Messi oder Ronaldo? Das Ende der Debatte!
Wer ist im Fussball der GOAT? Die Diskussion ist an vielen Stammtischen ein Dauerbrenner, und es ist schwierig, eine Antwort zu finden. Seit dieser WM ist aber klar: Lionel Messi steht über Cristiano Ronaldo.
Eine abschliessende und allgemeingültige Antwort zu finden, ist nicht möglich. Zu viele Faktoren spielen bei dieser Wahl mit, auch persönliche Sympathien oder Antipathien. Ein objektives Urteil ist nicht möglich, der Anteil der subjektiven Meinung ist zu gross.
Mehr oder weniger klar ist aber, welche lebenden oder bereits verstorbenen Legenden bei der Suche nach dem GOAT im Fussball mitspielen. Da sind natürlich der Brasilianer Pelé und der Argentinier Maradona, die der aktuellen Generation teilweise nur noch vage und aus Überlieferungen ein Begriff sind. Und da sind der Argentinier Lionel Messi und der Portugiese Cristiano Ronaldo, die sich seit einer gefühlten Ewigkeit duellieren und massenhaft Trophäen sammeln.
Nun befinden sich die beiden Superstars im Abendrot ihrer Karriere. Ronaldo ist mittlerweile 41 Jahre alt und verdient sein Geld in Saudi-Arabien. Messi feierte im Juni seinen 39. Geburtstag, kickt in der Major League Soccer. Beide sind so aus dem ganz grossen Rampenlicht verschwunden – und dennoch standen oder stehen sie an der WM 2026 einmal mehr im Fokus und werden wie schon in den letzten zwei Jahrzehnten miteinander verglichen und aneinander gemessen.
An Ronaldo haben sich an der WM 2026 die Geister geschieden. Natürlich, er hat in fünf Spielen drei Treffer erzielt und war damit einmal mehr der erfolgreichste Torschütze seines Teams. Doch seine Auftritte haben auch eindrücklich gezeigt, dass er seine besten Zeiten hinter sich hat. Im Achtelfinal gegen Spanien konnte er keine Akzente setzen, war höchstens ein Mitläufer, seine Leistung war äusserst bescheiden – und nach der Niederlage vergoss er nicht ganz unerwartet einige Tränen. Das Ausscheiden war gleichbedeutend mit dem Ende seiner WM-Karriere. Der Titel bleibt ein Traum, seine Karriere unvollendet. Auf Klubebene hat er alle grossen Titel gewonnen, mit Portugal wurde er Europameister – aber die WM-Trophäe konnte er nie in die Höhe stemmen.
Es ist und bleibt die schmerzhafte Lücke in einem ansonsten prall gefüllten Palmarès. Und damit bleibt er bezüglich WM-Titel für immer und ewig im Schatten von Pelé, Maradona und Messi, dessen Karriere sich zwar ebenfalls dem Ende zuneigt, der aber an der WM 2026 nochmals mehrere Ausrufezeichen gesetzt hat. In den ersten vier Spielen glänzte er mit sieben Treffern, womit er die Torschützenliste gemeinsam mit Erling Haaland und Kylian Mbappé anführt. Auch in der ewigen Torschützenliste hat er sich an die Spitze geballert, führt nun mit 20 Treffern knapp vor Mbappé (19). Und heute Abend bekommt er die Gelegenheit, den nächsten Schritt zu machen, wenn er mit Argentinien im Achtelfinal auf Ägypten trifft – und favorisiert ist.
Der Traum von der Titelverteidigung lebt beim nach wie vor starken Altmeister weiter. Und da ist er nicht nur Mitläufer und trägt die Captainbinde am Arm spazieren. Er ist Teamleader und für seine Mannschaft unverzichtbar. «Lionel Messi wird so lange der beste Spieler der Welt sein, wie er es selbst will», erklärte sein Trainer Lionel Scaloni, nachdem Argentiniens Ikone mit einem überragenden Hattrick gegen Algerien in die WM gestartet war und den Allzeit-Rekord an WM-Toren von Miroslav Klose vorübergehend eingestellt hatte. «Mir fehlen die Worte für Leo, er macht das seit 20 Jahren. Was er macht und ausstrahlt, ist unglaublich», so Scaloni. «Ihn mit fast 39 Jahren zu sehen, ist für Argentinier und für jeden, der Fussball liebt, beeindruckend. Das ist schwer zu erklären.»
Ob Messi in der ewigen Bestenliste nun über Pelé und Maradona thront, ist nach wie vor Ansichtssache. Und es gibt sicher auch eingefleischte Ronaldo-Fans, die ihren Liebling mindestens auf gleicher Höhe oder gar vor dem Argentinier sehen. Aber nüchtern gesehen hat Messi in der Debatte «Messi oder Ronaldo – wer ist besser?» eine ebenso eindrückliche wie eindeutige Antwort gegeben, der nichts mehr hinzuzufügen ist.