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10 Schweizer in der NHL: Unser «Swiss Special» zum Saisonstart

YounesHdk

Mit zehn Schweizer Eishockey-Profis startet die NHL heute Abend in die neue Saison. Vor der Auftaktpartie zwischen Titelverteidiger Carolina Hurricanes und «Vorgänger» Florida Panthers werfen wir einen Blick auf die Perspektiven unserer Cracks in der besten Liga der Welt.

Keystone AP Godofredo A Vasquez Auf ihn werden Scheizer Eishockeyfans noch etwas länger warten müssen_KF soll nach Beinbruch im November Comeback
Auf ihn werden die Schweizer NHL-Fans noch etwas länger warten müssen: Kings-Stürmer Kevin Fiala (in weiss) visiert nach seinem Beinbruch ein Comeback im November an © Keystone / AP / Godofredo A Vasquez

Roman Josi (Nashville Predators)


Mit dem Heimspiel gegen Minnesota Wild startet Roman Josi in der Nacht auf Freitag in seine 16. NHL-Saison. Natürlich hofft der 36-jährige Captain dabei, mit den Preds noch einmal eine Saison zu erleben, die wie 2017 erst im Stanley-Cup-Finale endet. Nur: Die Vorzeichen dafür stehen schlecht. Bei den Buchmachern gilt Nashville aktuell als Kandidat für einen Platz weit abseits der Playoff-Ränge (Rang 27), doch vielleicht gelingt es Josi und der erfahrenen, aber in die Jahre gekommenen Leadership-Gruppe um Stamkos, O'Reilly, Forsberg und Keeper Saros noch einmal, die Uhr zurückzudrehen. Dafür unabdingbar: eine verletzungsfreie und abermals starke Saison des Offensivverteidigers, der in der vergangenen Kampagne mit 55 Punkten in 68 Partien fünftbester Skorer der Franchise aus Tennessee war.
Vertrag: Bis 2028 (USD 9,059 Mio./Jahr)

 

Nico Hischier (New Jersey Devils)


27-jährig ist Nico Hischier und steht dennoch bereits vor seiner 10. NHL-Saison, die sechste davon als Captain. Ein Amt, das der Walliser auch in den kommenden Jahren bekleiden wird, verlängerte der Nr.-1-Draft von 2017 seinen Vertrag diesen Sommer doch vorzeitig bis 2032. Natürlich zu deutlich verbesserten Bezügen (USD 11,7 Mio./Jahr ab 2027/2028), aber vor allem mit dem klaren Ziel, in New Jersey endlich regelmässig erfolgreich zu sein. Zuletzt erlebten Hischier und die Devils eine abermals schwierige und von Verletzungen und schwachen Torhüterleistungen geprägte Spielzeit. Die Antwort darauf: Im Garden State hofft man neu auf die zweitgünstigste Torhüter-Kombi der Liga (Jake Allen / Nico Daws für total USD 3,75 Mio.) und setzt darauf, dass die im Vergleich deutlich besser besetzte Offensive ähnlich wie in der Saison 23/24 die Kohlen aus dem Feuer holt. Ein Plan, der dank Spielern wie Hischier, Timo Meier, Jack Hughes und Jesper Bratt sowie den neu von Neo-GM Sunny Mehta verpflichteten Luke Evangelista (zuletzt 56 Skorerpunkte für Nashville) und Anthony Mantha (33 Tore für Pittsburgh) aufgehen kann, es aber nicht muss.
Vertrag: Bis 2027 (USD 7,025 Mio./Jahr)

 

Timo Meier (New Jersey Devils)


