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Analysen Fussball

Aufgefallen: Der 11. Spieltag in der Brack Super League

Patrick

Der FC Lugano ist unbesiegbar. Der FC Lausanne-Sport trifft das Tor nicht, und bei den Zweisterne-Teams Basel und GC muss man sich gezwungenermassen an kleinen Fortschritten erfreuen. Fehlt nur noch, dass YB plötzlich keine Tore mehr zulässt. Unser Rückblick auf das jüngste SL-Wochenende.

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Auch dieser Ball will nicht ins Tor: Die Basler Akpe (l.) und Metinho bringen den Ball nicht im Kasten von GC-Keeper Hammel (in grün) unter © Keystone / Michael Buholzer

Erfolgsrezept

Was erfolgreiche Mannschaften von gewöhnlichen auszeichnet? Dass sie ihre Spiele gewinnen. Auch wenn dabei nicht immer klar ist, wie und weshalb genau. Und der FC Zürich ist derzeit eine erfolgreiche Mannschaft. Weil er sich beim 2:1 gegen den FC Luzern die Punkte 9, 10 und 11 in den letzten fünf Partien erspielte. Und weil er dabei bei Weitem nicht immer so überzeugte, dass ein zählbares Ergebnis zwingend war. Am Samstag im Duell mit den Zentralschweizern zum Beispiel profitierte der FCZ von zwei missglückten Interventionen von Luzerns Bung Meng Freymann, um durch einen aus dem Stand (!) verwandelten Elfmeter von Philippe Kény (26.) und einen abgefälschten Schuss Miguel Reichmuths (52.) vorentscheidend in Führung zu gehen. Dass der FCL im Anschluss noch den Anschlusstreffer (71., Oscar Kabwit) erzielte und durch Toggenburger, Mikolajewski und Dorn den Ausgleich gleich mehrfach verpasste, spielte da am Ende keine Rolle mehr. Was aber zählt: dass sich der FCZ (11/17) mit dem zweiten Dreier in Folge in der oberen Tabellenhälfte festgespielt hat und den Vorsprung auf den Konkurrenten aus der Zentralschweiz auf fünf Punkte ausbauen konnte.

 

Königstransfer

Gestatten: Kingstone Mutandwa, 23-jähriger Nationalstürmer aus Sambia und in jüngster Vergangenheit der «Difference Maker» auf Seiten der Grenats. Denn: Seit der Sommer-Neuzugang nach kurzer Anlaufzeit trifft (zuletzt fünfmal in Serie), siegt das ehemalige Kellerkind plötzlich. So auch am Samstagabend im Heimspiel gegen Vaduz, das der SFC dank Mutandwas 2:1 in der 85. Minute für sich entscheiden konnte, nachdem der Aufsteiger nur wenige Minuten vorher (77.) durch Lutfi Dalipi hatte ausgleichen können. Dies notabene trotz 3:12 Torschüssen, die die Genfer mit Ausnahme von Thomas Lopes’ herrlichem 1:0 (15.) aber ungenutzt verstreichen liessen. Dank der Cagliari-Leihgabe ohne gravierende Folgen, dafür aber mit dem vierten Sieg in den letzten fünf Partien. Und plötzlich grüssen die so schwach in die Meisterschaft gestarteten Calvin-Städter auch in der Tabelle wieder von der oberen Ranglistenhälfte (Rang 5 mit 11/16).

 

Pauseneffekt

Natürlich: Gut unterwegs waren die Young Boys in dieser Spielzeit schon vor der Natipause. Mit fünf Siegen, vier Unentschieden und 31:18 Toren nach neun Spielen stand YB Ende September auf Tabellenrang 2. Dort stehen die Berner noch immer (11/25), haben mittlerweile aber eine völlig neue Ernsthaftigkeit hinzugewonnen. Auf einmal wird zu null gespielt, und folgerichtig genügen plötzlich auch «nur» zwei Tore, um zu gewinnen. So geschehen vor zwei Wochen beim Gastspiel bei GC, und so geschehen auch am späten Samstagabend beim 2:0 gegen einen weitestgehend chancenlosen FC St. Gallen. Zwar dauerte es bis zur Pause, ehe YB so richtig in Fahrt kam, in Halbzeit zwei jedoch drückte sich die Berner Überlegenheit schliesslich auch in Toren aus. Topskorer Samuel Essende (59.) und der eingewechselte Herba Guirassy (65.) rund um die Stundenmarke sorgten für die Entscheidung und den dritten gelb-schwarzen Sieg in Folge. Und von der ehemaligen Schiessbude sind die Berner mittlerweile ähnlich weit entfernt wie der FCSG (Rang 6 mit 11/16) vom Vollgas-Fussball der ersten Saisonwochen.

