skysport.ch
Sky Sport

Live-Sport ansehen auf

Sky Sport
News Motorsport

Russell setzt Ausrufezeichen und legt verbal nach

B9066B0E-7B3E-4AFC-B71A-2E797DC606C7

Russell dominierte das gesamte Wochenende in Baku. Während der Brite von der Pole zum Sieg fuhr, erlebte Antonelli sein bislang schwächstes Rennwochenende der Saison.

media_api_sky_de_73620236ab8329de755a
George Russell feiert den Sieg in Aserbaidschan mit seinen Mechanikern. © Imago

Russell dominierte das gesamte Wochenende in Baku. Während der Brite von der Pole zum Sieg fuhr, erlebte Antonelli sein bislang schwächstes Rennwochenende der Saison.

Was für ein perfektes Rennwochenende für George Russell in Aserbaidschan!

  • ZUM NACHLESEN: So lief der Aserbaidschan-GP
George Russell (Mercedes) mit seiner Siegertrophäe in Baku.
Image: George Russell (Mercedes) mit seiner Siegertrophäe in Baku.

Der Brite feierte seinen dritten Saisonerfolg in beeindruckender Art und Weise. Am Donnerstag dominierte Russell bereits beide Trainingssessions nach Belieben. Im Qualifying lag er mehr als acht Zehntelsekunden vor der Konkurrenz. Und am Rennsamstag führte er vom Start weg bis ins Ziel den Grand Prix an, zwischenzeitlich sogar mit mehr als zehn Sekunden Vorsprung. Nur durch die zwei Safety-Car-Phasen wurde es am Ende nochmal eng im Duell mit Max Verstappen.

"Zunächst einmal möchte ich meinem Team danken, das auch in schwierigen Zeiten immer an mich geglaubt hat. Deshalb bin ich sehr, sehr stolz auf dieses Wochenende. Die erste Rennhälfte hat sich ziemlich einfach angefühlt, dann kam das Safety-Car und später war Max die ganze Zeit hinter mir", analysierte der Mercedes-Pilot seine Performance. Russell erreichte zudem den ersten Grand Slam (Sieg, Pole, schnellste Runde, alle Runden geführt) seiner Karriere.

Russell hat seine Tiefphase überwunden

Mit seinem achten Karriere-Erfolg zog der 28-Jährige wieder mit Teamkollege Kimi Antonelli gleich und fuhr dabei zum 252. Sieg eines Mercedes-Motors in der Formel 1. Damit zog Mercedes im All-Time-Ranking an Ferrari (251) vorbei. Ganz nebenbei sammelte Russell auch die 8000. Führungsrunde für die Silberpfeile in der Motorsport-Königsklasse und bescherte seinem Team den ersten Baku-Sieg seit 2019.

"Ich denke, ich habe jetzt einfach mehr Erfahrung mit diesem neuen Fahrstil. Es lief immer besser und ich fühle mich im Auto wieder mehr wie ich selbst. Das ist grossartig", zeigte sich Russell begeistert und meinte mit Blick auf den Saisonendspurt: "Jetzt geht es zum Ende hin ans Eingemachte. Ich fokussiere mich einfach jedes Wochenende auf mich selbst. Was auch immer am Ende der Saison passiert: Ich werde zufrieden sein, denn es war eine wirklich schwierige Phase für mich und ich habe das Gefühl, dass ich da jetzt durch bin."

Russell hat WM noch nicht abgeschrieben

Russell reduzierte den Rückstand auf Antonelli in der Fahrer-WM erstmals seit sechs Rennen wieder. Der Abstand beträgt nun 66 Punkte. "Ich war vor der Sommerpause nicht im WM-Kampf. Dafür waren meine Leistungen einfach zu schlecht. Jetzt habe ich meinen Fahrstil angepasst, fühle mich deutlich wohler im Auto. Wenn das so weitergeht, bin ich sehr zuversichtlich. In der Formel 1 ändern sich die Dinge sehr schnell", gab sich der Baku-Sieger auf der Pressekonferenz angriffslustig. Mit Russell ist noch zu rechnen.

