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Neo-Sportdirektor Schwegler: Aus der 2. Reihe direkt in den Abstiegskampf

Patrick

Seit dem 9. Dezember ist er der neue Verantwortliche für die erste Mannschaft des VfL Wolfsburg: Pirmin Schwegler, 38 Jahre alter Luzerner mit langjähriger Bundesligaerfahrung als Spieler und Funktionär. Für den ehemaligen Mittelfeldakteur ist die Aufgabe beim aktuellen Tabellen-14. die erste dieser Art und beginn erst einmal im Abstiegskampf. Klar ist: Mit Schwegler soll es beim Meister von 2009 endlich wieder aufwärts gehen.

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Soll in Wolfsburg wieder vermehrt für gute Laune sorgen: Neo-Sportdirektor Pirmin Schwegler. © IMAGO / regios24

Vom Spielgestalter zum Architekten

Kein Frage: In Sachen Bundesliga macht Pirmin Schwegler so schnell keiner etwas vor. 262 Mal lief der defensive Mittefeldstratege in der höchsten deutschen Spielklasse auf, trug dabei die Trikots von Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt, der TSG Hoffenheim und Hannover 96. Und auch nach seiner Spielerkarriere, die Schwegler 2020 in Australien beendete, führte ihn sein Weg rasch wieder in den grossen Kanton zurück. Noch im selben Jahr lancierte der 14-fache Schweizer Nationalspieler seine Funktionärskarriere als Scout beim grossen FC Bayern München, ehe er im Januar 2023 als Leiter Profifussball bei der TSG Hoffenheim anheuerte. Via Eintracht Frankfurt (ab Sommer 2025) wechselt Schwegler nun mit der klaren Absicht nach Niedersachsen, sich nach fünf Lehrjahren auch an vorderster Front zu beweisen. Bei den seit 2021 dem Erfolg hinterher laufenden Wölfen, bei denen seit letztem Sommer auch Diego Benaglio Teil des Aufsichtsrats ist, steht er in der Verantwortung, den von VW grosszügig alimentierten Kader so um- und aufzubauen, dass die Wölfe möglichst bald wieder um europäische Plätze mitmischen können.

 

Krisenklub im Dauer-Umbruch

Erst einmal muss in der Rückrunde aber eine andere Hürde erfolgreich genommen werden: der Klassenerhalt. Schwegler übernimmt in Wolfsburg nämlich einen Verein, der sich einmal mehr im selbstverschuldeten Umbruch befindet. Nach einer enttäuschenden Hinrunde trennte sich der VfL im November 2025 vom erst im Juli verpflichteten Trainer Paul Simonis, dem sechsten frühzeitig geschassten Übungsleiter seit der CL-Saison 2020/2021 (unter Oliver Glasner). Kurz darauf ging auch die Zeit von ex-Sportdirektor Sebastian Schindzielorz zu Ende. Der Hauptvorwurf: Eine völlig verpatzte Zusammenstellung des auf dem Papier noch immer siebtwertvollsten Bundesligakaders, dem seit September u.a. auch der ehemalige Tottenham-, Inter- und ManU-Star Christian Eriksen angehört. Schwegler erste Mission lautet deshalb: Den Kader behutsam zu korrigieren und gleichzeitig die Mission Ligaerhalt (der VfL startet als Tabellen-14. mit einem Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz in die Rückrunde) zu bewerkstelligen. Dabei mithelfen sollen u.a. die ersten Transfers des Schweizers, die beiden Verteidiger Saël Kumbedi (von Olympique Lyon) und Cleiton (von Flamengo).

 

Schon im Januar werden die Weichen gestellt

Das eher zurückhaltende Vorgehen Schweglers macht in Anbetracht der Umstände durchaus Sinn. Zum einen konnten sich die Wölfe zum Ende der Hinrunde unter dem neuen Cheftrainer Daniel Bauer (Vertrag bis 2027) stabilisieren (vier Spiele, sieben Punkte), zum anderen eignet sich die in diesem Jahr speziell kurze Winterpause nicht wirklich für einen substantiellen Umbau der Mannschaft. Denn: Nach dem Auftakt bei Bayern München am kommenden Sonntag, trifft der VfL Wolfsburg bis Ende Januar nacheinander auf die direkten Tabellennachbarn aus St. Pauli (Rang 16 mit 12 Punkten), Heidenheim (Rang 17 mit 11 Punkten), Mainz (Rang 18 mit 8 Punkten) und Köln (Rang 11 mit 16 Punkten). Vier Spiele also, in denen sich die Wölfe entweder bereits aller Sorgen entledigen oder noch viel tiefer in den Abstiegsstrudel geraten können. Aber auch im Erfolgsfall dürfte es dem neuen Schweizer Sportdirektor in Wolfsburg so schnell nicht langweilig werden. Abseits des Rasens sorgt nämlich die Vertragskonstellation von Geschäftsführer Sport und Schwegler-Chef Peter Christiansen für reichlich Gesprächsstoff. Das Arbeitspapier des nicht unumstrittenen Dänen endet im Sommer 2027 und somit drei Jahre früher, als dasjenige des frisch verpflichteten Schweglers…

 

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