Die Saison der Women's Super League beginnt
Am Freitag beginnt die neue Saison der Women's Super League. Wer die Meisterkandidaten sind, wer um den Ligaerhalt kämpfen muss und welche neuen Spielerinnen die Liga prägen könnten.
In der Women’s Super League wird der Meister auch in diesem Jahr mittels Playoffs ermittelt. Diese starten nach der regulären Spielzeit von 18 Runden mit den Viertelfinals der besten acht Teams.
Servette Chênois ist das Team, das es zu schlagen gilt. Als Double-Sieger der vergangenen Saison waren die Genferinnen eine Klasse für sich. In 18 Spielen blieben sie ohne Gegentor, nur einmal während der gesamten Saison verlor Servette. Eine Leistung, die die Genferinnen nur allzu gerne wiederholen möchten.
Herausgefordert dürften sie auch in dieser Saison von den YB-Frauen werden. Die Bernerinnen schafften unter Trainerin Imke Wübbenhorst sowohl den Vorstoss in den Playoff-Final als auch jenen in den Cupfinal. Nur ein Titel blieb ihnen verwehrt.
Zwischen den Rängen 3 und 6 lagen in der vergangenen Saison gerade einmal drei Punkte. Basel, die Grasshoppers, Zürich und St. Gallen dürfen entsprechend alle Ambitionen haben, um die vordersten Tabellenplätze mitzuspielen.
Während Basel den folgeschweren Wechselfehler im Playoff-Viertelfinal gegen St. Gallen vergessen machen will, der das Team den Halbfinaleinzug am Grünen Tisch kostete, haben die Ostschweizerinnen bewiesen, dass sie auch grosse Klubs ärgern können. Und das, obwohl der Verein stark auf Schweizer Nachwuchs anstelle von ausländischen Spielerinnen setzt.
Für Aarau, Luzern und Aufsteiger Yverdon-Sport dürfte es eng werden. Aarau und Luzern gehörten in der vergangenen Saison zu den schwächsten Teams der Liga. Zwar schaffte Aarau noch den Sprung in die Playoffs, zuvor war der FCA jedoch bis Ende Februar 13 Spiele lang sieglos geblieben.
Luzern musste in die Abstiegsrunde, sicherte sich den Ligaerhalt dort jedoch souverän und wird in der kommenden Saison alles daran setzen, die Playoffs zu erreichen. Yverdon-Sport hingegen schaffte nach drei Jahren in der NLB dank einer starken Leistung in der Auf-/Abstiegsrunde den Sprung in die höchste Schweizer Liga. Ob sich die Waadtländerinnen auch dort behaupten können, wird sich zeigen.
Es war der Sommer der Nationalspielerinnen. Servette Chênois verstärkte sich mit Meriame Terchoun und Laia Ballesté, während der FC Zürich die Rückkehr von Luana Bühler von Tottenham verkündete. Gerade ihre Rückkehr ist jedoch mit Vorsicht zu betrachten. Seit die frühere Abwehrchefin des Nationalteams kurz vor der Heim-EM im Precamp aus dem Kader von Pia Sundhage gestrichen wurde, weil sie nicht genügend fit gewesen sei, hat Bühler verletzungsbedingt weder für ihren Klub noch für das Nationalteam ein einziges Spiel bestritten. Wann sie erstmals wieder für den FCZ auf dem Platz stehen wird, bleibt deshalb abzuwarten.
Mit Sandrine Gaillard (früher Mauron) gelang Aufsteiger Yverdon ein bedeutender Transfer. Nach der EM, bei der Gaillard zum Kader gehörte, wechselte die Mittelfeldspielerin von Servette im vergangenen Sommer in die USA zu Tampa Bay Sun. Nun folgte nach einem Jahr die Rückkehr in die Schweiz.
Neben den Transfers von Nationalspielerinnen gab es auch innerhalb der Liga mehrere Rochaden. Donika Deda und Bergros Asgeirsdottir wechselten von Aarau nach Rapperswil-Jona, Anja Klingenstein und Anida Mujela verliessen die Red Boots ebenfalls und schlossen sich YB an.
Servette hat einen happigen Abgang zu verkraften. Mit Therese Simonsson wechselte die Torschützenkönigin der Women's Super League vom Schweizer Meister zum Bundesligisten RB Leipzig. Ansonsten verstärkten sich die Genferinnen: Neben Terchoun und Ballesté verpflichtete der Klub neun Spielerinnen mit internationaler Erfahrung, unter ihnen Noémie Carage, die zuletzt gemeinsam mit Terchoun in Dijon spielte.
Basel hat mit Danique Stein eine neue Trainerin gefunden. Die 36-Jährige bestritt selbst über 100 Partien für den FCB und kennt den Verein damit bestens. Sie folgt in Basel auf Omar Adlani, der den Klub laut Mitteilung wegen unterschiedlicher Auffassung über die zukünftige Zusammenarbeit verliess. In den Playoffs hatte Adlani für Negativschlagzeilen gesorgt, nachdem er und sein Team einen folgenschweren Wechselfehler zu verantworten hatten.
Bei Aarau steht Eduardo Barrera neu an der Seitenlinie. Der ehemalige Trainer des FC Baden wäre bereits im vergangenen Winter der Wunschkandidat des Vereins gewesen, wie der FCA mitteilte. Als sich der Klub von Olivier Häusermann trennte, entschied sich Barrera jedoch für das Engagement bei Baden.
Die Meisterschaft startet am Freitag mit einem Heimspiel des Aufsteigers. Yverdon-Sport empfängt dabei den FC Zürich. Am Samstag trifft Aarau auf GC, während Rapperswil-Jona die St. Gallerinnen zum Kantonsderby empfängt. Luzern trifft zuhause auf Basel.
Der grosse Knüller der 1. Runde findet erst am 21. August statt. Wegen ihrer Einsätze in der Champions-League-Qualifikation treffen YB und Servette erst dann aufeinander.