Schweizer verlieren Viertelfinal nach Ausfall von Malcotti
Die Schweizer Degenfechter scheiden im Team-Wettbewerb an den Weltmeisterschaften in Hongkong in den Viertelfinals aus. Gegen die Ukraine verlieren die Schweizer Favoriten mit 37:39.
Dabei schienen am Mittwoch die Voraussetzungen für eine Schweizer Medaille in Hongkong perfekt. Mit dem Walliser Lucas Malcotti wussten die Schweizer den Einzel-Weltmeister vom letzten Wochenende in ihren Reihen. Malcotti führte auch im Team-Bewerb die Schweizer mit herausragenden Leistungen in die Viertelfinals - verletzte sich aber im Achtelfinal im letzten Gefecht gegen den Chinesen Zhang Xinkun am Fuss. Gegen die Ukraine konnte Malcotti nicht mehr mittun.
Ohne Malcotti erwiesen sich die Ukrainer als besser. Zwar führten die Schweizer nach zwei von neun Gefechten mit 8:5. Danach gerieten sie aber mit 13:15 und 17:19 (nach dem sechsten Duell) in Rückstand. Der eingewechselte Sven Vineis und Alexis Bayard schafften nochmals den Ausgleich (23:23). Im wilden letzten Duell musste sich Ian Hauri aber Roman Switschkar mit 14:16 geschlagen geben.
Das Fehlen von Weltmeister Malcotti war spürbar. Gegen Österreich und China in den ersten zwei Runden knüpfte Malcotti dort an, wo er am Wochenende im Einzel aufgehört hatte. Er totalisierte eine Plus-16-Bilanz. Zum Vergleich: Die übrigen drei Schweizer kamen während des gesamten Turniers zusammen auf eine Plus-5-Bilanz.
Damit trat in Hongkong das ein, was nach der Weltcupsaison kaum jemand für möglich gehalten hätte. Die Schweizer gewannen mit dem Team im Weltcup drei von fünf Konkurrenzen (bei einem zusätzlichen 2. Platz). Nach dem Sieg am "Grand Prix de Berne" im Mai meinte Nationaltrainer Daniel Jerant, dass es "für mich schon eine herbe Enttäuschung wäre, wenn es an den Europa- und Weltmeisterschaften nicht zu Medaillen reichen würde".
Genau das ist nun - zumindest für das Team - eingetroffen. Beide Male stand die Ukraine im Weg. An den Europameisterschaften in Frankreich verloren die Schweizer mit Malcotti das Gefecht um Platz 3 gegen die Ukraine mit 31:44. In Hongkong waren die Ukrainer im Viertelfinal wieder zu stark. Zuvor im Weltcup feierten die Schweizer gegen die Ukraine nur Siege, zuletzt beim Sieg in Fujairah (Vereinigte Arabische Emirate) im Viertelfinal mit 40:32.
Bitter war das Schweizer (Team-)Scheitern auch, weil die stärksten Nationen wie Weltranglisten-Leader Frankreich (in den Achtelfinals gegen Russland), die Weltnummer 3 Italien (in den Achtelfinals gegen Israel) ) und die Weltnummer 4 Japan (in der Startrunde gegen Grossbritannien) alle schon vor den Schweizern ausgeschieden waren. Der Titel, oder zumindest die Medaille, schien in greifbarer Nähe.
Weil die Schweizer von den Top-Nationen am weitesten kamen, ist möglich, dass sie trotz der WM-Enttäuschung nach der WM die Führung in der Weltrangliste übernehmen. Und dank dem Einzeltitel von Malcotti dürfen die Weltmeisterschaften in Hongkong trotz der verpassten Team-Medaille als Erfolg abgebucht werden.