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Die nächste Herausforderung nach historischem Jahr

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Die Schweizer Kunstturner blicken auf ein erfolgreiches letztes Jahr zurück. Nun wollen sie an den am Mittwoch beginnenden Europameisterschaften in Zagreb daran anknüpfen.

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Noé Seifert will in Zagreb an das vergangene Jahr anknüpfen, als er in Jakarta die erste Schweizer WM-Medaille im Mehrkampf seit 1950 gewann © KEYSTONE/EPA/MAST IRHAM

2025 war ein historisches Jahr für die Schweizer Kunstturner: Ende Mai erreichte das Team an der EM in Leipzig mit dem Gewinn der Silbermedaille die beste Klassierung in seiner Geschichte. Im Oktober sicherte Noé Seifert der Schweiz in Jakarta mit Bronze die erste WM-Medaille im Mehrkampf seit 1950.

Dementsprechend sind die Erwartungen gestiegen, zumal mit Seifert, Florian Langenegger und Matteo Giubellini die wichtigsten Teamstützen in Zagreb zur Verfügung stehen und sich in Form fühlen. Dieses Trio wird am Mittwoch in der Qualifikation sämtliche sechs Geräte turnen, komplettiert wird die Equipe durch Dominic Tamsel und EM-Debütant Mattia Piffaretti. Als Einzelathlet selektioniert wurde Luca Morabito. Der letztjährige EM-Silbermedaillengewinner am Barren, Ian Raubal, ist nach einer Schulteroperation lediglich Ersatzturner.

Für Giubellini, 2024 Olympia-Zehnter im Mehrkampf, machen die grösseren Erwartungen keinen Unterschied. "Wir wissen, was wir können", gibt sich der 21-jährige Aargauer im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA selbstbewusst. Der 27-jährige Seifert ergänzt: "Wir haben nicht die grösste mediale Präsenz, deshalb bekommen wir das gar nicht so mit. Den grössten Druck mache ich mir selber."

Vor einem Jahr vergab Seifert mit einem verpatzten Abgang am Reck, seinem letzten Gerät, einen EM-Podestplatz im Mehrkampf. Er musste sich mit dem 6. Rang begnügen, nachdem er in der Qualifikation noch der Beste gewesen war. Das Verpasste würde er in der kroatischen Hauptstadt nur allzu gerne nachholen. Eine EM-Medaille im Mehrkampf steht jedenfalls noch auf seiner To-do-Liste.

In Zagreb ist das Ergebnis nach der Qualifikation gleichbedeutend mit dem Endresultat im Mehrkampf. Auch Langenegger, der zwar nicht die schwersten Übungen zeigt, dafür in der Regel sein Potenzial abruft, darf sich Hoffnungen auf eine Top-Platzierung in der Königsdisziplin machen - an der WM im vergangenen Jahr erreichte er den 10. Rang. Das Ziel des Verbandes im Mehrkampf ist eine Top-5-Klassierung.

Anders als bei der EM in Leipzig gibt es diesmal keinen Mehrkampf-Final, sondern einen Teamfinal zum Abschluss des Events am Sonntag, den die besten acht Nationen erreichen und der für die Schweiz in dieser Besetzung ein Muss ist. In diesem Fall wären dann starke Nerven gefragt. Denn im Gegensatz zur Qualifikation, in der vier Turner pro Gerät starten dürfen und es ein Streichresultat gibt, sind es im Final nur deren drei, und jede Übung kommt in die Wertung. Jeder grössere Patzer kann somit fatal sein.

"Das macht das Ganze etwas spannender und ziemlich offen", sagt Langenegger. Der 23-Jährige, der wie Seifert und Giubellini aus dem Kanton Aargau stammt, turnt jeweils als Erster der Schweizer, da er als sehr nervenstark gilt und deshalb prädestiniert dafür ist, eine gute Basis zu legen und Ruhe ins Team zu bringen. "Druck empfinde ich schon, aber ich kann gut damit umgehen", erklärt Langenegger. Die Wiederholung einer Medaille wird umso schwieriger, als erstmals seit 2021 wieder russische Turner an einer EM teilnehmen dürfen.

Wie auch immer: Die Tatsache, dass die Schweizer Kunstturner im April zu einem Trainingslager im nationalen Zentrum in China eingeladen wurden, unterstreicht ihren neuen Status. Gemäss Seifert waren sie die Ersten, die dort mit so vielen Personen hingehen durften. "Es ist cool, eine solche Anerkennung zu erhalten", sagt Seifert. Langenegger spricht von einem "riesigen Privileg. Es war eine tolle Erfahrung, andere Trainingsmethoden zu sehen. Was sie dort gemacht haben, war schon ziemlich eindrücklich." Und wer weiss, vielleicht ist ja diese Inspiration ein weiteres Puzzleteil auf dem Weg, erneut Geschichte zu schreiben.

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