Ein Test mit vier Herausforderungen
Das Schweizer Nationalteam bestreitet am Samstag die WM-Hauptprobe. Das Spiel gegen Australien stellt den Spielern von Trainer Murat Yakin vorab vier Herausforderungen.
Die Partie beginnt um 12.00 Uhr Ortszeit in San Diego, Kalifornien, also um 21.00 Uhr Schweizer Zeit. Warum diese ungewöhnliche Anspielzeit? Die Schweiz bestreitet alle drei Gruppenspiele an der WM zur gleichen Zeit. Für die Schweizer Fans, die die Spiele ab 21.00 Uhr im Fernsehen verfolgen, ist das praktisch, für die Spieler hingegen weniger, da sie eher an Nachmittags- oder Abendspiele gewöhnt sind.
"Die grösste Umstellung ist, dass wir wahrscheinlich schon um halb neun Uhr Nudeln oder Reis essen werden", sagt Verteidiger Nico Elvedi, der von diesem üppigen Frühstück nicht gerade begeistert ist. "Es wird definitiv ungewöhnlich sein. Aber wir sollten uns schnell daran gewöhnen." Aus diesem Grund hat Murat Yakin auch die Trainingseinheiten entsprechend angesetzt. In der Schweizer Delegation unternehmen sie alles, um sicherzustellen, dass die Spieler bereit sind für den WM-Auftakt gegen Katar am Samstag in einer Woche.
Mit welcher Abwehrlinie wird die Schweiz am Samstag, 13. Juni, im Stadion der San Francisco 49ers, dem Austragungsort der letztjährigen Super Bowl, gegen Katar antreten? Das Quartett mit Silvan Widmer, Manuel Akanji, Elvedi und Ricardo Rodriguez galt nach einer erfolgreichen Qualifikation als favorisierte Variante, doch seit Jahresbeginn nahm Yakin einige Veränderungen vor.
Beim 4:1-Sieg gegen Jordanien am letzten Sonntag in St. Gallen spielte Denis Zakaria in einer Dreierkette neben Elvedi und Akanji. Alle drei spielen auf Vereinsebene regelmässig in einem solchen System, und ihre Zusammenarbeit funktionierte am vergangenen Sonntag sehr gut. Yakin hat wiederholt betont, dass er sich eine vielseitige Mannschaft wünscht, die sich an den jeweiligen Gegner anpassen kann. Doch auch die Startformation ist wichtig. Sollte der Trainer am Samstag erneut auf eine Dreierkette setzen, wäre dies ein deutliches Indiz für seine Absichten bei dieser Weltmeisterschaft.
Die gute Nachricht kam am Donnerstagabend. Breel Embolo hat endlich die Erlaubnis erhalten, in die USA zu reisen. Der Stürmer bekam nach zweieinhalb Tagen Wartezeit sein Visum und traf am späten Freitagabend in Kalifornien ein. Obwohl er zum Kader gehören wird, ist es schwer vorstellbar, dass er am Samstag im Stadion des San Diego FC, dem lokalen MLS-Team, zum Einsatz kommt.
Der Beitrag des treffsicheren Schweizer Stürmers (neun Tore in seinen letzten zwölf Länderspielen) beschränkt sich jedoch nicht nur auf seine Torgefährlichkeit. "Breel ist sehr wichtig für uns. Er ist ein sehr fröhlicher Mensch, der immer für gute Stimmung sorgt", sagt Torhüter Gregor Kobel. Zeki Amdouni und Cedric Itten sind die aussichtsreichsten Kandidaten für seine vorübergehende Vertretung. Auch Noah Okafor könnte eine zweite Chance im Sturmzentrum erhalten.
Nach dem Spiel gegen Jordanien, einem Gegner stärkemässig vergleichbar mit Katar, trifft die Schweiz nun auf Australien. Die "Socceroos", Stammgäste bei Weltmeisterschaften, erreichten 2022 die Achtelfinals, in denen sie am nachmaligen Weltmeister Argentinien mit 1:2 scheiterten.
Die Australier, die in der Gruppe D auf die Türkei, die USA und Paraguay treffen, scheinen ein ähnliches Niveau wie Kanada zu haben, der dritte Gegner der Schweiz an der WM. Jenes Spiel findet am Mittwoch, 24. Juni, in Vancouver statt. Das Team, trainiert vom ehemaligen Nationalspieler Tony Popovic, spielt jedoch defensiver.
"Ein Sieg wäre ideal. Aber am wichtigsten ist, sich an das Klima zu gewöhnen", betont Elvedi. Am Samstag soll es in Südkalifornien, wo die Schweiz sieben Tage vor dem grossen Turnier Schwung holen will, gemäss Prognose mild und bewölkt sein.