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Matchwinner Muheim – und auch Gantenbein und Ndoye treffen

Andy

Ein Tor und ein Assist: Miro Muheim feiert beim Hamburger SV ein Traumcomeback und ist beim 3:2-Sieg gegen Hoffenheim der gefeierte Mann. Aber auch Adrian Gantenbein und Dan Ndoye treffen für ihre Klubs, wie ein Überblick über die in den europäischen Top-5-Ligen engagierten Schweizer zeigt.

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Der befreiende Jubel von Miro Muheim nach seinem Siegtor für den HSV. © IMAGO / HMB-Media

Miro Muheim hat keine einfachen Wochen hinter sich. Zuerst stand er an der WM nach dem Katar-Match in der Kritik. Dann verletzte er sich an der Wade und musste vorübergehend pausieren. Nach seiner Rückkehr zum HSV musste er zunächst ein Aufbautraining absolvieren und kam in dieser Saison vorerst nicht zum Einsatz.. Es wurde gar gemunkelt, dass ihn die Hamburger aussortieren wollen oder dass er selber eine Luftveränderung anstrebt. Doch nun nahm diese Geschichte eine fast märchenhafte Wende.

Am Samstag stand Muheim beim Auswärtsspiel gegen Hoffenheim erstmals in dieser Saison im Kader seines Teams. Er begann auf der Ersatzbank und wurde kurz vor der Pause für Captain Nicolai Remberg eingewechselt, der sich einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Muheim machte seine Sache gut – und wurde in der Schlussphase zur grossen Figur. In der 83. Minute gab er beim 2:2-Ausgleich den entscheidenden Pass, in der Nachspielzeit sorgte er für den Sieg, als er nach einer Ecke von der Strafraumgrenze aus direkt abzog und traf. «Man hat ziemlich schnell gesehen, dass der da in die Ecke geht und deshalb war das dann ein sehr, sehr cooler Moment», sagte Muheim nach dem ersten Auswärtssieg seines Teams strahlend. Und beendete auch alle Abgangsgerüchte: «Ich bin hier, weil ich hier sein will. Ich habe Vertrag hier, und ich mag den Verein. Ich möchte hier sein. Und ich schaue einfach, dass ich jetzt meine Leistung zeigen und dem Verein helfen kann.»

Premiere für Gantenbein

Als Torschütze glänzte auch Adrian Gantenbein. Seit zwei Jahren steht der frühere Winterthurer bei Schalke unter Vertrag. Den Saisonstart verpasste er beim Aufsteiger aufgrund einer Verletzung. Doch am Sonntag feierte er beim Auswärtsspiel in Freiburg sein Bundesligadebüt – und erzielte nach einer halben Stunde mit einem Rechtsschuss auch gleich sein erstes Bundesligator. Zu einem Punktgewinn reichte es aber nicht, weil die Freiburger, bei denen Bruno Ogbus angeschlagen fehlte und Rouven Tarnutzer nicht im Kader stand, fünf Minuten vor Schluss noch den 2:1-Siegtreffer erzielten und so die Tabellenspitze übernahmen. Entsprechend war auch die Stimmung bei Torschütze Gantenbein nach dem Match: «Das Tor interessiert mich nicht. Wir konnten nicht einmal einen Punkt mitnehmen – und das nervt uns alle.»

Erster Verfolger des SC Freiburg ist Dortmund, wobei Gregor Kobel und sein Team erstmals in dieser Saison Punkte abgaben. Die Borussen erzielten in der 80. und 85. Minute je ein Tor und schienen den fünften Saisonsieg bereits auf sicher zu haben. Doch dann schlugen die Hanseaten in einem Last-Minute-Wahnsinn zurück, kamen durch Reis (88. Minute) und Niclas Füllkrug in der Nachspielzeit zum Ausgleich. Goalie Kobel, der in der ersten Halbzeit einmal stark gegen Füllkrug pariert hatte, traf an beiden Toren keine Schuld. Cedric Itten muss bei Bremen weiter hinter Rückkehrer Füllkrug anstehen, sass 90 Minuten auf der Bank.