 

Keystone Anthony Anex Kommen immer besser in Fahrt _die YB-Torschützen Herba Guirassy und Sameul Essende beim zwei zu null gegen sg
Kommen immer besser in Fahrt: Die YB-Torschützen Herba Guirassy (l.) und Samuel Essende beim 2:0 gegen den FC St. Gallen (Keystone (/Anthony Anex)

Logisch

Auf der einen Seite der FC Thun. Zuletzt Verlierer in sieben von neun Pflichtspielen und auch im Cup lediglich etwas über Augenhöhe von Promotionligist Schaffhausen. Auf der anderen Seite der FC Lugano. Der Schweizer Fussball-Überflieger dieses Herbstes und nach 17 Siegen und drei Unentschieden in 20 Pflichtspielen auch nach dem jüngsten Ausflug nach Getafe ungeschlagen. Die logische Folge: Auch beim Gastspiel im Berner Oberland liess der SL-Tabellenführer (zu) wenig anbrennen und siegte mit 2:3. Trotz einer für gehobene Tessiner Ansprüche nur durchschnittlichen Leistung und trotz eines FC Thun, der in dieser bislang ernüchternden Saison eine der besseren Leistungen zeigte. Doch am Ende hatten die Bianconeri halt einen Dereck Moncada (34.), einen Albian Ajeti (76.) und einen Uran Bislimi (49.), der zwischenzeitlich von einem Patzer von Keeper Steffen profitierte, während sich der Noch-Meister mit einem Abstauber von Nassim Zoukit (37.) und einem Elfmetertor von Youngster Riccardo Braschi (88.) begnügen musste. Zu wenig, um den Lauf der Tessiner (11/31) zu unterbrechen und selbst (11/10) im Tabellenkeller eine Art Trendwende einzuleiten.

 

Kunststück

Natürlich: Omar Janneh hätte seine Grosschance in der 60. Minute verwandeln können. Genauso, wie wenig später Nias Hefti den Kopfball von Karim Sow nicht zwingend hätte von der Linie kratzen müssen. Und natürlich gab es auch schon Schiedsrichter, die nach einem Handspiel wie jenem von Numa Lavanchy auf den Punkt gezeigt hatten. Nichts von alledem traf jedoch gestern Nachmittag im Sittener Tourbillon ein, weshalb Lausanne-Sport und Trainer Luka Elsner am Schluss die gleiche Erkenntnis blieb wie bereits in den vorangegangenen fünf Spielen: Wer das Tor nicht trifft, kann nicht gewinnen. Und so blieben die Lausannois gestern zum neunten aufeinanderfolgenden Mal sieglos und holten dabei zum siebten Mal gar keine Punkte. Denn auf der Gegenseite nutzte Théo Berdayes in der 33. Minute eine eher zufällige Aktion zum Tor des Tages für den drittplatzierten FC Sion (11/22). Ebenfalls bemerkenswert: Mit 17 Gegentoren teilen sich die Walliser die drittbeste Defensive der Liga mit dem gestrigen Gegner. Dieser hat «dank» seiner anhaltenden Torflaute im gleichen Zeitraum jedoch 16 Zähler weniger gesammelt als die Walliser und steht damit unverändert auf dem letzten Tabellenplatz der Super League (11/6). Dabei hatten Elsner und Co. aus den ersten beiden Saisonspielen noch vier Zähler geholt.

 

Doppelnull

Wenn der FC Zürich gegen den FC Basel der Klassiker des Schweizer Fussballs ist, dann ist das Duell zwischen den Bebbi und GC zumindest so etwas wie der Klassiker der 90er- und 2000er-Jahre. Gestern allerdings konnte keine der beiden Seiten verbergen, dass seit den grossen Duellen um Titel und die Vormachtstellung im Schweizer Fussball bereits über ein Jahrzehnt vergangen ist. Immerhin: Den beiden Trainer-Neulingen Slavisa Jokanovic (seit dem 24. September im Amt) und Olaf Jansen (am 3. Oktober inthronisiert) gelang es in ihrem zweiten SL-Spiel, ihre Teams so einzustellen, dass sie erstmals zu null spielten. Das Problem: Auf der Habenseite steht bei beiden erfahrenen Fussballlehrern auch nach dem zweiten Meisterschaftseinsatz erst ein Punkt und noch kein einziges Tor. Am kommenden Wochenende sollte sich das tunlichst ändern. Sonst drohen den Hoppers (Rang 10 mit 11/9) im Kellerduell mit Vaduz und dem FCB (Rang 7 mit 11/14) bei Tabellenführer Lugano die nächsten empfindlichen Rückschläge.

 

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