Ebenfalls in seine bereits vierte Saison in Newark steigt Timo Meier. Allerdings gilt es festzuhalten, dass der Appenzeller die hohen Erwartungen bislang zu selten erfüllen konnte. Insbesondere in Sachen Tore und Assists hinkt der bald 30-jährige Flügel seiner Quote aus der Zeit bei den San Jose Sharks seit seiner Ankunft im Februar 2023 hinterher. Ein Grund dafür ist, dass Meier in New Jersey meist am rechten Flügel antreten und vermehrt auch defensive Aufgaben übernehmen muss – eine Rolle, mit der sich der Power-Stürmer bislang nicht vollständig anfreunden konnte. Trotzdem hofft man bei den Devils natürlich darauf, dass sich Meier in dieser Spielzeit wieder der Marke von 30 Toren und 60 Punkten annähern kann, was an der Seite von Nico Hischier (und somit häufig gegen die gegnerischen Top-Shots) ein sehr guter Wert wäre. Ein Wert, der zusammen mit Meiers Physis und Drive den Unterschied zwischen einer tollen Saison (2. Runde der Playoffs und mehr) und dem erneuten Verpassen der Playoffs ausmachen kann.
Vertrag: Bis 2031 (USD 8,8 Mio./Jahr)

 

Jonas Siegenthaler (New Jersey Devils)


Jonas Siegenthaler ist so etwas wie das defensive Gewissen der Devils. Im Gegensatz zu seinen offensiveren Schweizer Teamkollegen gilt «Siegs» Hauptaugenmerk der defensiven Stabilisierung der Teufel, und so spielt der knapp 1,90 Meter grosse und 100 kg schwere Nationalspieler für gewöhnlich auch im Unterzahlspiel der Teufel eine zentrale Rolle. Doch der Start in die neue Saison ist für den Zürcher auch mit der Herausforderung verbunden, erst einmal seine gewohnte Sicherheit wiederzufinden. Denn die Heim-WM im Mai verpasste der einzige NHL-Profi mit thailändischen Wurzeln wegen Nackenproblemen und musste sich stattdessen einer Operation unterziehen. Nun geht es für ihn darum, an der Seite des viel offensiveren Dougie Hamilton möglichst rasch zur alten Stabilität zu finden und so seinen Teil zur defensiven Balance New Jerseys beizutragen. Wobei auch klar ist: Können die «Swiss Devils» auch in diesem Jahr nicht auf konstante Leistungen ihrer Torleute zählen, können sie sich leistungstechnisch eigentlich auf den Kopf stellen, ohne dass die Playoffs auf ihrer Seite des Hudson River ein realistisches Thema werden dürften.
Vertrag: Bis 2029 (USD 3,4 Mio./Jahr)

 

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Spielt in Winnipeg um seine NHL-Zukunft: Routinier Nino Niederreiter (in dunkelblau; Keystone / AP Canadian Press / John Woods)

Kevin Fiala (Los Angeles Kings)


Der zweite Schweizer NHL-Crack, der die Heim-WM verpasste, ist Kevin Fiala. Der Ostschweizer verletzte sich bekanntermassen bei den Olympischen Spielen in Mailand schwer am Bein und ist trotz einer Nachoperation auch zum Saisonstart in der Nacht auf Donnerstag (in Denver) noch nicht wieder spielbereit. Aktuell rechnen die Kings im November mit der Rückkehr des trotz Verletzung viertbesten Skorers der Vorsaison (40 Punkte in 56 Spielen), was dem neuen Head Coach Peter Laviolette nach dem Verlust von Captain Anze Kopitar (Rücktritt) nur recht sein kann. Dem 61-jährigen Kanadier, seines Zeichens die Nr. 7 in der ewigen Bestenliste der siegreichsten NHL-Coaches, soll es nämlich gelingen, den Playoff-Fluch der Kalifornier endlich zu durchbrechen. Seit 2022 qualifizierte sich LA zwar stets für die NHL-Playoffs, scheiterte dort aber zuverlässig in der ersten Runde. Ob ein bis dann hoffentlich wieder genesener Fiala daran etwas ändern kann? Dass der ehemalige Erstrunden-Draft der Predators ein Unterschiedsspieler sein kann, hat er insbesondere in den Spielzeiten 21/22 bis 23/24 mit jeweils über 70 Punkten bewiesen.
Vertrag: Bis 2029 (USD 7,875 Mio./Jahr)

 

Janis «JJ» Moser (Tampa Bay Lightning)