Die Tabellenspitze in Sichtweite hat weiterhin auch der FC Augsburg, der im Derby gegen den FC Bayern München einmal mehr von Fabian Rieder angeführt wurde. Den Augsburgern glückte ein Traumstart, als Robin Fellauer nach acht Sekunden einen Patzer von Manuel Neuer ausnützte und das schnellste Tor in der Bundesliga-Geschichte erzielte. Doch zum Sieg reichte es nicht, weil sich die Bayern zurückkämpften, einen zweiten Fehler von Goalie Neuer wegsteckten, erneut ausglichen und am Ende einen Punkt gewannen.

Beim 2:0-Sieg des VfB Stuttgart gegen Paderborn spielten die Schweizer keine Rolle. Luca Jaquez fehlte einmal mehr verletzt, befindet sich nach seiner Muskelverletzung aber wieder im Mannschaftstraining und sollte bald zurückkehren. Leonidas Stergiou schmorte einmal mehr auf der Bank und kommt in dieser Saison bislang auf 16 Spielminuten – da wird im Winter wohl eine Luftveränderung wieder zum Thema. Während Silvan Widmer bei der 3:4-Niederlage von Mainz in einem wilden Spiel gegen Leverkusen nicht im Kader stand, kam Innenverteidiger Joël Schmied beim 2:1-Sieg von Köln gegen das punktlose Schlusslicht Gladbach zum zweiten Teileinsatz in dieser Saison, wurde zehn Minuten vor Schluss eingewechselt.

Lustrinelli endlich ohne Gegentor

Aufatmen kann die Schweizer Fraktion bei Union Berlin: Das 1:0 gegen Aufsteiger Elversberg war der erste Sieg in dieser Saison, zudem blieben die Eisernen erstmals in dieser Saison ohne Gegentor, nachdem sie in den ersten vier Spielen 17 Treffer kassiert hatten und die Schiessbude der Liga waren. Michel Aebischer und Kastriot Imeri standen bei Union in der Startelf, wurden nach 77 beziehungsweise 58 Minuten ausgewechselt und erlebten den ersten Saisonsieg am Ende von der Bank aus mit. Entsprechend zufrieden war Coach Maro Lustrinelli: «Wir haben uns in der Länderspielpause in vielen Bereichen gesteigert: Im Spiel mit dem Ball, im Spiel ohne Ball und in der Intensität. Wir haben heute über 90 Minuten eine konstante Leistung gezeigt. Wir haben sehr wenig zugelassen und vorne haben wir immer versucht, das Tor zu machen. Es ist ein guter Schritt in die richtige Richtung und wir nehmen den Schwung jetzt mit.» Es war vielleicht der Befreiungsschlag zum richtigen Zeitpunkt, denn am Samstag empfangen die Berliner Borussia Dortmund und wollen im zweiten Heimspiel in Folge feiern.

In Spanien trifft Ruben Vargas, der nach seinen Knieproblemen wieder als fit gemeldet wird, mit dem FC Sevilla heute Abend auf Levante. Filip Ugrinic spielte am Sonntag mit Valencia auswärts gegen Santander 2:2 und wurde nach einer Stunde ausgewechselt. In der Tabelle liegt er mit seinem Team auf dem zweitletzten Platz – da bahnt sich erneut eine schwierige Saison an.

