Embolos Geduldsprobe nach Besuch auf US-Botschaft
Der Fall um Breel Embolo wird zur Geduldsprobe. Nachdem dem Nati-Stürmer die Einreise in die USA verweigert wird, muss er bei der US-Botschaft wegen seines Strafregistereintrags vorsprechen.
Laut einer Mitteilung des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) musste Embolo am Mittwochvormittag bei der US-Botschaft in Bern einen Visumsantrag stellen. Ob und zu welchem Zeitpunkt er die benötigte Einreisebewilligung für das WM-Gastgeberland erhält, ist weiter offen.
Der SFV zeigt sich jedoch optimistisch: "Die Botschaft hat uns mitgeteilt, dass der Antrag mit Priorität behandelt wird. Nun warten sowohl Breel als auch wir auf die Genehmigung, damit er schnellstmöglich nach San Diego reisen und zum Team stossen kann."
Embolo hatte am Dienstag nicht wie geplant mit dem Schweizer Team den Flug nach Los Angeles antreten können, weil seine elektronische Einreisegenehmigung für die USA (ESTA) erneut überprüft wurde, nachdem sie zunächst bereits bewilligt worden war. Grund dafür ist seine Verurteilung wegen Drohungen nach einer nächtlichen Auseinandersetzung im Jahr 2018.
Das Urteil, das im September 2025 ausgesprochen wurde, wurde im April rechtskräftig, nachdem Embolo auf einen Rekurs verzichtet hatte. Es handelte sich um eine bedingte Busse. Embolo selbst war davon ausgegangen, dass der Fall nun abgeschlossen sei.
Im Juni 2025 hatte der Stürmer von Stade Rennes die USA-Tour der Nationalmannschaft noch problemlos bestreiten können; damals war sein ESTA noch gültig. Dieses Formular enthält jedoch eine Frage zum Strafregister. "Die US-Behörden fragen, ob jemand wegen eines Delikts verurteilt oder verhaftet wurde, das schwere Schäden an Personen oder Gegenständen verursacht hat", erklärte SFV-Kommunikationschef Adrian Arnold am Mittwoch an einer Medienkonferenz in San Diego. "In Embolos Fall lautete die Antwort ‘nein’, da es sich um verbale Drohungen handelte."
Laut Arnold würden die Spieler die Formulare jeweils gemeinsam mit dem Verband ausfüllen. Man habe entschieden, kein neues Formular einzureichen, obwohl zwischenzeitlich eine Verurteilung erfolgt sei.
Kurz vor der Abreise in die USA verlangten die US-Behörden jedoch zusätzliche Informationen und verweigerten Embolo vorübergehend die Einreise. Embolo musste deshalb kurzfristig in die US-Botschaft in Bern reisen, um ein Visum zu beantragen.
"Die Behörden wollten wissen, ob es körperliche Gewalt gab oder nur verbale Drohungen. Er konnte das schnell und glaubwürdig beantworten, was auch durch die Gerichtsdokumente bestätigt wird", so Arnold.
Der Prozess sei "kurz und angenehm" verlaufen, das Visum jedoch noch nicht ausgestellt. Embolo zeigte sich optimistisch, während er in Zürich auf den Entscheid wartete und sich mit einem vom SFV bereitgestellten Trainingsprogramm fit hielt.
Am Mittwochabend war also noch unklar, wann der Topstürmer zu seinen Teamkollegen ins WM-Basecamp in San Diego stossen kann. Sicher ist, dass er die ersten Trainingseinheiten mit dem Schweizer Team verpassen wird. Am Samstag (21.00 Uhr Schweizer Zeit) steht zudem ein letztes Testspiel gegen Australien an.
Welchen Wert Embolo für die Mannschaft von Murat Yakin hat, hat er zuletzt eindrücklich unter Beweis gestellt. In den letzten zwölf Länderspielen erzielte er neun Tore.