grosschance in Erinnerung. Im Achtelfinal gegen Kolumbien begann er auf dem Flügel, rückte nach der Pause ins Zentrum und erledigte seine Aufgaben dort gut. Nun könnte der 24-Jährige vom Bundesligisten FC Augsburg die nächste Gelegenheit erhalten, seine persönliche Turnierbilanz aufzubessern.
In der Vergangenheit hat Yakin immer wieder auf Djibril Sow gesetzt. Der 29-jährige Mittelfeldspieler des FC Sevilla wusste bereits in der Qualifikation zu überzeugen und kam auch an dieser WM bislang auf drei Einsätze.
An der Endrunde spielte Sow allerdings nicht im Zentrum, sondern auf dem Flügel. So auch gegen Kolumbien, als er zur zweiten Halbzeit eingewechselt wurde. Von dort rückte der Zürcher immer wieder ins Zentrum ein und sorgte so für Überzahlsituationen. Gut möglich daher, dass Yakin erneut auf eine Variante mit Rieder und Sow setzt. Dabei wird es vor allem darauf ankommen, ob sich Ruben Vargas fit genug für ein Spiel über die volle Distanz fühlt.
Er war die Überraschung in der Startaufstellung des Achtelfinals: Ardon Jashari ergänzte gegen Kolumbien das Mittelfeld - allerdings nur während der ersten Halbzeit. Er konnte dem Spiel nur wenige Impulse verleihen und ist die Rolle als Zehner auch nicht gewohnt.
Zwar stellte sich Yakin nach der Partie vor seinen Spieler und lobte dessen Leistung. Nach der frühen Auswechslung erscheint es dennoch unwahrscheinlich, dass Jashari im Viertelfinal erneut von Beginn an aufläuft.
Greift Yakin erneut in die Trickkiste? Dann wären Zeki Amdouni, Christian Fassnacht oder Noah Okafor denkbare Optionen. Allerdings kamen an dieser WM bislang alle nur zu Kurzeinsätzen und verfügen entsprechend über wenig Spielrhythmus. Bei Okafor kommt hinzu, dass Yakin ihn eher auf dem Flügel sieht.
Eine weitere Möglichkeit wäre eine Systemumstellung und der Verzicht auf einen klassischen Zehner. Nach den bisherigen Auftritten der Schweizer wäre das allerdings ein deutlicher Bruch. Ganz auszuschliessen ist diese Variante dennoch nicht - schliesslich hat Yakin in der Vergangenheit immer wieder mit überraschenden Entscheiden aufgewartet.
Michel Aebischer war für Yakin schon mehrfach die Lösung, wenn es darum ging, personelle Lücken zu schliessen. Auch an dieser WM schien sich zunächst ein ähnliches Szenario abzuzeichnen: Gegen Katar und Bosnien-Herzegowina stand Aebischer in der Startaufstellung, musste seinen Platz aber räumen, nachdem Johan Manzambi gross aufgespielt hatte.
Was derzeit einen Einsatz verhindert, ist die muskuläre Verletzung, die er sich zugezogen hat. Obwohl er Fortschritte macht, absolvierte der Freiburger im Abschlusstraining gemeinsam mit Luca Jaquez ein individuelles Programm. Damit ist sogar offen, ob die beiden als Ersatz zur Verfügung stehen werden, oder wie im Achtelfinal ausfallen.