Die Diskussionen um Russells Pechsträhne im Titelkampf gehen Wolff zu weit. Der Mercedes-Boss fand in Singapur klare Worte.
Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat mit deutlichen Worten auf eine angebliche Bevorzugung von Kimi Antonelli im Stallduell mit George Russell reagiert. "Ich finde das urkomisch. Diese Leute sorgen wirklich für meine Unterhaltung, wenn sie das Team oder mich beschimpfen", sagte der Österreicher am Freitag in Singapur und fügte mit einem Augenzwinkern an: "Ich bin Satan, habe ich gehört."
Er habe "null Verständnis und Respekt für Leute, die sich so etwas ausdenken. Anstatt Formel 1 zu schauen, sollten sie lieber Teletubbies oder Micky Maus gucken", sagte Wolff über die Kommentare in den Sozialen Medien: "Das ist doch völliger Unsinn. Das haben wir schon früher mit Fans von Lewis (Hamilton, d. Red.) erlebt. Ich habe keine Ahnung, was da los ist. Glauben die etwa, ich hätte einen Knopf, auf dem 'George, jetzt Motorschaden' steht?"
Wolff pocht auf Integrität
Wolff spielte damit auf Russells neuerlichen Rückschlag im Titelkampf an. Beim vergangenen Grand Prix in Malaysia war der Brite in der Schlussphase auf Platz drei liegend mit einem Motorschaden ausgeschieden. Teamkollege Antonelli wurde hinter Rennsieger Max Verstappen Zweiter und baute vor der 17. WM-Station in Singapur mit dem Nachtrennen am Sonntag (Start um 14.00 Uhr LIVE bei Sky Sport) seinen Vorsprung gegenüber Russell auf 84 Punkte aus.
Auch Sky Sport F1 Experte Ralf Schumacher äusserte sich vor dem Sprint-Qualifying am Freitag zur Situation. "Kimi hat sich die Situation erarbeitet, dass er die Nummer eins sein könnte, keine Frage. George hat ein bisschen Pech gehabt. Aber was hätte man davon? In der Konstrukteurs-WM verdient man viel Geld, das heisst, das macht gar keinen Sinn". "Die Leute können denken, was sie wollen", sagte Wolff dazu, "aber die Integrität in dieser Hinsicht ist mir wichtig. Und die Fahrer wissen das."