Werro nach Sturz und bangen Minuten des Wartens doch im EM-Final
Audrey Werro hat an der EM in Birmingham Glück im Unglück. Die Gold-Kandidatin stürzt im Halbfinal über 800 m. Dennoch darf die Freiburgerin am Freitag im Final teilnehmen.
Der erste Halbfinal über 800 m an der EM in Birmingham nimmt für Audrey Werro trotz Drama ein glückliches Ende. Die Gold-Kandidatin stürzt in der letzten Kurve vor der Zielgeraden als Führende. Im Final ist sie trotzdem startberechtigt.
Werro blieb nach der harten Landung auf der Bahn längere Zeit liegen, lief das Rennen aber noch fertig. Dass sie die letzten 100 Meter trotz des Pechs hinter sich brachte, war wichtig. Denn damit erfüllte sie die Vorgabe, um doch noch im Final starten zu dürfen.
Und das darf Werro in der Tat. Die Zuständigen von Swiss Athletics legten innert der zugestandenen Frist von 30 Minuten Protest ein - und erhielten Recht. Die 22-jährige Romande wird am Freitag im Kampf um die Medaillen dabei sein.
Werro ist eine von gleich drei Schweizerinnen im Final über die zwei Bahnrunden. Veronica Vancardo, Kantonskollegin von Werro und mittlerweile die drittschnellste Schweizerin über diese Distanz, schaffte den Vorstoss dank Rang 3 im ersten Halbfinal. Die Aargauerin Valentina Rosamilia sicherte sich ihren Platz im Final-Feld über die gelaufene Zeit. Mit 1:58,16 gelang ihr eine persönliche Bestleistung, die zu Platz 4 im zweiten Halbfinal reichte.
Schnellste in dieser zweiten Abteilung und auch aller Starterinnen war Olympiasiegerin Keely Hodgkinson aus Grossbritannien vor der Niederländerin Femke Broeders-Bol.
Felix Svensson blieb in den Vorläufen über 200 m ohne Chance. Der gebürtige Schwede musste sich in der dritten und letzten Serie mit Rang 6 bescheiden, was in der Wertung aller Läufer in dieser Vorausscheidung lediglich zu Platz 22 reichte. Svensson brachte die halbe Bahnrunde in der bescheidenen Zeit von 21,33 Sekunden hinter sich, was auch einem massiven Gegenwind von 3,4 Metern auf der Zielgeraden geschuldet war.
In den Halbfinals vertreten Titelverteidiger Timothé Mumenthaler und Williams Reais, der Dritte der EM vor zwei Jahren in Rom, die Schweizer Farben. Das Duo hatte seinen Platz in dieser zweiten Runde zum vornherein auf sicher.
Ebenfalls schon nach der Vorrunde ist die EM für zwei Schweizer Steeple-Läufer vorbei. Aarno Liebl und Camilo Irarragorri blieben im Kampf um einen Platz im Final nur Nebenrollen.