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Magnins Rückkehr: viel Druck, ein Punkt und neue Zuversicht

Keystonr

Ludovic Magnin kehrt mit einem 1:1 bei GC zu Lausanne-Sport zurück. Die Waadtländer dominieren das Duell, kommen aber erst spät zum Ausgleich. Es ist Lausannes erster Punkt seit über zwei Monaten.

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Ludovic Magnin treibt seine Spieler an © KEYSTONE/GAETAN BALLY

Nach dem Schlusspfiff beugt sich Ludovic Magnin nach vorn, blickt enttäuscht zu Boden und schüttelt leicht den Kopf. Die Bilanz des Abends hätte aus seiner Sicht anders aussehen müssen. 24:10 Schüsse verzeichnete Lausanne gegen die Grasshoppers. In der zweiten Halbzeit kamen die Zürcher kaum je in die gegnerische Hälfte. "Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung. Wir haben von der ersten Minute an das Spiel gemacht und waren klar die bessere Mannschaft", sagte Magnin. Und doch: "Es ist extrem frustrierend, wenn du so dominierst und am Ende doch nicht drei Punkte holst. Wir haben 1:1 verloren."

Wer diese Sätze hört, merkt, dass die erfrischenden, offenen Interviews des 47-Jährigen in den letzten Monaten in der Super League gefehlt haben. An der Seitenlinie lebte Magnin mit, wie man es von ihm kennt. Er trieb seine Mannschaft fast ununterbrochen an, verwarf die Hände und diskutierte nach strittigen Entscheiden lautstark mit dem Schiedsrichtergespann. In der 29. Minute brachte Kenzo Goudmijn GC in Führung. Vorausgegangen war ein Schuss von Samuel Krasniqi, der laut Magnin "eigentlich total misslungen" war. "Aber dann wird er zur Vorlage für das 0:1. Solche Dinge passieren, wenn du eh schon unten stehst." Am Tabellenende müsse man sich alles zehnmal mehr erarbeiten.

Viel Zeit hatte Magnin seit seiner Rückkehr nicht. Nur drei Tage blieben ihm für die Vorbereitung. Trotzdem stellte er das Spielsystem komplett um und installierte sein präferiertes 4-3-3. "Insofern bin ich extrem stolz, wie die Mannschaft gespielt hat." Auch bei den Spielern war der Wille zur Wende spürbar. Nach dem Spiel gegen Thun in der Vorwoche, als die Lausanner in der Schlussphase eine 4:1-Führung auf haarsträubende Art und Weise verspielt und die Partie mit 4:5 verloren hatten, habe man eine Reaktion zeigen wollen, sagte Olivier Custodio. Die Mannschaft habe auch die Verantwortung für die Entlassung von Luka Elsner übernommen. "Wir waren heute die bessere Mannschaft und hätten die drei Punkte verdient", meinte der Captain. In keinem Spiel bisher habe Lausanne so viele Aktionen im Strafraum gehabt, man sei von der ersten bis zur letzten Minute angerannt. "Wir haben mehr gemacht als GC, aber das ist noch nicht genug."

Dass Magnin nach seinem Abstecher zum FC Basel nun zurück in Lausanne ist, begründet Sportchef Stéphane Henchoz mit dessen Vergangenheit im Verein. Magnin sei ein Erfolgstrainer, habe Lausanne zum Aufstieg und auf die europäische Bühne geführt. "Er kennt das Umfeld und weiss, wie die Leute hier ticken." Obwohl Magnin neun Monate ohne Job gewesen sei, habe er jeden Sonntag Spiele geschaut. "Er konnte sofort hierherkommen und mit der Arbeit anfangen." Was die Verantwortlichen mit ihm bekommen, war laut Magnin klar: "Sie wussten, wenn sie mich zurückholen, dass ich nicht ein Trainer bin, der den Bus parkieren möchte, sondern dass ich mutig und offensiv spielen lasse." Diese Philosophie scheint Magnin erstaunlich schnell zurück in seine Mannschaft gebracht zu haben.

In der Tabelle bleibt Lausanne Letzter. Der Rückstand auf GC beträgt weiterhin vier Punkte, jener auf Vaduz drei. Und doch werden die Lausanner Fans das Stadion mit einem besseren Gefühl verlassen haben als noch in der Vorwoche, als nach dem Kollaps gegen Thun die negativen Emotionen hochkochten. Die Zürcher warten derweil unter Olaf Janssen auf den ersten Sieg in der Liga. Am 22. November kommt es für Lausanne zum Direktduell mit Vaduz.

Bis dahin will Magnin die Nationalmannschaftspause nutzen, um am Spielsystem zu feilen. "Dieser Auftritt macht uns Mut. Es war viel mehr gut als schlecht heute. Aber trotzdem werde ich viel zu tun haben." An seiner Linie lässt er keinen Zweifel: "Wir werden nicht alle Spiele gewinnen, wir werden Fehler machen und Rückschläge erleben. Aber ich bin überzeugt, dass wir, wenn wir so auftreten wie heute, schon bald nicht mehr Letzte sein werden."

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