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Aufgefallen: Die 2. Hauptrunde im Schweizer Cup

Patrick

Elf von elf Superligisten zogen im August in die 2. Cuprunde ein, zehn werden auch im Achtelfinale im Dezember noch mit von der Partie sein. Einzige Ausnahme: Der FC Zürich, zuletzt in der Meisterschaft eines der konstanteren Teams der Liga. Dafür durften sich ausgerechnet die Super-League- und Challenge-League-Sorgenkinder eines erfolg- und torreichen Wochenendes erfreuen. Unser Rückblick auf die Runde der letzten 32.

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Mit Wucht und Überzeugung ins Achtelfinale: Keeper Andreas Hirzel und der FC Aarau im Duell mit dem FC Zürich (in weiss) © Keystone / Philipp Schmidli

Zweitrunden-Monster

Da sind sie wieder. Die Cup-Riesentöter des FC Aarau, zumindest was die 2. Cup-Hauptrunde anbelangt. Denn nach dem FC Luzern (2024) und YB (2025) musste gestern Sonntag auch der FC Zürich dran glauben. Nicht einmal unglücklich oder unverdient unterlag der Superligist dem zuletzt kriselnden Challengeligisten (Rang 6 mit 12 Punkten aus 10 Spielen) mit 0:2. Mann des Spiels? Ausgerechnet der ex-Zürcher Daniel Afriyie, der die Partie mit einem Doppelpack (66. und 81.) zugunsten der Aargauer entschied. Diese hoffen nun mit Sicherheit nicht auf eine Fortsetzung der Geschichte, schieden sie doch in den vergangenen beiden Jahren jeweils in der Runde nach dem Coup aus dem Cupwettbewerb aus. Was den FCA positiv stimmen sollte: Nach einem Challengeligisten (Etoile Carouge) und einem Superligisten (FC Sion) darf sich der Cupsieger von 1985 dieses Mal mit einem Promotionligisten (SC Brühl) um den Einzug ins Viertelfinale streiten.

 

Unglücksrabe

Gelingt einem Team aus dem Amateurfussball der grosse Coup, ist der «Cupheld» oft nicht weit. Umgekehrt kann der Cup jedoch auch grausam sein. So zum Beispiel im Fall des FC Schaffhausen und Rijad Saliji, die dem FC Thun nach einem 2:2 n.V. erst nach dem 20. Elfmeter im Penaltyschiessen unterlagen. Grosser Pechvogel: Der offensive Mittelfeldmann aus Winterthur, der in der entscheidenden Phase gleich zweimal vom Punkt scheiterte. Erst in der 76. Minute und mit der Chance, den Promotionligisten gegen den Schweizer Meister mit 2:1 in Führung zu schiessen. Dann als neunter Schütze seines FCS im Elfmeterschiessen, noch einen erfolgreichen Penalty vom Sieg entfernt. Doch näher sollten die Munotstädter, die sich erst in der 120. Minute in die Kurzentscheidung gerettet hatten, dem Achtelfinale nicht mehr kommen. Erst scheiterte Saliji mit dem Sieg vor Augen, dann liess Teamkollege Brillani Soro den Schaffhauser Traum vom «Upset» eine knappe Minute später endgültig platzen. Bitter für die ambitionierten Nordostschweizer, ziemlich glücklich für den schwächelnden Schweizer Meister, der den Kopf im letzten Moment noch aus der Schlinge ziehen konnte.

 

Aussenseiter

24 Profivereine waren im August in die Cupsaison 2026/2027 gestartet, 15 sind auch nach der zweiten Runde noch mit von der Partie. Einzige Ausnahme: Der St. Galler Traditionsklub SC Brühl, Schweizer Meister in der Spielzeit 1914/1915, mittlerweile aber seit über einem halben Jahrhundert (mit einer Ausnahme) in der obersten Amateurliga zu Hause. Pünktlich zum 125-jährigen Vereinsjubiläum aber hat der SCB zumindest temporär wieder (s)einen Platz in der erweiterten Schweizer Fussballelite eingenommen und darf darauf durchaus stolz sein. Denn schliesslich markiert die aktuelle Cupausgabe die einzige in diesem Jahrzehnt, in der nur ein einziger Amateurligist den Sprung unter die letzten 16 geschafft hat. Zuletzt war das zuweilen bis zu fünf Amateuren gelungen (23/24 und 19/20), im Schnitt waren drei Promotion-, Erst- oder gar Zweitligisten in der Runde der letzten 16 noch dabei. In diesem Jahr schaffte diesen Sprung nur der SC Brühl, der nun im heimischen Paul-Grüniger-Stadion auf den FC Aarau trifft. Gibt es da für den Jubilar etwa noch einmal Grund zum Feiern?

 

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Schwein gehabt: Die Spieler des FC Thun freuen sich über den knappen Erfolg bei Aussenseiter Schaffhausen (Keystone / Walter Bieri)

Topskorer

Ganze sieben Treffer hat der FC Lausanne-Sport in zehn Meisterschaftsspielen bislang zustande gebracht. Da kamen der Cup und der FC Winkeln aus der 2. Liga gerade recht, um das angeknackste Selbstvertrauen (vielleicht?) ein wenig aufzupeppen. Auf alle Fälle nutzte das aktuelle Tabellenschlusslicht der Super League die Reise in die Ostschweiz zumindest teilweise, um die eigene Torproduktion in einem Spiel direkt zu verdoppeln. Dabei besonders treffsicher: Mittelstürmer Seydou Traoré, der auf SL-Niveau in bislang 34 Spielen dreimal getroffen hat, dieser Statistik gestern jedoch zwischen der 72. und 84. Minute einen lupenreinen Hattrick hinzufügen konnte. So gibt zumindest der Score von 0:7 Grund zur Hoffnung, dass den Lausannois auch in der Super League bald wieder bessere Zeiten bevorstehen könnten.

 

Endspurt

Vor dem Jahresende wird das Cup-Teilnehmerfeld noch einmal halbiert. Und zwar stehen vom 1. bis 3. Dezember die Achtelfinals mit dem Giganten-Duell zwischen YB und Basel auf dem Programm. Die weiteren Partien:

St. Gallen – Lugano
Lausanne – GC
Yverdon (ChL) – Thun
Wil (ChL) – Luzern
Stade-Lausanne-Ouchy (ChL) – Sion
Xamax (ChL) – Servette
Brühl (PL) – Aarau (ChL)

 

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