Kanada will mit erstem WM-Sieg Euphorie entfachen
Der Co-Gastgeber Kanada hat noch nie ein WM-Spiel gewonnen. Am Freitag (21.00 Uhr Schweizer Zeit) in Toronto soll sich dies in der Schweizer Gruppe B gegen Bosnien-Herzegowina ändern.
Bei zwei WM-Teilnahmen - 1986 in Mexiko und vor vier Jahren in Katar - blieb Kanada in insgesamt sechs Spielen ohne einen Punkt. Nun, bei der Heim-WM, soll alles anders werden. Erstmals gehen die Kanadier als Favorit in ein WM-Spiel.
Beim letzten grossen Turnier überzeugte das Team des amerikanischen Trainers Jesse Marsch. An der Copa America 2024 scheiterten die "Ahornblätter" erst im Halbfinal an Weltmeister Argentinien und verpassten die Bronzemedaille gegen Uruguay im Penaltyschiessen. Die Vorzeichen sind für die Nummer 30 des FIFA-Rankings aber nicht nur rosig.
Der unbestrittene Starspieler Alphonso Davies von Bayern München schlug sich in dieser Saison mit verschiedenen Verletzungen herum. Sein im Eröffnungsspiel ist äusserst fraglich. Auch der Rekordtorschütze Jonathan David hatte bei Juventus ein schwieriges Jahr. Helfen soll das Heimpublikum, um im Eishockeyland eine Fussballeuphorie zu entfachen.
Verhindern will dies ein bosnisches Team der Extreme. Im Angriff stehen Trainer Sergej Barbarez die Jungtalente Esmir Bajraktarevic (21) von PSV Eindhoven und Kerim Alajbegovic (18) von RB Salzburg zur Verfügung, angeführt werden sollen sie vom unverwüstlichen Edin Dzeko (40), der eben mit Schalke wieder in die Bundesliga aufgestiegen ist.
Bosnien ist nur die Nummer 64 des Weltrangliste, doch zeigte das Team vom Balkan in den Playoffs Widerstandsfähigkeit und Kampfkraft mit Siegen gegen Wales und vor allem Italien, beide Male im Penaltyschiessen. Bei der ersten WM 2014 in Brasilien gelang zwar ein Sieg gegen den Iran (3:1), hinter Argentinien und Nigeria scheiterte man aber dennoch in der Gruppenphase. Nun heisst das Ziel Achtelfinals.
Die Partie könnte wegweisend sein im Kampf um den 2. Platz hinter dem Gruppenfavoriten Schweiz. Für Kanada wäre zwar auch der Gruppensieg verlockend, weil man dann einen Sechzehntelfinal zuhause austragen könnte, erst einmal geht es aber um den ersten WM-Sieg überhaupt.