skysport.ch
Sky Sport

Live-Sport ansehen auf

Sky Sport
Analysen Fussball

Lugano gefordert – Alarmstufe Rot bei Thun

Andy

Heute startet auch die Conference League in die Liga-Phase. Mit dabei sind aus Schweizer Sicht der souveräne Leader FC Lugano und der kriselnde Meister FC Thun. Den Tessinern ist einiges zuzutrauen, die Berner Oberländer müssen hoffen, dass die Luftveränderung belebend wirkt und ihre Defensive nicht im Durchzug steht.

keystone-highres-724922215
Stürmer Albian Ajeti, Captain Renato Steffen und Trainer Mattia Croci-Torti wollen auch heute gegen Roter Stern Belgrad jubeln. © KEYSTONE/ Ti-Press/ Samuel Golay

Der FC Lugano absolviert bislang eine bemerkenswerte Saison. In der Super League haben die Tessiner von zehn Spielen neun gewonnen, mussten einzig den Young Boys ein Unentschieden zugestehen. Die souveräne Tabellenführung mit sechs Punkten Vorsprung auf die Berner sind der verdiente Lohn. Auch auf dem europäischen Parkett ist das Team von Mattia Croci-Torti nach sechs Spielen noch ungeschlagen und hat nach den Duellen gegen Dukagjini (Kosovo), Runavik (Färöer) und Maccabi Tel Aviv den Einzug in die Ligaphase der Conference League geschafft.

Dort treffen die Tessiner heute Abend auf Roter Stern Belgrad – und sind Aussenseiter. Das Kader des FC Lugano wird von Transfermarkt mit einem Wert von 45 Millionen Euro beziffert, jenes des serbischen Serienmeisters (neun Meistertitel in Folge) mit 98 Millionen. Der in der Schweiz wohl bekannteste Spieler ist der österreichische Mittelstürmer Marko Arnautovic, der wertvollste Spieler ist das offensive Mittelfeldtalent Vasilje Kostov mit 25 Millionen Euro – der 18-Jährige hat in dieser Saison wettbewerbsübergreifend in 14 Spielen bereits fünf Tore erzielt.

Auch die Geschichte spricht für Roter Stern: 20 Mal traf Roter Stern im Europacup bislang auf ein Team aus der Schweiz. Sieben Spiele gewannen die Serben, acht endeten unentschieden. Und die Form stimmt – zumindest in der Meisterschaft, wo der Titelverteidiger nach elf Spielen noch ungeschlagen ist und mit 31 Punkten an der Spitze thront. Frustrierend waren dagegen die bisherigen internationalen Spiele. In der Champions League-Qualifikation war in der dritten Runde der Aussenseiter Hapoel Beer Sheva zu stark. Der verpasste Gang an die Millionentöpfe wurde auch Trainer Dejan Stankovic zum Verhängnis, der in der Folge gefeuert und durch den Spanier Albert Riera ersetzt wurde, der in Frankfurt gescheitert war. Und in der Qualifikation zur Europa League war Viktoria Pilsen zu stark – 1:5-Niederlage nach Verlängerung im Rückspiel, nachdem Roter Stern daheim noch 3:0 gewonnen hatte.

Gelingt die Revanche gegen Riera?

An Riera hat Lugano übrigens keine guten Erinnerungen. Als dieser vor seinem Engagement in Frankfurt beim slowenischen Klub Celje engagiert war, gab es vier Duelle mit dem FC Lugano und Mattia Croci-Torti – und dreimal behielt der Spanier die Überhand. Entsprechend sagt nun auch Croci-Torti: «Ich habe grossen Respekt vor Trainern, deren Mannschaften guten Fussball spielen. Und Riera ist einer davon.»

Doch Lugano ist definitiv nicht chancenlos. Die Mannschaft macht einen gefestigten Eindruck. In der Defensive ist Routinier David von Ballmoos ein sicherer Wert, der vor sieben Jahren mit den Young Boys zweimal auf Roter Stern traf und zweimal zu einem Unentschieden kam. Und ganz vorne haben Kevin Behrens und Daniel Dos Santos mit je acht Treffern bereits ihre Torgefahr unter Beweis gestellt. Zudem ist das neue Stadion, die AIL Arena, ein Trumpf. Die Bilanz in der schmucken Arena steht aktuell bei neun Spielen, acht Siegen, einem Remis und einem Torverhältnis von 23:5. Kein Wunder, sagt Captain Renato Steffen: «Ich glaube, wir können schon von einer Art Festung sprechen.» Ob dies so ist, wird sich heute Abend zeigen.

Ein ungleiches Duell

Weniger rosig sieht es beim FC Thun aus. Die Berner Oberländer kehren nach 13-jähriger Pause wieder in die Hauptrunde eines europäischen Wettbewerbs zurück und treffen dort auf den niederländischen Vertreter Twente Enschede. Bezüglich Marktwert ist es ein ungleiches Duell, da hat Twente mit 101 Millionen Euro gegenüber den 20 Millionen der Berner Oberländer klar die Nase vorne. Und auch die Formkurve stimmt: In der Eredivisie belegt Twente aktuell Rang 4, mit drei Punkten Rückstand auf Leader Feyenoord, und hat einzig das Auftaktspiel gegen Heerenveen verloren. Zudem kanterten die Niederländer in der Nati-Pause in einem Testspiel Werder Bremen mit 7:0 nieder. Alarmstufe Rot also für die Berner Oberländer, die in dieser Saison defensiv alles andere als sattelfest sind und wettbewerbsübergreifend in 17 Spielen 43 Tore kassierten.

Der FC Thun ist aktuell noch immer auf der Suche nach seinem Gesicht, nachdem viele Leistungsträger und auch Trainer Mauro Lustrinelli das Berner Oberland verlassen haben. Dazu kamen die Wirren um die Captainfrage, nachdem in dieser Saison zuerst Marco Bürki und dann auch Jan Bamert vom Platz gestellt worden waren. Ob der Befreiungsschlag ausgerechnet in der Conference League gegen einen starken Gegner gelingt, ist fraglich. Geklärt ist dagegen, wer das Team als Captain anführt: Jan Bamert. Dies unter anderem, weil Marco Bürki gar nicht in die Niederlande mitgereist ist, da er in diesen Tagen Nachwuchs erwartet.

Bewerte den Artikel
1 Bewertungen
Ihre Stimme wird gezählt.

News-Feed

Lesen Sie auch

Mehr anzeigen

Live-Sport ansehen auf

Sky Sport
Copyright Sky Schweiz SA © 2001-2026. Erstellt von EWM.swiss