Der Aufsteiger der Schweizer Eishockeyszene geht zum dritten Mal mit dem vielleicht vielversprechendsten «Schweizer» Anwärter auf einen Stanley-Cup-Triumph ins Rennen. Beim dreifachen Champion der Jahre 2004, 2020 und 2021 gehört Janis-Jerome Moser mittlerweile zu den drei Top-Verteidigern, insbesondere was die defensive Zuverlässigkeit anbelangt. Das haben auch die Lightning erkannt und den Seeländer auf diese Saison hin mit einem neuen Vertrag über USD 6,75 Mio./Jahr für die nächsten acht Jahre an die Franchise aus Florida gebunden. Ein Schnäppchen angesichts von Mosers Qualitäten an beiden Enden des Rinks (letzte Saison auch 35 Punkte und eine +41-Bilanz) und seinen Fähigkeiten im Powerplay. Gut vorstellbar, dass der 26-Jährige in absehbarer Zeit in die Fussstapfen der schwedischen Klublegende Victor Hedman (35, Vertrag bis 2029) schlüpfen kann. Vorderhand steht für das Team von Trainerikone John Cooper jedoch nur eines im Vordergrund: die Qualifikation für die NHL-Playoffs, verbunden mit dem ersten Gewinn einer Serie seit der Saison 2021/2022.
Vertrag: Bis 2034 (USD 6,75 Mio./Jahr)

 

Nino Niederreiter (Winnipeg Jets)


Der dienstälteste NHL-Schweizer steht auch in dieser Spielzeit wieder für die Winnipeg Jets auf dem Eis. In der Hauptstadt der Provinz Manitoba versucht sich Nino Niederreiter knapp 16 Jahre nach seinem NHL-Debüt (für die NY Islanders) noch einmal für einen neuen Vertrag in der besten Liga der Welt zu empfehlen. Dies, nachdem er in der Vorsaison aufgrund einer Knieverletzung, die auch die Olympia- und WM-Kampagne des Bündners beeinträchtigte, «nur» 61 Spiele für die Jets absolvieren konnte und in diesen mit total 19 Skorerpunkten (8T, 11A) unter den Erwartungen blieb. Doch Niederreiters zunehmendes Alter (34) und abnehmende Produktivität sind nicht die einzigen Probleme in der Organisation, die vor zwei Jahren noch die President's Trophy für die punktebeste Regular Season für sich entscheiden konnte. In den Playoffs folgte das frühe Out im Viertelfinale, ehe es in der vergangenen Kampagne nur noch zu Rang 26 (von 32) reichte. Falls sich die Jets und Star-Keeper Connor Hellebuyck nicht doch noch darauf verständigen können, dass der 33-Jährige wieder ins Tor von Winnipeg zurückkehrt, könnte den Kanadiern und ihrem Schweizer Stürmer eine ganz schwierige Saison bevorstehen. Ganz egal, wie sehr der fünffache WM-Silbermedaillengewinner mit erstarkter offensiver Produktion oder defensiver Widerstandskraft und Physis allenfalls zu überzeugen vermag.
Vertrag: Bis 2027 (USD 4,0 Mio./Jahr)

 

Keystone_AP_John Locher_Nach den Golden Knights biem nächsten Stanley cup Kandidaten unter Vertrag_Neo Florida Panther Akira Shcnid
Steht nach den Golden Knights beim nächsten Contender unter Vertrag: Neo-Florida-Panther Akira Schmid (Keystone / AP / John Locher)

Pius Suter (St. Louis Blues)


Ähnlich wie Nino Niederreiter steht auch Pius Suter vor einer wegweisenden Saison. Bei den St. Louis Blues geht der Zürcher in seine zweite Spielzeit und möchte sich in der Franchise aus dem Mittleren Westen für einen nächsten, idealerweise deutlich besser dotierten Vertrag empfehlen. Ob dieser noch einmal mit den sich im Umbruch befindenden Blues zustande kommt, darf zum jetzigen Zeitpunkt bezweifelt werden. Einerseits, weil sich die Blues (im Gegensatz zu Teams wie Nashville oder Winnipeg) eng am aktuellen Cap-Limit bewegen, andererseits, weil der vielseitige und erfahrene Center auch ein idealer Kandidat ist, um im Falle eines negativen Saisonverlaufs für wertvolle Draftpicks getradet zu werden. Noch aber ist es nicht so weit, und Suters voller Fokus dürfte darauf liegen, St. Louis zur ersten Playoff-Teilnahme seit 2024 zu verhelfen. Gelingt dem 30-Jährigen eine deutliche Verbesserung seiner Statistiken aus dem Vorjahr (29 Punkte), dürften seine Karten im Hinblick auf die kommende Saison so oder so vielversprechend sein.
Vertrag: Bis 2027 (USD 4,125 Mio./Jahr)

