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Aufgefallen: Der 35. Spieltag in der Brack Super League

Patrick

Der Meister? Steht seit diesem Wochenende fest und ist auch der Aufsteiger. Der Absteiger? Steht noch nicht fest und ist vielleicht doch noch der Rekordmeister. Und die Europacup-Teilnehmer? Sind vielleicht der Cupfinalist, eventuell die beiden Teams der Stunde oder möglicherwiese doch noch einer der beiden gefallenen Liga-Giganten. Unser Rückblick auf den viertletzten Spieltag in der Saison 2025/2026.

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Fussballfieber im Berner Oberland: Der FC Thun und seine Fans feiern den ersten Meistertitel der Klubgeschichte © Keystone / Alessandro Della Valle

In or out

Drinnen oder draussen? Diese Frage stand im Zentrum des samstäglichen Kantons-Derbys zwischen dem FC Winterthur und dem FC Zürich. Zum einen mit Blick auf die bedrohliche Situation der Eulachstädter am Tabellenende. Zum anderen im Hinblick auf ein Foul von FCZ-Tsawa an FCW-Lüthi an der Strafraumgrenze, welches Schiedsrichter Luca Cibelli nach VAR-Konsultation schliesslich in der 94. Minute mit Elfmeter taxierte. Andrin Hunziker nahm Anlauf – und sicherte Winti (35/20) mit dem 2:2 spät noch einen Punkt. Allerdings: Natürlich hätten die Winterthurer an diesem Abend drei Zähler benötigt, um den vagen Hoffnungen auf den Ligaerhalt noch einmal echte Nahrung zu geben. Doch Treffer von Juan José Perea (23.) und Philippe Kény (69.) lenkten die Partie lange in Stadtzürcher Bahnen, auch wenn Pajtim Kasami zwischenzeitlich zum 1:1 ausgleichen konnte (26.). Schliesslich folgte knappe 20 Stunden später dann das vorläufige Verdikt: «In», weil die Zürcher Grasshoppers gegen Servette jene Punkte nicht holten, die den Winterthurer Abstieg nach vier Saisons Super League besiegelt hätten. Rosig ist die Winti-Perspektive dennoch nicht: Drei Spieltage vor dem Saisonende beträgt der Rückstand noch immer sieben Zähler.

 

Rekordverdächtig

66 Mal hatte der FC Luzern vor dem samstäglichen Gastspiel in Lausanne in dieser Spielzeit bereits getroffen und damit seinen eigenen Super-League-Bestwert eingestellt. Und dann? Lagen die Zentralschweizer zur Pause mit 0:1 (Jamie Roche, 19.) hinten und machten dabei nicht wirklich dein Eindruck, an diesem Abend grosses Interesse an der Verbesserung der eigenen Rekordmarke zu haben – bis die zweite Halbzeit angepfiffen wurde. Denn in der zeigten die Leuchtenstädter ein ganz anders Gesicht, agierten ebenso deutlich zielstrebiger wie die Lausannois fahrlässiger und drehten folgerichtig eine eigentlich bedeutungslose Partie. Erst durch Tyron Owusus Ausgleich nach 53 Minuten, dann durch Youngster Andrej Vasovic’ ersten Super-League-Doppelpack (66. und 90. +3), der damit gleichzeitig den dritten Sieg im vierten Saison-Duell mit den Waadtländern sowie den neuen Luzerner SL-Torrekord besiegelte. Der steht neu bei 69 Saisontoren und dürfte mit grosser Wahrscheinlichkeit in den verbleibenden zwei Wochen noch weiter nach oben verschoben werden.

 

Schützenhilfe

Nein, gegenüber dem FC Thun ist diese Aussage nicht ganz fair. Aber irgendwie passt es einfach zur Super-League-Spielzeit 2025/2026, dass sie einen Meister bekommt, der den finalen Schritt zum Pokal zu Hause in der eigenen Stadionloge erlebt. Der es zuvor in zwei Anläufen nicht schaffte, den eigenen Matchball zu versenken und der in der üblicherweise wichtigsten Phase der Saison zuletzt vier Niederlagen in fünf Spielen aneinanderreihte. Die Letzte am Samstagabend in Basel, als der designierte Meister zum ersten Mal auch so etwas wie Nerven zeigt. Mit 1:3 unterlagen die Thuner (Torschütze Valmir Matoshi) dem FC Basel (Torschützen Metinho, Albian Ajeti und Koba Koindredi) und mussten dabei nicht nur  den nächsten Rückschlag, sondern auch den Verlust von drei wichtigen Personalien verkraften, die sich durch Unsportlichkeiten selbst aus dem Rennen nahmen. Erst Verteidiger Fehr (Gelb-Rot) und Trainer Lustrinelli (4. Gelbe Karte), dann noch Stürmer Ibayi, der sich von der Bank aus einen Platzverweis leistete. Allen gemeinsam war, dass sie sich bis Sonntagabend trotzdem wieder freuen konnten. Der FC Basel (Rang 5, 56 Punkte), weil er nach zwei Niederlagen am Stück wieder drei Punkte einfahren konnte und der FC Thun, weil seine hollywoodreife Story doch noch im Happy-End endete: Mit dem ersten Meistertitel eines Aufsteigers seit der Saison 51/52, den sich die Oberländer mit bärenstarken ersten 31 Saisonspielen redlich verdienten.

