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Tudor ohne die Leader an der Tour de Romandie

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Das Schweizer Team Tudor Pro Cycling bestreitet die Tour de Romandie mit vier einheimischen Fahrern. Yannis Voisard und seine Teamkollegen wollen den durchzogenen Saisonstart vergessen machen.

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Morgan Lamoisson (rechts), der Sportdirektor der Equipe Tudor, erklärt die Ziele des Teams an der Tour de Romandie © KEYSTONE/CYRIL ZINGARO

Am Vorabend des Starts in Villars-sur-Glâne war die Stimmung im Team noch entspannt. Doch als es darum ging, die Ambitionen für die Westschweizer Rundfahrt zu formulieren, wurde die Miene von Sportdirektor Morgan Lamoisson ernst: "Wir hatten in letzter Zeit mit vielen Stürzen und anderen körperlichen Rückschlägen zu kämpfen. Für diese Austragung wollen wir in Ausreissergruppen präsent sein und den Erfolg des Vorjahres wiederholen, indem wir einen unserer Fahrer in die Top 10 bringen."

Die jüngsten Ergebnisse lassen keinen übertriebenen Optimismus zu. Die Ardennen-Klassiker gingen am Sonntag mit Lüttich-Bastogne-Lüttich zu Ende - ohne die Stars Matteo Trentin und Julian Alaphilippe sowie die Schweizer Leistungsträger Stefan Küng und Marc Hirschi.

Da die Aushängeschilder fehlen, macht das von Fabian Cancellara geführte Team bei dieser Tour de Romandie Platz für die Jüngeren. Der Jurassier Yannis Voisard, der zu Beginn des Jahres eine Etappe bei der AlUla-Tour in Saudi-Arabien gewann, ist bei seiner vierten Teilnahme an der Tour de Romandie hungrig. Nach einem Virus, der ihn bei der Baskenland-Rundfahrt zur Aufgabe zwang, fühlt er sich wieder fit.

"Wir wollen unbedingt auf einer Etappe glänzen. Es sind zwar nur fünfzehn Teams am Start, aber die Konkurrenz ist stark", sagte Lamoisson. Angesichts der Präsenz des slowenischen Überfliegers Tadej Pogacar werden die Gelegenheiten zwangsläufig seltener. "Dass er dabei ist, ändert unsere Taktik nicht direkt, denn es ist nicht unsere Aufgabe, die Gesamtwertung zu gewinnen", stellte der französische Stratege klar.

Im Gegensatz zu seinen Schweizer Teamkollegen Joel Suter und Roland Thalmann steht der Jurassier Robin Donzé zum ersten Mal am Start der Tour de Romandie. Seine Aufgabe wird es primär sein, Voisard zu unterstützen - oder mehr, falls sich die Chance bietet. "Wenn ich die Freiheit bekomme, in eine Fluchtgruppe zu gehen, kann ich hoffen, weit zu kommen", sagte Donzé, der sich vorstellen kann, am Samstag auf der Königsetappe von Broc nach Charmey früh anzugreifen.

Als designierter Co-Leader neben dem Deutschen Marco Brenner verhehlte Voisard nicht, dass die Equipe Tudor derzeit eine schwierige Phase durchmacht. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass das Fehlen unserer Stammkräfte keinen Einfluss auf die Moral hat. Aber jetzt wollen wir eine Reaktion zeigen", sagte der 27-Jährige.

Während sich Tudor darauf vorbereitet, Anfang Juli erstmals die Tour de France zu bestreiten, bietet sich auf den Strassen der Romandie die ideale Gelegenheit, neues Selbstvertrauen zu tanken.

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