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Zweite Titelchance für Kimi Antonelli

Keystonr

Sofern nichts Aussergewöhnliches passiert, dürfte sich Kimi Antonelli am Sonntag im Mercedes im stimmungsvollen Autodromo Hermanos Rodriguez von Mexiko-City erstmals zum Formel-1-Weltmeister küren.

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Möchte auch in Mexiko wieder die Fäuste ballen, im besten Fall als Weltmeister: Kimi Antonelli © KEYSTONE/AP/Eric Gay

Am vergangenen Sonntag reichte es Antonelli in Austin trotz seines neunten Saisonsiegs noch nicht zum WM-Titel. Doch weil die Konkurrenz erneut schwächelte, benötigt der 20-jährige Italiener im fünftletzten Grand Prix der Saison nur noch zwei Punkte, um sich zum jüngsten Formel-1-Weltmeister der Geschichte zu krönen. Das Rennen fällt in die Zeit der Feierlichkeiten zum "Día de los Muertos", an dem in Mexiko mit grossen Festen und farbenfrohen Dekorationen der Verstorbenen gedacht wird.

Antonelli reicht am Sonntag bereits ein 9. Platz. Sofern weder Teamkollege George Russell im Mercedes noch Lewis Hamilton im Ferrari gewinnen, reicht ihm selbst ein schlechteres Ergebnis oder ein Ausfall zum Triumph. Die beiden Engländer sind seine letzten verbliebenen Rivalen im Kampf um den WM-Titel.

Viel spricht deshalb dafür, dass Antonelli den Titel bereits am Sonntag perfekt macht. Gemessen an ihrer jüngsten Form gelten weder Russell noch Hamilton als Favoriten auf den Sieg.

Der siebenfache Champion Hamilton gewann in dieser Saison bislang nur einmal, im Juni in Barcelona. Russell kommt trotz des wohl besten Autos im Feld auf drei Siege und blieb damit deutlich hinter den Leistungen seines jungen Teamkollegen zurück.

Helmut Marko, der frühere einflussreiche Red-Bull-Berater aus Österreich, übte deshalb Kritik an Russell und meinte, dieser werde möglicherweise keine weitere Chance auf den WM-Titel erhalten und nach seiner enttäuschenden Saison 2026 womöglich nie mehr die Nummer 1 in einem Team sein.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff nahm Russell daraufhin in Schutz und widersprach seinem Landsmann. "Er liegt falsch, George hat die nötigen Qualitäten. Ich glaube, das Auto passt nicht zu ihm. Die Situation war mit dem Durchbruch eines jungen Ausnahmetalents an seiner Seite nicht einfach. Wenn George nächste Saison ein schnelles Auto bekommt, ist es möglich", sagte Wolff mit Blick auf einen möglichen WM-Titel.

Bevor Russell 2027 womöglich erneut um den Titel kämpfen kann, muss er zunächst seinen 2. Platz in der WM 2026 verteidigen. Gleich drei Konkurrenten sind ihm dicht auf den Fersen.

Hamilton, der vierfache Weltmeister Max Verstappen im Red Bull sowie Charles Leclerc im Ferrari liegen nur noch 1, 6 respektive 9 Punkte hinter dem Mercedes-Fahrer. Besonders die Leistungskurve bei Verstappen zeigt mit zuletzt sechs Podestplätzen in Serie, darunter zwei Siegen, steil nach oben.

Russell selbst erklärte nach seinem 8. Platz in Austin am vergangenen Sonntag allerdings, dass ihm der 2. WM-Rang wenig bedeute. "Für mich ist das Wichtigste, die Konstrukteurs-WM zu gewinnen. Für das Team würde ich gerne Zweiter werden, aber ob Zweiter, Dritter oder Fünfter: Das bedeutet alles, nicht Weltmeister zu sein, also hat es keinen Wert", sagte er.

Das Rennwochenende in Mexiko steht zudem im Zeichen der Rückkehr von Lokalmatador Sergio Perez im Cadillac. Der 36-Jährige hatte das Rennen im Vorjahr verpasst und bestreitet am Sonntag seinen 300. Grand Prix.

Damit zieht der sechsfache GP-Sieger, der 2011 im Hinwiler Sauber-Team in der Motorsport-Königsklasse debütierte, in der ewigen Rangliste der Fahrer mit den meisten Formel-1-Starts mit Sebastian Vettel gleich. Die beiden teilen sich dann den 7. Rang. An der Spitze dieser Bestenliste steht Fernando Alonso, der in Mexiko seinen 445. Grand Prix in Angriff nimmt.

Zur Feier absolvierte Perez am Mittwoch eine Showfahrt durch die Strassen von Mexiko-City vor mehr als 100'000 begeisterten Fans. Zudem verlängerte Cadillac seinen Vertrag um drei Jahre bis zum Ende der Saison 2029.

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