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Wer findet den Weg aus der Sackgasse?

Andy

41 Schweizer stehen aktuell in den europäischen Top-5-Ligen unter Vertrag. Aber nicht alle spielen bei ihren Arbeitgebern eine gewichtige Rolle, so dass beim einen oder anderen Spieler in den nächsten Tagen und Wochen eine Luftveränderung anstehen könnte.

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Zu wenig Spielpraxis und zu gut für die Bank: Leonidas Stergiou könnte den VfB Stuttgart noch im Winter auf Leihbasis verlassen. © IMAGO / STEINSIEK.CH

In den grossen europäischen Ligen hat das Winter-Transferfenster 2026 bereits geöffnet und endet erst am 2. Februar (Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien) oder 3. Februar (Premier League) wieder, während in der Schweiz der Spielerbasar am 15. Januar öffnet und am 16. Februar wieder schliesst. Klar ist schon jetzt, dass auch Schweizer Spieler in diese teils hektischen Aktivitäten involviert sein werden.

Bundesliga

15 Schweizer Spieler stehen aktuell in der Bundesliga unter Vertrag. Darunter gestandene Akteure wie Gregor Kobel (Dortmund) oder Nico Elvedi (Mönchengladbach), die bei ihren Klubs absolute Leistungsträger sind. Oder Johan Manzambi, der Shootingstar des SC Freiburg, dessen Marktwert zuletzt auf 30 Millionen Euro gestiegen ist. Längst haben namhafte Klubs wie beispielsweise Napoli und Leverkusen ein Auge auf den Mittelfeldspieler geworfen, aber auch von Interesse von Paris Saint-Germain wird gemunkelt. Der 20-jährige Genfer hat jedoch bei Freiburg einen Vertrag bis 2030 und ist wohl gut damit beraten, zumindest die Rückrunde im Breisgau zu bleiben. Wenn er danach auch an der WM überzeugt, werden garantiert weitere lukrative Angebote reinflattern.

Manzambi selber geht die neue Situation und seinen persönlichen Gipfelsturm mit einer grossen Portion Demut an. Kürzlich erklärte er in einem Interview: «Es geht alles wahnsinnig schnell! Ich bin zwar keiner, der allzu viel nachdenkt über solche Dinge, aber natürlich merke ich, dass das in hohem Tempo passiert. Ich bleibe mit den Füssen am Boden. Ich weiss, was ich jeden Tag machen muss, damit es so weitergeht. Ich muss noch viel arbeiten.» Und: «Natürlich macht es mich glücklich, zu hören und zu lesen, was alles über mich geschrieben wird. Weil das zeigt, dass ich es gut mache.»

Mit Bruno Ogbus (20), der in der Verteidigung zentral oder rechts einsetzbar ist, steht bei Freiburg ein zweiter Schweizer mit Perspektiven unter Vertrag. Er debütierte im August 2024 in der Bundesliga, schnupperte bei den Profis – und zog sich im Dezember 2024 einen Achillessehnenriss zu, der ihn zu einer langen Pause zwang. In der laufenden Saison war er schon ein paar Mal im Aufgebot der Profis, wurde aber noch in keinem Pflichtspiel eingesetzt, sammelte stattdessen in der Regionalliga Spielpraxis. Beim ehemaligen GC-Junior geht es nun darum, Schritt für Schritt den Anschluss wieder zu schaffen. Cheftrainer Julian Schuster lobte den Schweizer Anfang Dezember folgendermassen: «Es ist sehr, sehr erfreulich, wie Bruno die Situation annimmt nach der langen Verletzung. Er ist jetzt wieder in einem guten Rhythmus über die vielen Spiele in der U23 und die Einsätze mit der U21 der Schweiz.» Körperlich habe sich Ogbus «absolut wieder auf ein Niveau gebracht», mit dem der Trainer «sehr zufrieden» sei. Dennoch scheint bei Ogbus eine halbjährige Ausleihe nicht ausgeschlossen zu sein.

Aber die Situation ist längst nicht bei allen Schweizern in der Bundesliga so rosig wie bei den beiden Freiburgern. Leonidas Stergiou ist nach einer langen, verletzungsbedingen Zwangspause beim VfB Stuttgart in dieser Saison noch nicht zum Einsatz gekommen. Ein angedachtes Leihgeschäft mit Heidenheim platzte vor der Weihnachtspause zumindest vorläufig, weil die Stuttgarter in der Defensive viele Verletzte zu beklagen hatten. Doch es scheint sehr gut möglich, dass der frühere St. Galler im Januar-Transferfenster doch noch zu einer Luftveränderung kommt. «Leo hat schon richtig gutes Bundesliga-Niveau gespielt und bei uns gezeigt, dass er das kann. Es kann auf Dauer nicht sein, dass er nicht auf dem Platz steht», sagte VfB-Trainer Sebastian Hoeness kürzlich. «Fakt ist, dass Leo viel zu wenig auf dem Platz steht», so Hoeness, eine Entscheidung über das weitere Vorgehen werde gemeinsam getroffen werden.

Hefti vom HSV-Offside zurück in die Schweiz?

