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Ein Portugiese vermiest die Schweizer Tennisparty

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Nach Dominic Stricker erreicht am Swiss Open in Gstaad nur Jérôme Kym die Achtelfinals. Stan Wawrinka unterliegt hingegen bei seinem Abschied in drei Sätzen auf bittere Art - und wird danach gefeiert.

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Stan Wawrinka scheidet in Gstaad aus © KEYSTONE/PETER SCHNEIDER

Ein Fahnenmeer begrüsst Stan Wawrinka, als er in Gstaad den rappelvollen, ausverkauften Centre Court, die Roy Emerson Arena, betritt. Es könnte - und wird am Ende - das letzte Mal sein, dass er im Berner Oberland antritt. Um 20.35 Uhr, kurz, bevor es dunkel wird zwischen den Bergen, ist es dann mit einem Schlag totenstill. Wawrinka (ATP 117) verliert in 2:39 Stunden 7:6 (12:10), 4:6, 4:6 gegen Jaime Faria (ATP 92).

Nachdem die Portugiesen die Schweizer Fussballer an der WM 2022 mit 1:6 rausgeworfen haben und ein portugiesischer Schiedsrichter Breel Embolo diesmal vom Platz gestellt hat, steht nun also auch auf dem Tennisplatz ein Portugiese der Schweizer Party im Weg. Allerdings nur ein bisschen.

Denn nach dem ersten Frust hellt sich die Miene des dreifachen Grand-Slam-Champions schnell wieder auf. Er wird auf dem Platz gebührend geehrt. Ehemalige Weggefährten, die Turnierverantwortlichen, Ballkinder, die mit Buchstaben auf ihren T-Shirts "Merci Stan" sagen und natürlich die Fans bereiten ihm einen würdigen Abgang. Nicht den ersten in diesem Jahr.

Denn sportlich wiederholt sich ein Muster, das man aus den letzten Monaten nur zu gut kennt. Stan Wawrinka ist im letzten Jahr seiner Karriere konkurrenzfähig, oft nahe am Sieg, verliert am Ende aber meist knapp. Gewann er in den ersten zwei Monaten noch sechs Partien auf der ATP Tour, ist es seit März und auf Sand nur noch eine. Gegen Faria gab er nur zweimal seinen Aufschlag ab, in den Sätzen zwei und drei beide Male zum finalen 4:6.

Am meisten ärgert Wawrinka, dass ihm die Niederlage die Chance auf eine weitere Partie nimmt. Es wäre gegen den zweifachen Gstaad-Sieger Casper Ruud gegangen.

Jérôme Kym (ATP 186) gewinnt am Swiss Open das Schweizer Duell gegen den Qualifikanten Dylan Dietrich (ATP 618) im Tiebreak des dritten Satzes und steht wie im letzten Jahr im Achtelfinal. Der 23-jährige Aargauer setzte sich in 2:32 Stunden 7:6 (7:3), 2:6, 7:6 (7:5) durch. Für den zwei Jahre jüngeren Dietrich war es die erste Partie überhaupt auf der ATP Tour. Kym hatte letztes Jahr in Gstaad mit dem Viertelfinal ein persönliches Bestresultat aufgestellt.

Die beiden Schweizer lieferten den Fans in der voll besetzten Roy Emerson Arena einen packenden Kampf. Nach je einem frühen Break behielt der auf diesem Niveau erfahrenere Kym im Tiebreak des ersten Satzes klar die Oberhand. Im zweiten Durchgang wendete Dietrich das Blatt mit zwei Breaks zum 4:2 und 6:2.

Im Entscheidungssatz konnte Kym seine Chancen bei 2:2 nicht nutzen, Dietrich seine bei 4:3 ebenfalls nicht. Die logische Folge: ein weiteres Tiebreak. In diesem entschied ein einziges Minibreak - ein starker Return von Kym beim ersten Matchball - die Partie. "Das habe ich, so viel ich mich erinnern kann, noch nie erlebt, dass es in einem Tiebreak bis zum Schluss kein Minibreak gab", staunte der erleichterte Fricktaler.

Bei Dietrich überwog der Frust, in den entscheidenden Momenten nur wegen ein paar kleinen Fehlern den mit Abstand wertvollsten Sieg seiner Karriere verpasst zu haben. Aber er zeigte auch Genugtuung über das hohe Niveau. "Nun gilt es, dieses konstant abzurufen", ist sich der Zürcher, der aktuell noch an der Universität von Virginia studiert und spielt, bewusst.

Kym trifft nun am Mittwoch im TV-Match gegen 17.30 Uhr auf den Griechen Stefanos Tsitsipas (ATP 85), der gegen den als Nummer 5 gesetzten Peruaner Ignacio Buse (ATP 33) einen seiner besten Siege der letzten Monate feierte. Bekannt ist auch der Gegner von Dominic Stricker (ATP 360). Es ist der Kasache Alexander Schewtschenko, exakt die Nummer 100 der Welt.

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