skysport.ch
Sky Sport

Live-Sport ansehen auf

Sky Sport
News Sonstiges

Audrey Werro ist der unbestrittene Publikumsliebling

Keystonr

Audrey Werro wird am Freitag bei Athletissima ihre Beliebtheit unter Beweis stellen. Die Europameisterin über 800 m ist zweifellos die neue Königin der Schweizer Leichtathletik. Und das geniesst sie.

media_ftp_sky_de_20260820_brz0166a8739b0b6f57
Souveräner Auftritt vor den Medien: Audrey Werro © KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Als es darum ging, die letzten drei Stars der Pressekonferenz anzukündigen, zögerte Moderatorin Sarah Atcho-Jaquier nicht, gross zu denken. Um die Freiburgerin zu beschreiben, verwendete die ehemalige Sprinterin das Wort "Königin". Wer die Bilder nach ihrem Triumph bei der Europameisterschaft gesehen hat, erinnert sich daran, dass Audrey Werro zusätzlich zur Goldmedaille um den Hals eine Krone trug.

Und es ist offensichtlich, dass die Athletin des CA Belfaux beim Applaus-Barometer die meisten Stimmen erhalten wird. Sie wird der Liebling des Publikums sein. Einen solchen privilegierten Status genossen bereits einige Schweizer Athletinnen vor ihr. Die älteren Jahrgänge werden sich an Anita Protti erinnern. Danach kam Lea Sprunger, und auch heute noch gehören die Schwestern Mujinga und Ditaji Kambundji zu den Publikumslieblingen. Sie alle können behaupten, dass das Publikum nur Augen für sie hatte. Doch heute heisst die Königin von "Athletissima" ganz eindeutig Audrey Werro.

An der Pressekonferenz im Juni in Lausanne war die Freiburgerin gerade aus Ostrava zurückgekehrt, wo sie die 800 m 1:54,45 gelaufen war. Dies war damals die zweitbeste Leistung ihrer Karriere. Doch dann folgte das Meeting in Paris, bei dem Werro die Ziellinie nach 1:53,80 überquerte und damit ihren 21 Tage zuvor in Stockholm aufgestellten Schweizer Rekord um 0,18 Sekunden unterbot. Sie hatte zugegeben, nach ihren aussergewöhnlichen Zeiten eine Veränderung ihres Status zu spüren.

Doch nach dem Europameistertitel in Birmingham erfasste die "Audreymania" nicht nur die Schweiz, sondern auch die internationale Szene. Was hält die Betroffene selbst davon? "Ich hatte den Unterschied schon im Juni gespürt, aber jetzt ist es noch etwas ganz anderes. Und ich glaube, das hängt mit den Leistungen der letzten Monate zusammen. Auf jeden Fall ist das wirklich positiv."

Dieser relativ plötzliche Ruhm geht mit einer wachsenden Medienpräsenz einher, die viel Energie kosten kann. "Klar, das kostet Energie, aber ich bin nicht allein. Ich habe ein ganzes Team, das mich unterstützt und mir hilft, mit all dieser Aufmerksamkeit umzugehen. Letztendlich habe ich nicht das Gefühl, dass es mich so viel Energie kostet", sagt sie.

Seit Werro als dritte Frau die 1:54-Marke unterboten hat, dreht sich alles um den Weltrekord von Jarmila Kratochvilova (1:53,28) und darum, wann sie diesen zu schlagen hofft. Es gibt keine Pressekonferenz, bei der die Tschechin und ihre 1983 in München erzielte Zeit nicht zur Sprache kommen. Hat Werro davon nicht genug? "Ich verstehe, dass sich die Leute diese Frage stellen, und es stimmt, dass diese Frage bei fast jeder Pressekonferenz wieder auftaucht", bestätigt die 800-m-Läuferin. "Ich versuche wirklich, mir klarzumachen, dass ich einfach nur schnell laufen will. Ich möchte mir wegen dieses Weltrekords keinen Druck machen. Ich weiss, dass er eines Tages fallen wird, aber ich weiss einfach nicht, wann."

Auf die Frage nach der idealen Zwischenzeit über 400 m, um auf eine weitere unvergessliche Leistung hoffen zu können, antwortete die Europameisterin, dass 55,50 Sekunden eine hervorragende Grundlage wären. Ohne Keely Hodgkinson, die nächste Woche beim Weltklasse-Meeting dabei sein wird, wird Werro von Femke Broeders-Bol angespornt werden. "Natürlich wäre es einfacher, sehr schnell zu laufen, wenn Keely dabei wäre. Aber bei guten Bedingungen und einer Tempomacherin, die ihren Job gut macht, ist es durchaus denkbar, eine super Zeit zu erzielen", betont die Freiburgerin.

Werro, die bei ihren ersten Auftritten vor der Kamera noch schüchtern war, hat auch im Umgang mit der Presse Fortschritte gemacht. Ohne gleich zu behaupten, sie sei wie die Löwin, die sie gerne nachahmt, sobald sie die Ziellinie überquert hat, hat die Athletin an Selbstvertrauen gewonnen. Sie scheut sich nicht, ihre Meinung zu sagen und ihren Ehrgeiz zu zeigen. Da sie nach wie vor eine 22-jährige junge Frau mit einer gewissen Schüchternheit ist, schlägt dieses Selbstvertrauen nicht in Arroganz um. Audrey Werro glaubt schlicht an sich.

Bewerte den Artikel
0 Bewertungen
Ihre Stimme wird gezählt.

News-Feed

Lesen Sie auch

Mehr anzeigen

Live-Sport ansehen auf

Sky Sport
Copyright Sky Schweiz SA © 2001-2026. Erstellt von EWM.swiss