Viel Gesprächsstoff vor dem Spiel gegen Nordmazedonien
An der Pressekonferenz in Skopje stehen drei Themen im Zentrum: der Fall Breel Embolo, die von Murat Yakin mitgebrachten Rasenhalme und das anstehende Debüt von Ardon Jashari.
Irgendwann wird es Murat Yakin zu viel: "Wir haben übrigens ein Spiel morgen", erinnert der Schweizer Nationaltrainer die Medienrunde, nachdem es in den ersten Fragen um die Meldung des Tages ging: Nach Granit Xhaka wird auch Breel Embolo dem Nationalteam fehlen. Das hat der Verband entschieden, weil am Freitag publik geworden ist, dass der Basler im letzten Jahr wegen Anstiftung zur Urkundenfälschung verurteilt wurde.
Adrian Arnold erklärte, der Verband habe erst am Mittwoch von der Verurteilung erfahren, als Embolo die Verantwortlichen informiert habe. Der Mediensprecher des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) hielt fest, man hätte sich gewünscht, früher davon zu erfahren, als Vertrauensbruch wollte er es aber nicht bezeichnen. So betonte Arnold auch, dass die getroffene Ausschlussmassnahme nur für den aktuellen Zusammenzug gelte.
Murat Yakin erklärte derweil, dass er in die Diskussionen involviert gewesen sei, es aber nicht sein Entscheid gewesen sei, den Stürmer vom aktuellen Aufgebot zu streichen. Für die beiden Spiele im November möchte der Trainer wieder auf Embolo setzen. "Ich rechne nach wie vor mit ihm", so Yakin. Von einer weiteren Nachnomination sieht er vorerst ab. Mit Winsley Boteli, Cedric Itten und Zeki Amdouni sei das Team im Sturmzentrum gut genug besetzt.
Vielleicht auch, um die Fragen auf ein anderes Thema zu lenken, hielt Yakin plötzlich Rasenhalme in die Höhe. Der Platz im Stadion Tose Proeski mache ihm Sorgen, sagte der 52-Jährige, und sprach von "sieben Zentimetern langen" Halmen. "Ich wäre froh, wenn das noch geschnitten wird", so Yakin. "So kann man nicht Fussball spielen."
Gleichzeitig hielt er fest, dass sein Team auch unabhängig vom Rasen seiner Favoritenrolle gerecht werden wolle. Es werde jedoch sicher keine einfache Aufgabe. "In solchen Auswärtsspielen, wenn die Fans gegen dich sind, beruhigt es immer, wenn du früh in Führung gehen kannst." Deshalb werde sein Team am Samstag von Beginn an aufs Tempo drücken.
In der Startaufstellung dürfte dabei Ardon Jashari stehen. Das ewige Talent, das mit den WM 2022 und 2026 sowie der EM 2024 schon an drei Grossturniere mitgenommen wurde, hat trotzdem erst elf Einsätze im Nationalteam auf dem Konto. Erst dreimal stand er dabei in der Startaufstellung, und nur einmal spielte er länger als eine Halbzeit. Am eingespielten Duo Xhaka/Freuler gab es schlicht kein Vorbeikommen.
Durch den Ausfall von Xhaka kommt nun seine Chance. Oder wie es Yakin formulierte: "Jetzt liegt es an Ardon." Der 24-Jährige verfüge über die Kapazität und die Fähigkeit, das Spiel aus dem Zentrum heraus zu gestalten.
Für Jashari ist es in doppelter Hinsicht eine spezielle Angelegenheit: Zum einen steht er als Xhaka-Ersatz unter besonderer Beobachtung, zum anderen findet das Spiel im Land seiner Eltern statt. "Es wird sehr emotional für mich", sagte Jashari. Von einem hohen Druck wollte er jedoch nichts wissen. "Ich muss niemandem etwas beweisen. Der Coach und die Mannschaft kennen mich." Er wolle einfach sein Spiel durchziehen und der Mannschaft so bestmöglich helfen.
Nordmazedonien - Schweiz
Samstag, 20.45 Uhr. - Skopje. - SR Schlager (GER).
Nordmazedonien: Dimitrievski; Musliu, Stojcevski, Zajkov; Ilievski, Atanasov, Elezi, Alioski; Elmas, Bhardi; Omeragic.
Schweiz: Kobel; Athekame, Elvedi, Akanji, Rodriguez; Jashari, Freuler; Sow, Manzambi, Ndoye; Boteli.