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Gottéron-Coach Rönnberg denkt gross

Andy

Heute Abend kommt es in Davos zum dritten Duell im Playoff-Final zwischen dem HCD und Gottéron. Legen die Gastgeber vor und machen den nächsten Schritt auf ihrer «Mission 32»? Oder zeigt sich Fribourg-Trainer Roger Rönnberg als Magier?

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Findet Erfolgscoach Roger Rönnberg auch gegen den HC Davos das richtige Rezept? © KEYSTONE/Anthony Anex

31 Meistertitel stehen bereits im Palmarès des HC Davos, der damit der klare Rekordmeister ist. Als Nummer 2 im ewigen Ranking folgt der momentan strauchelnde SC Bern mit 16 Triumphen. Die Bündner wollen nun endlich Meistertitel Nummer 32, nachdem sie letztmals 2015 die Trophäe gewannen. Und sie sind nach ihrem überzeugenden Qualifikationssieg auch die grossen Favoriten.

Die letzte Hürde auf diesem Weg ist Fribourg-Gottéron. Die Freiburger lechzen förmlich nach dem ersten Meistertitel in ihrer Klubgeschichte. Bis jetzt war es Tradition, dass ihnen dieser Coup nicht gelingt. Fünf Mal wurden sie bislang Vizemeister. Und genau um diese Lücke zu füllen und die notorische Titeldürre zu beenden, wurde auf diese Saison hin mit dem Schweden Roger Rönnberg ein Erfolgstrainer verpflichtet.

Sein Leistungsausweis ist beeindruckend. Der 54-Jährige startete seine Trainerkarriere im Nachwuchs von Luleå und arbeitete sich bis zum Headcoach der ersten Mannschaft hoch. Zwischen 2010 und 2013 war er für den schwedischen Verband tätig und wechselte 2013 zu Frölunda. Als Assistent gewann er mit Schweden zweimal WM-Bronze und einmal Silber. Die U20 führte er zum WM-Titel und zur Silbermedaille. Mit Frölunda feierte er vier Triumphe in der Champions Hockey League und wurde zweimal schwedischer Champion.

Gegen die Lakers am Abgrund

Bei diesen Meriten ist es klar, dass auch in der Schweiz der Meistertitel anvisiert wird. Der Schwede navigierte Gottéron einigermassen ruhig und unaufgeregt durch die Regular Season und beendete diese auf Rang 2. Im Viertelfinal stand er mit seinem Team gegen die Rapperswil-Jona Lakers zwischenzeitlich nahe am Abgrund, und es wurde gemunkelt, dass sich zwischen dem Team und dem Coach ein Graben aufgetan haben könnte – doch Gottéron zog in den Final ein, wo das erste Spiel in Davos gewonnen wurde und Spiel 2 in Fribourg mit einer Niederlage endete. Das dritte Duell heute in Davos wird schon mal wegweisend, und es ist davon auszugehen, dass Rönnberg die richtigen Worte findet, um seinem eigenen Anspruch gerecht zu werden.

Schon bald nach seiner Ankunft in der Schweiz hatte Rönnberg klar gestellt, weshalb er zu Gottéron gewechselt hat. «Nach Frölunda war ich auf der Suche nach einem Verein mit einem grossen Ziel. Jeder will gewinnen. Und ich will mit Gottéron gewinnen und den ersten Meistertitel holen. Das ist das grosse Weshalb», erklärte er schon vor der Saison. Und: «Ich würde nie zu einem Verein wechseln, der nicht ambitioniert ist. Lasst uns mit Freiburg den Pokal holen!»

Arbeit und Leidenschaft

Das Rezept, mit dem er Gottéron zum ersehnten Titelgewinn führen will, beschrieb er folgendermassen: «Wir müssen wie Champions trainieren, Leader und Schlüsselspieler haben, die wie Champions arbeiten und die anderen besser machen. Sie sollen die Leidenschaft mitbringen, dass alle diesen Drive, den unbedingten Siegeswillen erlangen. Niemand soll mit dem zweiten Platz zufrieden sein.» Im Spitzensport könne man nicht planen, wann man Meister werde, das müsse jeder begreifen. Es brauche eine Organisation und eine Mannschaft, die permanent pushen, und in den Playoffs brauche es das nötige Glück. Aber Gottéron werde nicht von einem Team geschlagen, das härter arbeite, das soll unsere Messlatte sein».

Die Fähigkeit, gross zu denken

Man könnte Roger Rönnberg zweifellos als Magier bezeichnen, wenn er in seiner ersten Saison an der Saane bereits den Meisterfluch der Freiburger beenden könnte. Gleichzeitig stecken hinter seinen Erfolgen auch Kalkül und mentale Stärke. Und die Fähigkeit, gross zu denken. «Ich glaube an das Gesetz der Anziehung. Wenn du träumst und dir Sachen vorstellst, dann passieren sie vielleicht auch. Wenn nicht, dann wohl nicht. Egal, worum es geht. Seit ich hier bin, habe ich allen gesagt, dass wir alle vom Titel träumen müssen», erklärte er schon vor der Saison gegenüber den «Freiburger Nachrichten». Und: Wenn wir es nicht erträumen, können wir auch nicht bis tief in die Seele daran glauben.»

Der Weg geht aktuell definitiv in die richtige Richtung. Im ersten Spiel in Davos zeigten die Freiburger zwei brillante Drittel und siegten am Ende 3:2. Am Montag verloren sie daheim nach einem katastrophalen Start und einem 0:2-Rückstand nach nicht einmal vier Minuten zwar 1:3, hatten aber genügend Chancen, um das Spiel doch noch zu drehen. Heute folgt in Davos das dritte Spiel, vor dem Rönnbergs Assistent Lars Leuenberger sagt: «Wir müssen lernen, im Final die Coolness zu bewahren. Am Montag kassierten wir viel zu viele Strafen. Wenn du im letzten Drittel 1:3 hinten liegst, darfst du nicht drei Strafen kassieren.»

Im Powerplay gefordert

Gleichzeitig müssen die Freiburger im Powerplay überzeugender auftreten. 13:52 Minuten konnte Gottéron in den ersten beiden Finalspielen bislang in Überzahl – ohne Erfolg. In den 14 Playoff-Matches gegen die Lakers, Lausanne und Davos hatten die Freiburger 58 Powerplay-Versuche – und erzielten zwei Tore. Die Erfolgsquote von 3,45 Prozent ist für ein Team mit diesen Qualitäten und dem vorhandenen Talent ein Hohn und schreit nach Verbesserung. Findet der Erfolgstrainer einmal mehr den richtigen Schalter und führt sein Team als Magier zum nächsten Sieg?

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