GEORGE RUSSELL 🇬🇧

  • Name: George William Russell
  • Geburtstag: 15. Februar 1998 (King's Lynn, England)
  • Team: Mercedes-AMG Petronas Formula One Team
  • Erstes F1-Rennen: GP von Australien (2019, 16.)
  • Erster F1-Sieg: GP von Brasilien (2022)
  • Titel: -
  • Vorherige Teams: Williams

"Er hat das Ganze fehlerfrei gemacht. Es war eine unglaubliche Leistung, vom ersten Training bis zur letzten Runde und den letzten Kurven. Wirklich, eine sehr starke Leistung", lobte Bradley Lord, stellvertretender Mercedes-Teamchef, bei Sky Sport seinen Schützling und meinte mit Blick auf das knappe Finish mit Verstappen: "George hätte es nicht verdient gehabt, diesen Sieg noch zu verlieren. Er war von der ersten Runde bis zur letzten dominant."

Antonelli betreibt Schadensbegrenzung

15 Punkte nahm Russell damit Antonelli ab, acht Rennwochenenden mit maximal 208 zu vergebenen Punkten stehen noch aus. Dass die WM-Tür wieder offen ist, lag auch an der unterdurchschnittlichen Vorstellung von Antonelli. Der Italiener crashte in Q1 am Freitag und ging daher nur von P16 ins Rennen. Anders als bei seiner furiosen Aufholjagd in Monza (Von P19 auf P1) tat sich der 20-Jährige auf dem Stadtkurs in Baku schwer und kam nur langsam nach vorne. Antonelli profitierte von den Safety-Car-Phasen und landete noch auf P5.

"Heute ist einfach so ein Tag, an dem man mit P5 zufrieden sein muss. Die Pace auf dem Medium war nicht wirklich stark. Am Ende lief es besser, aber auf dem Soft hatte ich dann einen grossen Schaden am Unterboden. Insgesamt war es einfach kein einfaches Rennen. Es war eines dieser Wochenenden, an denen ich immer einen Schritt hinterher war, nachdem ich Teile des ersten und zweiten Trainings verpasst hatte. Es war nicht gut", fasste Antonelli am Sky Sport Mikrofon zusammen.

Seine Leistung in Baku bezeichnete er als sein "definitiv schlechtestes Wochenende der Saison, was die Performance angeht. Ich war nicht wirklich da, nicht wirklich präsent". Antonelli fühlte sich im Auto nicht wohl und vermied Risiken. "Ich bin heute ein bisschen wie meine Grossmutter gefahren, einfach im Schadensbegrenzungsmodus", gab sich der WM-Führende selbstkritisch.

KIMI ANTONELLI 🇮🇹

  • Name: Andrea Kimi Antonelli
  • Geburtstag: 25. August 2006 (Bologna, Italien)
  • Team: Mercedes-AMG Petronas Formula One Team
  • Erstes F1-Rennen: GP von Australien (2025, 4.)
  • Erster F1-Sieg: GP von China (2026)
  • Titel: -
  • Vorherige Teams: -

Lord kündigt Mercedes-Update für Malaysia an

Lord sah eine deutliche Diskrepanz zwischen seinen beiden Piloten. "Kimi hatte nicht die gleiche Pace wie George, vielleicht fehlten ihm ein paar Zehntel. Aber er hat einfach das gemacht, was er machen konnte, und ist bis auf Platz fünf nach vorne gekommen", so der stellvertretende Mercedes-Teamchef, der seinem jungen Fahrer nach dem Fehler im Qualifying aber eine "grosse Reife" für seine Aufholjagd von P16 auf P5 attestierte.

Für das kommende Rennwochenende in Malaysia kündigte Lord ein grosses Mercedes-Update an: "Wir kommen mit einem ziemlich grossen Aeropaket. Das ist eine Aerostrecke, anspruchsvoll für das Auto, für die Fahrer und natürlich auch für die Reifen. Dazu ist es eine Art Heimrennen für uns, das Heimspiel unseres Titelsponsors Petronas. Es gibt viele Aktivitäten im Vorfeld und hoffentlich dann auch gute Ergebnisse auf der Strecke."

Sollten die neuen Teile besser zum Fahrstil von Russell passen und ihm einen Vorteil bringen, dürfen wir uns noch auf einen ganz heissen WM-Zweikampf freuen.

Bewerte den Artikel
0 Bewertungen
Ihre Stimme wird gezählt.

News-Feed

Lesen Sie auch

Mehr anzeigen

Live-Sport ansehen auf

Sky Sport
Copyright Sky Schweiz SA © 2001-2026. Erstellt von EWM.swiss