Ndoye mit Tor, Manzambi mit Assist

In England zeigte Dan Ndoye einmal mehr seine Klasse und seine gute Form, traf gegen Crystal Palace bereits nach drei Minuten zum 1:0. Doch sein zweites Saisontor brachte nichts – Nottingham verlor am Ende mit 1:3, und dies unter anderem auch, weil Ndoye noch einige gute Chancen versiebte. Während Aurèle Amenda (Coventry) und Fabian Schär (Newcastle) erst heute Abend im Direktduell aufeinandertreffen, spielte Johan Manzambi mit Aston Villa gegen Brentford 2:2. Aston Villa schaffte nach einem frühen Rückstand durch Tore von Nicolas Jackson und John McGinn bis zur 77. Minute die Wende, wobei sich Manzambi beim zweiten Treffer den Assist notieren liess, doch kurz darauf glich Brentford zum 2:2-Schlussresultat aus. Mit nur einem Saisonsieg liegt Aston Villa in der unteren Tabellenhälfte, einen Punkt vor Sunderland, das mit Captain Granit Xhaka gegen Brighton daheim 0:2 verlor. Nico Elvedi und Noah Okafor mussten in dieser Saison erstmals als Verlierer vom Platz, unterlagen Meister Arsenal nach einem guten Auftritt 1:2, wobei die Gunners das Spiel mit zwei Toren innert acht Minuten drehten und an der Tabellenspitze an Leader Manchester City dranblieben.

In der Ligue 1 gewann Yvon Mvogo mit Lorient gegen den FC Paris mit 1:0 und hielt seinen Kasten im sechsten Saisonspiel zum dritten Mal sauber. Damit ist er hinter Berke Özer, der mit Lille schon vier Shutouts feierte, die Nummer 2. Der Türke gewann mit seinem Team am Samstag gegen Le Havre mit 1:0, wobei Loun Srdanovic bei Lille im Aufgebot fehlte und Felix Mambimbi bei Le Havre wegen eines Achillessehnenrisses noch lange zuschauen muss. Ebenfalls ein Langzeitverletzter ist Innenverteidiger Bryan Okoh (Auxerre) aufgrund eines Kreuzbandrisses.

Leader in der französischen Meisterschaft ist die AS Monaco, die sich von Toulouse 2:2 trennte. Goalie Philipp Köhn war bei den Kickern aus dem Fürstentum einmal mehr nur Ersatz, während Captain Denis Zakaria nach 51 Minuten wegen Problemen mit der hinteren Oberschenkelmuskulatur ausgewechselt wurde. «Er hat leichte Beschwerden an einer Sehne verspürt. Er muss sich untersuchen lassen, aber ich glaube nicht, dass es etwas Ernstes ist», gab Trainer Filipe Luis nach dem Spiel eine sanfte Entwarnung. Doch für Zakaria ist es bereits das nächste körperliche Warnsignal innerhalb kurzer Zeit. Seit Saisonbeginn hat er viele Spiele bestritten und nach Beschwerden an den Adduktoren darauf verzichtet, während der Länderspielpause zur Nationalmannschaft zu reisen. Der Zeitpunkt ist ungünstig: Monaco hat gerade einen Marathon mit acht Spielen in 30 Tagen begonnen. Zachary Athekame verlor mit Lyon gegen Lens 1:2 und ist auf Rang 4 abgerutscht, Ulisses Garcia siegte mit Marseille gegen Troyes 2:0, war aber nur Ersatz.

In Italien gewann Inter Mailand gegen Parma 3:0 und löste an der Tabellenspitze die AS Roma ab, die gegen Como nicht über eine Nullnummer hinauskam. Manuel Akanji war bei Inter nur Ersatz, während Vincent Sierro bei Parma nach einer Stunde ausgewechselt wurde und Sascha Britschgi zehn Minuten vor Schluss ins Spiel kam. Djibril Sow und Ethan Meichtry verpassten den 2:1-Sieg des FC Genua gegen Florenz verletzt, Joël Monteiro verlor mit Lecce gegen Bologna 1:2 und wurde für die letzten zehn Minuten eingewechselt. Nachdem Ardon Jashari bei der Nati Spielpraxis sammeln konnte, durfte er bei der AC Milan gegen Sassuolo immerhin wieder einmal zwölf Minuten spielen. Zu einem Erfolgserlebnis reichte es aber nicht – Milan kam nicht über ein 1:1 hinaus. Simon Sohm (mit Venedig gegen Atalanta) sowie Ricardo Rodriguez und Eray Cömert (beide mit Turin gegen Udinese) kommen erst heute Abend zum Einsatz.

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