 

Lian Bichsel (Dallas Stars)


Der dritte im Bunde der Schweizer NHL-Cracks im Vertragsjahr ist Dallas Star Lian Bichsel. Der dreijährige Entry-Level-Deal des Solothurners läuft zum Saisonende aus, was bedeutet, dass dem 22-Jährigen eine saftige Lohnerhöhung ins Haus steht – sofern er sich in dieser Spielzeit als Top-6-Verteidiger behaupten kann. Denn die Texaner zählen auch in diesem Jahr zum Kreis der Stanley-Cup-Favoriten (Nr. 8 gemäss Buchmachern), was bedeutet, dass es an Druck und fähiger Konkurrenz im Stile eines Miro Heiskanen (USD 8,45 Mio./Jahr) oder Thomas Harley (USD 10,59 Mio./Jahr) nicht mangeln wird. Trotzdem darf der auch wieder für die Nati spielberechtigte ehemalige Oltner Junior optimistisch auf die neue Spielzeit blicken. Mit zuletzt acht Punkten und einer +6-Bilanz in 50 Partien, solider Defensive und seinen physischen Vorzügen (knapp 2 Meter gross und 108 Kilo schwer) bringt Bichsel einiges mit, um sich in der Cowboy-Metropole für einen langfristigen Vertrag zu empfehlen oder zumindest die Aufmerksamkeit einer anderen NHL-Organisation auf sich zu ziehen.
Vertrag: Bis 2027 (USD 0,92 Mio./Jahr)

 

Akira Schmid (Florida Panthers)


Vom einen Titelaspiranten (Las Vegas) zum nächsten (Florida) hiess diesen Sommer für den ehemaligen New-Jersey-Devil Akira Schmid. Der Emmentaler startet in Sunrise in seine fünfte NHL-Saison, und das als Back-up beim Stanley-Cup-Champion der Jahre 2024 und 2025. Und trotzdem ist dem 26-Jährigen zuzutrauen, in dieser Spielzeit sogar zu mehr als nur zu regelmässigen Einsätzen «in relief» für den 36-jährigen Starter Jacob Markström zu kommen. Der Grund: Markström gehörte in den vergangenen beiden Spielzeiten zu den Hauptgründen für die Torhüter-Misere bei den New Jersey Devils, bei denen der Schwede 2024 u. a. die Nachfolge des Schweizers antrat. Zwei Jahre später kreuzen sich die Wege der beiden Ex-Teufel ausgerechnet in Südflorida wieder, wo sich der Klub die zweitteuerste (USD 69,32 Mio.) Offensive und dafür eine der günstigsten Defensivreihen der Liga (USD 27,41 Mio.) leistet. An Gelegenheiten, um sich auszuzeichnen, dürfte es dem ehemaligen Langnauer Junior nach 34 Einsätzen (16 Siege, 89,3 % Fangquote) in der vergangenen Spielzeit also kaum mangeln.
Vertrag: Bis 2028 (USD 2,0 Mio./Jahr)

 

Drei Youngster in der AHL und ein möglicher Rückkehrer


Mit Théo Rochette (Detroit Red Wings / Grand Rapids Griffins), Attilio Biasca (Boston Bruins / Providence Bruins) und Leon Muggli (Washington Capitals / Hershey Bears) haben drei junge Schweizer den Cut im Camp nicht überstanden und beginnen ihre Saison in der AHL. Ebenfalls vorderhand nicht in der National Hockey League zum Einsatz kommt Philipp Kurashev, der sich nach einer durchzogenen letzten Spielzeit in San Jose bislang keinen neuen Vertrag ergattern konnte. Der 26-jährige Berner dürfte in den kommenden Tagen bei einem ambitionierten und zahlungskräftigen NL-Klub unterschreiben und nach sechs Jahren in der NHL zumindest vorläufig in die Schweiz zurückkehren.

 

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