 

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Auch den FC St. Gallen hopps genommen: Sion und Donat Rrudhani (in schwarz) eilen derzeit von Sieg zu Sieg (Keystone / Urs Flueeler)

Team der Stunde

Der FC Thun ist Schweizer Meister. Der FC St. Gallen steht im Cupfinal und der FC Sion? Ist die SL-Mannschaft der Stunde. Denn im Kybunpark  sicherten sich die Walliser beim 0:3 den bereits vierten Sieg in Folge und das mit einem Torverhältnis von mittlerweile 12:0 Toren. In der Ostschweiz erledigten Benjamin Kololli (43.), Ilyas Chouaref (63.) und Théo Berdayes (76.) dabei einen Gegner, der zuvor während 16 Spielen nicht mehr verloren hatte und folgerichtig auch nach dieser Niederlage vom zweiten Tabellenrang (63 Punkte) grüsst. Allerdings muss der FCSG auch «dank» den aufstrebenden Sittenern (58 Punkte) plötzlich wieder etwas um die Qualifikation für den Europacup bangen. Denn drei Spieltage vor dem Saisonende liegt Grün-Weiss zwar noch fünf Punkte vor dem gestrigen Kontrahenten und deren sieben vor dem FC Basel (Rang 5, 56 Punke), aufgrund der noch ausstehenden Direktbegegnungen ist in diesem Tabellenbereich aber noch fast alles möglich. Insbesondere, falls der FC Sion seinen Lauf auch in den beiden abschliessenden Saisonwochen fortsetzen sollte.

 

Hoffnungslos

Wir wissen es alle: Wer in der Tabelle unten steht, muss sich oft doppelt anstrengen, um aus einer Partie etwas Zählbares mitzunehmen. Wer das nicht macht?  Dem passieren dann so Dinge wie den Zürcher Grasshoppers gestern Nachmittag im Duell mit Servette Genf zwischen der 26. und 33. Spielminute. Erst verletzte sich GC-Linksverteidiger Simone Stroscio und musste durch Max Ullmann ersetzt werden. Dann leistete sich Rechtsverteidiger Alan Arrigoni ein ungestümes Foul gegen Bradley Mazikou und wurde folgerichtig des Feldes verwiesen. Und schliesslich führten die Grenats nach dem darauffolgenden Freistoss trotz null Torschüssen plötzlich mit 0:1, da ausgerechnet Ullmann die Hereingabe von Miroslav Stevanovic mit dem Fuss unhaltbar ins eigene Tor ablenkte. Der Rest war ein Genfer Schaulaufen gegen einen resignierenden Zürcher Gegner, der in dieser Verfassung auf ganz schwierige Wochen zusteuert. Zwar kassierten die Hoppers «dank» Thomas Lopes (51.) nur noch einen weiteren Gegentreffer, spätestens in der Barrage werden ähnlich uninspirierte Leistungen dann aber drastischere Auswirkungen nach sich ziehen. Falls der Rekordmeister (35/27) den letzten Notausgang aufgrund der anhaltenden Schwäche des FC Winterthur überhaupt findet. Drei Spiele vor Schluss beträgt der Vorsprung sieben Punkte.

 

Ciao Europa

Das fünfte sieglose Spiel hintereinander war dann eines zu viel: Die Berner Young Boys (35/48), noch immer die Mannschaft mit dem höchsten Marktwert der Liga (knapp 66 Mio. Euro), werden die Schweiz kommende Saison nicht in einem europäischen Wettbewerb vertretenen. So viel ist nach dem 0:1 in Lugano (84., Renato Steffen), der bereits zehnten YB-Niederlage im 24. Spiel unter Trainer Gerardo Seoane klar. Denn zehn Punkte Rückstand auf Rang 4 sind drei Runden vor dem Saisonende auch in der Theorie nicht mehr aufzuholen. Ganz anders präsentiert sich die Situation da beim FC Lugano, jenem Team, dass die Meisterschaft einst mit vier Punkten aus sechs Spielen lancierte, mittlerweile aber punktegleich mit dem FC St. Gallen (35/63) auf Rang 3 steht. Europa ist nah und falls die Tessiner Eins-zu-Null-Spezialisten (zuletzt vier Mal in Folge) auch im Heimspiel gegen St. Gallen oder im anschliessenden Auswärtsspiel im Wallis punkten, dürfte ihnen die fünfte Europacup-Qualifikation in Folge nicht mehr zu nehmen sein.

 

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