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Die Pläne der FIS stossen nicht überall auf Gegenliebe

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Die FIS möchte unter ihrem neuen Präsidenten künftig häufiger Weltmeisterschaften austragen. Von den mächtigen Playern der Branche gibt es mehr Kontra als erwartet.

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Die WM-Medaille der FIS soll künftig häufiger vergeben werden, wie hier an Mathilde Gremaud © KEYSTONE/GABRIEL MONNET

Von Intrigen, Machtspielen und sportpolitischen Winkelzügen wie bei der FIFA ist der Internationale Skiverband zwar weit weg. Und auch Alexander Ospelt als frischer FIS-Präsident gilt bisher nicht gerade als Gianni Infantino des Wintersports. Und doch hat der Liechtensteiner, der erst im Juni in einer denkbar knappen Abstimmung den umstrittenen Amtsinhaber Johan Eliasch ablöste, mit der angedachten Kalender-Revolution für Kontroversen gesorgt und polarisiert.

Der Anfang September präsentierte Plan sieht vor: Im alpinen und im nordischen Skisport sowie im Snowboard- und Freestyle-Bereich sollen Weltmeisterschaften künftig in jedem Nicht-Olympia-Jahr stattfinden, und nicht nur in allen ungeraden Jahren. Somit sind beispielsweise für 2031, 2032, und 2033 drei Titelkämpfe in Serie angedacht.

Konkret: 2032 und 2036, vielleicht sogar schon kurzfristig 2028 würde es zusätzliche und bislang nicht eingeplante Titelkämpfe geben. "Der WM-Titel bedeutet für Athleten auch finanziell sehr viel. Die Gespräche gab es schon lange, wir würden das jedenfalls zugunsten der Athleten machen. Gleichzeitig geht es auch um kleinere Länder, die mit einer WM mehr neue Ziele hätten", begründete Ospelt. Der Anwalt nannte China, Japan und Südkorea als Beispiele für mögliche Organisatoren.

Ospelts Plan erinnert ein wenig an Eliaschs Idee der FIS-Games, die in just jenen Jahren (2028, 2032, 2036) alle Sportarten des Weltverbands bei einer Art Mini-Olympia bündeln sollten. Das neue von Ospelt präsentierte Vorhaben geht aber von verschiedenen Austragungsorten aus. Womit die FIS dieser Tage offenbar nicht rechnete: Athleten, Ex-Athleten und Verbände reagierten kritisch und zurückhaltend auf die Vorschläge und die Art, wie die FIS diese präsentierte.

Swiss-Ski steht der Idee der FIS, künftig mit Ausnahme der Olympia-Winter jedes Jahr eine Weltmeisterschaft auszutragen, grundsätzlich offen gegenüber. Co-CEO Diego Züger äusserte sich vergangene Woche ausführlich gegenüber dem "Blick". Er bezeichnet den Vorschlag als "absolut prüfenswert" und sieht darin eine Chance. Da im Vierjahreszyklus lediglich eine zusätzliche WM hinzukäme, könne ein neuer Rhythmus bei entsprechender Ausgestaltung einen Mehrwert schaffen.

Die Gefahr, dass häufigere Weltmeisterschaften den Wert eines WM-Titels mindern könnten, erkennt Swiss-Ski allerdings an. Züger bezeichnet dies als negativen Aspekt, der berücksichtigt werden müsse. Für eine Beurteilung müssten jedoch die Vor- und Nachteile im grösseren Zusammenhang gegeneinander abgewogen werden.

Entscheidend ist für Swiss-Ski, dass nicht einfach eine zusätzliche WM in bislang freie Jahre eingefügt wird. Vielmehr fordert Züger eine übergreifende Weiterentwicklung und Planung des gesamten Kalenders unter Einbezug des Weltcups. Ziel müsse sein, den Skisport als attraktives Gesamtpaket für Sponsoren und TV-Rechteinhaber zu positionieren.

"Wir waren schon etwas erstaunt, dass hier offenbar bereits eine grundsätzliche Richtung vorgegeben wurde", sagte Stefan Schwarzbach als Vorstandsmitglied des Deutschen Skiverbands (DSV) auf dpa-Anfrage. "Bei einer so weitreichenden Veränderung wäre es aus unserer Sicht vielleicht nicht ganz verkehrt gewesen, die nationalen Verbände in ihrer Rolle und Verantwortung als potenzielle Veranstalter noch intensiver einzubeziehen."

Österreichs Skiverband, der aufgrund zahlreicher potenzieller Austragungsorte als einflussreich und bedeutend gilt, ging gar in die Opposition. Der Plan sei "aus sportlicher und strategischer Sicht nicht sinnvoll", hiess es vom ÖSV. Als Gründe nannte der Verband "Inflationierung" und "schleichende Entwertung des sportlichen Stellenwerts" einer WM. Auch deshalb kam es vergangene Woche in Innsbruck zu einem Treffen von FIS und ÖSV.

In anderen Wintersportarten ist diese Inflation bereits zu beobachten. So wird im Eishockey jedes Jahr, auch in Olympia-Jahren, ein Weltmeister gesucht. Beim Biathlon-Weltverband IBU ist der Rhythmus bereits so, wie ihn die FIS künftig plant.

"Fast alles, was es zu oft gibt, ist schlecht", konterte Olympiasieger Beat Feuz im"Blick". "Der Fussball machts vor: Alle zwei Jahre eine WM oder eine EM, dann schauen auch diese Leute hin, die sich sonst nicht interessieren. Es ist viel exklusiver", fügte der Emmentaler an.

Schwarzbach aus Deutschland gibt zu bedenken, dass man beim Biathlon diese Debatte derzeit genau andersherum führe - ob es nicht Sinn mache, nur alle zwei Jahren eine WM zu veranstalten statt in drei von vier Jahren. Was für die FIS wirtschaftlich interessant sei, sei nicht zwangsläufig auch für die nationalen Verbände attraktiv.

Offen ist auch, ob der neue Rhythmus zwingend für alle FIS-Sparten kommen müsste. Während der alpine Markt als gross gilt, ist der Kreis an Interessenten beim nordischen Skisport eher begrenzt. So sind die nächsten drei WM-Orte Falun, Lahti und Oberstdorf nach zehn beziehungsweise zwölf Jahren Pause schon wieder am Zug. Die letzte Nordisch-WM ausserhalb von Europa gab es 2007 in Sapporo.

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