Bencic und Teichmann verlieren im Achtelfinal
Die Umarmung am Netz ist herzlich. "Das wird ein cooler Battle of the Mums", hatte Belinda Bencic nach erfolgreicher Achtelfinal-Qualifikation prophezeit. Ein Kampf der Mamas also, und noch dazu an dem Tag, an dem in Frankreich Muttertag gefeiert wird. Kein Wunder durften die 29-jährige Ostschweizerin, Mutter von Bella, und die zwei Jahre ältere Ukrainerin Jelina Switolina, Ehefrau des vor wenigen Tagen in Paris verabschiedeten Gaël Monfils und Mutter von Skaï, auf dem grössten Court des Stade Roland-Garros antreten.
Bencic startete dabei überzeugend und zog schnell auf 5:2 davon, ehe Switolina besser ins Spiel fand. Diese verfügt nach dem Turniersieg in Rom und nun zehn gewonnenen Partien in Serie über viel Selbstvertrauen. Die Schweizerin wehrte aber zwei Breakchancen zum 5:5 ab und holte sich den ersten Satz. Danach rannte Bencic aber konstant einem Rückstand hinterher.
Im zweiten Durchgang gelang ihr zum 4:5 ein Rebreak, doch gab sie gleich wieder ihren Aufschlag zum Satzausgleich ab. Im Entscheidungssatz verpasste Bencic im ersten Game zwei Chancen auf ein frühes Break. In der Folge war Switolina nicht mehr zu stoppen. Nach 2:05 Stunden gewann die Ukrainerin den dritten Satz 6:0. Es war ihr fünfter Sieg in Folge gegen Bencic in den letzten sieben Jahren.
Bencic darf mit ihrem French Open dennoch zufrieden sein. Sie erreichte auf dem Sand von Paris im achten Anlauf erstmals die zweite Woche und scheiterte schliesslich an der momentan vielleicht formstärksten Spielerin. Switolina ist durchaus eine ernsthafte Anwärterin auf den Turniersieg, zumal mit Iga Swiatek die vierfache Roland-Garros-Championne ausschied. Im Viertelfinal kommt es deshalb zu einem rein ukrainischen Duell zwischen Switolina und Marta Kostjuk, die vor Swiatek auch die Schweizerin Viktorija Golubic ausgeschaltet hatte.
Auch die zweite am Sonntag im Einsatz gestandene Schweizerin musste sich gegen eine Top-10-Spielerin geschlagen geben. Nach drei Runden ohne Satzverlust erwies sich für Jil Teichmann beim 3:6, 2:6 die an Nummer acht gesetzte Mirra Andrejewa als zu stark. Die junge Russin war ein Spur präziser und konstanter, was sich nach der ausgeglichenen Startphase der Partie zunehmend auf die Kräfteverhältnisse auswirkte. Nach dem 3:3 im ersten Satz gewann die Linkshänderin aus der Schweiz nur noch zwei Games. Nach 73 Minuten Spielzeit stiess die von Conchita Martinez trainierte 19-Jährige aus Sibirien wie im letzten Jahr in den Pariser Viertelfinal vor.
Teichmann bestätigte am Bois de Boulogne trotz der klaren Niederlage zum Abschluss, dass sie nach der mehrmonatigen Pause auf bestem Weg zurück in die Top 100 der Weltrangliste ist. Mit den Siegen gegen Ludmila Samsonowa (WTA 27), Magdalena Frech (WTA 46) und vor allem gegen Karolina Muchova (WTA 10), 2023 Finalistin in Roland Garros, übertraf sie die Erwartungen deutlich. Schliesslich stand sie nur dank ihres geschützten Rankings im Haupttableau.
Am Montag in einer Woche wird Teichmann in der Weltrangliste einen weiteren Sprung machen. Die drei überstandenen Runden in Paris, mit denen sie ihr Major-Bestresultat von vor vier Jahren egalisiert hat, bringen sie voraussichtlich um 30 Ränge nach vorne auf Platz 140. Mit 285'000 Euro kassierte sie zudem so viel Preisgeld wie seit vier Jahren nicht mehr.