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Audi zwischen Frust und Hoffnung

Andy

Der Formel-1-Zirkus ist von Monaco nach Barcelona weitergezogen. Mit im Gepäck sind auch zwei Fragen: Fährt Jungstar Kimi Antonelli die Konkurrenz weiter in Grund und Boden? Und wann nimmt Audi Fahrt auf?

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Nico Hülkenberg schnupperte in Monaco an WM-Punkten, wartet aber weiterhin auf die ersten Zähler in dieser Saison. © IMAGO / Marco Canoniero

Kimi Antonelli ist zwar noch nicht einmal 20 Jahre alt, doch er ist in der Königsklasse des Motorsports nicht nur der Mann der Stunde, sondern der Mann der Saison. Fünf Siege in den ersten sechs Rennen, dazu Rang 2 zum Saisonauftakt in Australien und die klare WM-Führung: Der Italiener ist definitiv der neue Stern am PS-Himmel. Und so stellt sich nun die Frage: Wer kann ihn daran hindern, Sebastian Vettel als jüngsten Formel-1-Weltmeister abzulösen? Der Deutsche feierte seinen ersten von vier WM-Titeln 2010 im Alter von 23 Jahren und 134 Tagen – Antonelli wird am 25. August erst 20 Jahre alt.

Die Chance ist zweifellos gross, dass der junge Italiener auch dem Rennwochenende in Barcelona seinen Stempel aufdrückt. Auch wenn er nicht mit guten Erinnerungen nach Spanien gereist ist. Letztes Jahr reichte es ihm in der Qualifikation nur zu Rang 6 und im Rennen wurde er durch einen Motorschaden gestoppt.

Defekte und Frust statt Punkte

Besser sind die Erinnerungen an Barcelona bei Audi, das letztes Jahr noch als Sauber in Barcelona die Ränge 5 (Nico Hülkenberg) und 12 (Gabriel Bortoleto) belegte. Doch heute ist von dieser Herrlichkeit nicht mehr viel übriggeblieben. Im ersten Rennen der Saison, im ersten unter dem Namen «Audi Revolut F1 Team», gewannen die Hinwiler dank dem neunten Platz von Gabriel Bortoleto zwei Punkte. Doch seither schaute nichts Zählbares mehr heraus – statt Punkten gab es Frust und Defekte, so dass das Team aktuell in der Konstrukteurswertung nur Rang 9 belegt, lediglich vor Aston Martin und Cadillac.

Umso ärgerlicher war der GP in Monte Carlo, als Nico Hülkenberg aufgrund einer umstrittenen Strafe Rang 9 verlor und so die Punkte verpasste. «Monaco endete auf eine ziemlich frustrierende Weise, aber das liegt jetzt hinter uns. Trotzdem gab es positive Aspekte: Unsere Geschwindigkeit war ermutigend, und darauf wollen wir aufbauen», sagt Nico Hülkenberg. Barcelona sei eine ganz andere Herausforderung als Monaco und immer ein guter Test für das Gesamtpaket. «Wir haben in den vergangenen Wochen Fortschritte gemacht und hoffen, das Potenzial unseres Autos bestmöglich ausschöpfen zu können.»

Ähnlich optimistisch tönt es von Racing Director Allan McNish: «In Monaco haben wir eine ermutigende Pace gezeigt. Das ist ein Beweis dafür, dass wir weiterhin Fortschritte machen, auch wenn das Endresultat die Arbeit des Wochenendes nicht widerspiegelte.» Barcelona sei eine Strecke, die sie sehr gut kennen und die einen ausgezeichneten Referenzpunkt biete, um die Entwicklung zu messen. «Unser Ziel ist es, auf den positiven Aspekten des vergangenen Wochenendes aufzubauen, weiter zu lernen und uns kontinuierlich zu verbessern.» Und der brasilianische Pilot Gabriel Bortoleto sagt: «In Monaco haben wir einige vielversprechende Anzeichen hinsichtlich unserer Performance gezeigt. Jedes Rennen bietet die Möglichkeit, mehr zu lernen und sich weiterzuentwickeln, und genau darauf konzentrieren wir uns vor Barcelona. Unser Fokus liegt darauf, ein sauberes Wochenende abzuliefern, das Potenzial unseres Autos maximal auszuschöpfen, die Abläufe perfekt umzusetzen und hoffentlich einige Punkte mitzunehmen.»

Mentalität- und Kulturwandel

Ob es nur Zweckoptimismus ist, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Klar ist aber, dass der deutsche Hersteller bis 2030 um den WM-Titel kämpfen will. Audi-Teamchef und -CEO Mattia Binotto erklärte dabei kürzlich in einem Podcast, was es diesbezüglich braucht. Faktoren sind beispielsweise die Mentalität und ein Kulturwandel, da sich die Ambition und die Rahmenbedingungen verändert haben. «Wenn man 20, 30 Jahre lang gewohnt war, kein Geld auszugeben, und nun diese Mentalität verändern muss, ist das schwierig», so Binotto.

Die grösste Lücke zu den Topteams besteht in den Augen Binottos aktuell beim Motor. Dieses Defizit kann nicht über Nacht ausgemerzt werden, aber «wir glauben, dass wir 2028 auf dem richtigen Level sind». Mit dem Chassis ist Binotto dagegen zufrieden: «Unser Auto ist in den Kurven ziemlich schnell. Wir denken, dass wir das viertbeste Chassis im Feld haben. Das ist ein hervorragendes Resultat. Und es zeigt, dass wir in Hinwil auf einem guten Weg sind.»

Da bleibt nur zu hoffen, dass die Hinwiler nun auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya, wo im Januar während der Vorsaisontests die ersten Runden des R26 absolviert wurden, der Turnaround gelingt und Hülkenberg und Bortoleto richtig Fahrt aufnehmen.

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