Wie Stergiou und Ogbus stehen auch Jonas Omlin und Silvan Hefti in dieser Saison noch ohne Spielminute in der Bundesliga da. Goalie Omlin verlor seinen Stammplatz bei Gladbach in der letzten Saison und liegt auch aktuell in der Hierarchie hinter Moritz Nicolas. Der bald 32-Jährige Luzerner, dessen Vertrag bis 2027 läuft, wurde in der Vergangenheit immer wieder mit einem Wechsel in Verbindung gebracht und dürfte auch in den kommenden Wochen für Spekulationen sorgen. Denn auf Dauer wird er sich nicht mit der Reservistenrolle zufrieden geben. Dagegen endgültig in der Sackgasse ist Silvan Hefti beim Hamburger SV gelandet. Im Sommer 2024 wechselte der St. Galler von Genua nach Deutschland, kam in der Aufstiegssaison zu 19 Einsätzen – und wurde mittlerweile aussortiert. Für den 28-Jährigen, dessen Vertrag in Hamburg bis 2028 läuft, ist ein Transfer Pflicht, um seine Karriere zu retten. Gut möglich, dass er auf Leihbasis in die Schweiz zurückkehrt.

Die Verteidiger Aurèle Amenda und Cédric Zesiger sind bei der Eintracht Frankfurt respektive beim FC Augsburg aktuell nur Teilzeitarbeiter und lechzen nach mehr Spielminuten. Zesiger kam vor einem Jahr leihweise von Wolfsburg nach Augsburg, wurde im vergangenen Sommer für vier Millionen Euro fix übernommen und ist nun gefordert, um einen Stammplatz zu erobern. Amenda wird bei der Eintracht Frankfurt von Trainer Dino Toppmöller zwar regelmässig gelobt – und sitzt dann doch vorwiegend auf der Bank. Der 22-jährige Innenverteidiger ist für seine Entwicklung zwingend auf Spielpraxis angewiesen. Wenn nicht in Frankfurt, dann anderswo. Interessenten gibt es gerüchtehalber immer wieder, zuletzt wurden Nizza und der FC Turin gehandelt.

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Ist Fabian Schär reif für den Abgang von der Insel?

Premier League

Fünf Schweizer verdienen aktuell ihre Brötchen in der englischen Beletage, am ehesten stehen bei Fabian Schär die Zeichen auf Abschied. Der Vertrag des 34-Jährigen läuft bei Newcastle im Sommer aus, was für einen Wechsel spricht, zumal immer wieder von Interesse aus der Bundesliga gemunkelt wird. Allerdings hat sich der Innenverteidiger nach einer schwierigen Phase wieder im Team festgebissen und dürfte so für viele Klubs interessant sein. Wohl auch für den FC Basel – aber auch eine Verlängerung des Ostschweizers in Newcastle ist nicht ausgeschlossen. Transfergerüchte ranken sich immer wieder auch um Granit Xhaka, der mit Sunderland die Liga aufmischt. Ein Wechsel des Nati-Captain scheint allerdings wenig wahrscheinlich, vielmehr dürfte so seine Vermögensbildung weiter an Fahrt aufnehmen.

Ligue 1

In der höchsten französischen Liga sind aktuell sechs Schweizer engagiert – und bei zwei von ihnen könnte sich ein Transfer aufdrängen. Goalie Philipp Köhn ist bei der AS Monaco hinter Lukas Hradecky nur die Nummer 2 und wird sich im Fürstentum nicht auf seinem Vertrag bis 2028 ausruhen; eine Luftveränderung würde für den 27-Jährigen durchaus Sinn machen. Und Ulisses Garcia ist bei Marseille oftmals nicht einmal mehr Ersatzspieler, sondern sitzt lediglich auf der Tribüne. Unter Trainer Roberto de Zerbi hat er keine Zukunft, ein Abgang wäre für alle die beste Option. Weshalb nicht zurück zu YB?

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Ardon Jashari ist bei der AC Milan nach einem schwierigen Start gefordert.

Serie A

Stattliche zehn Schweizer spielen in der Serie A, ein Transfer ist bei keinem von ihnen nötig. Gespannt sein darf man, wie sich Ardon Jashari nach seinem schwierigen Start bei der AC Milan entwickelt. Nach seinem Wadenbeinbruch kam er in der Meisterschaft erst zu 20 Spielminuten, drückte stattdessen vornehmlich die Bank, befindet sich im Schatten von Routinier Luka Modric. «Er hatte Pech mit Verletzungen. Aber Ardon ist unbestritten: Er ist wirklich stark und wird eine grossartige Karriere haben. Die Nähe zu Modric wird ihm helfen, sich weiterzuentwickeln», erklärte kürzlich der Schweizer Ex-Internationale Philippe Senderos gegenüber «Tuttosport». «Meiner Meinung nach können sie problemlos zusammen spielen. Jashari ist Linksfuss und kann als zentraler Mittelfeldspieler neben Modric sehr gut agieren: Ardian ist jung und schnell, in Zukunft wird er ein grossartiger Spielmacher werden.»

La Liga

In Spanien kicken momentan fünf Schweizer. Djibril Sow und der aktuell verletzte Ruben Vargas gehören beim FC Sevilla zum Stamm, Ricardo Rodriguez ist bei Stadtrivale Betis eine feste Grösse. Filip Ugrinic hatte nach seinem Wechsel von den Young Boys zum FC Valencia vor allen auch verletzungsbedingt (Knie) Anlaufschwierigkeiten, kämpfte sich dann aber ins Team und musste am Samstag bei der 1:4-Niederlage gegen Celta Vigo krank passen. Eray Cömert kam in dieser Saison erst zu drei Teileinsätzen und 116 Spielminuten und leidet aktuell an einer Verletzung der Bauchmuskulatur. Sein Vertrag läuft bei Valencia nur noch bis im kommenden Sommer – er dürfte wohl so schnell wie möglich einen neuen Arbeitgeber suchen.

 

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