skysport.ch
Sky Sport

Live-Sport ansehen auf

Sky Sport
News Fussball

Arsenal träumt vom grossen Coup

Keystonr

Am Ende einer nervenaufreibenden Saison holt Arsenal den ersten Meistertitel seit 2004. Fans und Team feiern bis in die Morgenstunden. Die Saison könnte historisch werden.

media_ftp_sky_de_20260521_brz0026a0e78e635944
Fans feiern den Meistertitel von Arsenal © KEYSTONE/AP/Alberto Pezzali

Die Spieler sprangen singend durch die Räume des Arsenal-Trainingszentrums und brüllten immer wieder "Campeones". Rund um das Emirates-Stadion verwandelten Tausende Fans die Strassen in ein rot-weisses Jubelmeer. Der erste Meistertitel seit 22 Jahren hat bei Arsenal sämtliche Emotionen freigesetzt und wurde bis um 5 Uhr in der Früh gefeiert.

Jetzt träumen sie in London vom Double aus Meisterschaft und Champions League. Im Final gegen Paris Saint-Germain soll am 30. Mai der nächste Titel folgen. Noch nie triumphierte Arsenal in der Königsklasse.

Als einer der Ersten meldete sich am Dienstagabend Premierminister und Arsenal-Fan Keir Starmer zu Wort. "22 lange Jahre für Arsenal", schrieb Starmer, der politisch stark unter Druck steht. "Aber endlich sind wir wieder dort, wo wir hingehören. Champions!"

Nach einem erneuten Patzer von Konkurrent Manchester City haben die Londoner den Titel am Ende einer nervenaufreibenden Saison schon vor dem letzten Spieltag sicher - und sind nach drei zweiten Plätzen in der Meisterschaft endlich am Ziel. Trainer Mikel Arteta, einst Pep Guardiolas Assistent bei Man City, übertrumpfte damit seinen einstigen Lehrmeister.

Seit dem siebten Premier-League-Spieltag standen die Londoner fast durchgängig an der Tabellenspitze. Zwischenzeitlich hatte Arsenal neun Punkte Vorsprung, wobei Man City weniger Spiele absolviert hatte. Doch auf den letzten Metern schien Arsenal die Puste auszugehen. Das Team wirkte zunehmend nervös.

Nach der Niederlage gegen Man City zog der punktgleiche Konkurrent wegen der besseren Tordifferenz sogar kurzzeitig vorbei. "Panik auf Londons Strassen", spotteten City-Anhänger auf einem Transparent. In Anspielung darauf zeigten Arsenal-Fans nach der Titelentscheidung ein anderes Banner: "Party auf Londons Strassen".

Abwehrchef Declan Rice hatte sich nach der Pleite bei City kämpferisch gegeben. "Es ist nicht vorbei", rief er seinen Teamkollegen damals auf dem Platz zu. Er behielt Recht. Die für Aufholjagden und Siegesserien zum Saisonende berühmten Cityzens patzten erst in Everton (3:3) und nun in Bournemouth (1:1).

Als Architekt des Erfolgs gilt Mikel Arteta, der das Traineramt Ende 2019 übernahm und einen radikalen Umbruch einleitete. "Arteta hat ein toxisches Chaos übernommen", schrieb der "Telegraph". Ein Titelkandidat war Arsenal da schon lange nicht mehr. 2004 hatten die "Invincibles" unter Arsène Wenger ihren letzten Coup gefeiert - eine Saison ohne Niederlage.

"Zwei Jahrzehnte später und nach vielen Jahren des Leidens ist die Premier League wieder bei Arsenal", schrieb die spanische "Mundo Deportivo". Auch Granit Xhaka, der bis 2023 bei Arsenal unter Vertrag stand, meldete: "Das ist alles wegen dir Mikel. An alle, die ihn angezweifelt haben: Gebt diesem Mann und diesem Trainer den Respekt, den er verdient", schrieb der Captain der Schweizer Nationalmannschaft auf Instagram.

Arteta scheute sich nicht, formschwache oder egoistische Stars wie Mesut Özil und Pierre-Emerick Aubameyang auszusortieren. Er baute eine neue Mannschaft auf, deren Leistungsträger heute Bukayo Saka, Martin Ödegaard oder Declan Rice heissen, und stärkte den Zusammenhalt. "Trust the process" ("Vertraue dem Prozess") lautete sein Mantra, das er vor allem dann wiederholte, wenn es nicht so gut lief. Die Klubführung um Miteigentümer Josh Kroenke wurde für ihre Geduld belohnt.

Kritiker monieren, dass Artetas Fussball zu sehr auf Sicherheit und Ballbesitz angelegt ist. Dem Coach, der während der Saison oft verbissen wirkte, dürfte das spätestens jetzt herzlich egal sein. "Mikel Arteta hat seinen Platz in unserer Geschichte als einer der grössten Trainer aller Zeiten gefestigt", hiess es nach dem Titelgewinn auf der Arsenal-Website.

Bewerte den Artikel
0 Bewertungen
Ihre Stimme wird gezählt.

News-Feed

Lesen Sie auch

Mehr anzeigen

Live-Sport ansehen auf

Sky Sport
Copyright Sky Schweiz SA © 2001-2026. Erstellt von EWM.swiss