Spannung und Action im Abstiegskampf
In der Bundesliga sind noch drei Runden zu spielen, und Spannung herrscht vor allem rund um drei Fragen: Wer schafft es in die Champions League? Wer steigt ab? Und wer muss in die Relegation?
An der Spitze ist fast alles klar: Die Bayern stehen längst als Titelverteidiger fest, und Borussia Dortmund wird «Best of the Rest» und Vizemeister oder erreicht im schlechtesten Fall auf Rang 3 die Champions League. Dahinter wird es aber schon spannender. Mit Leipzig (62 Punkte), Stuttgart (57), Hoffenheim (57) und Leverkusen (55) kämpfen vier Teams um die restlichen zwei lukrativen Tickets für die Königsklasse. Und da werden bereits an diesem Wochenende die Weichen gestellt.
Leipzig trifft am Samstagabend auswärts auf Leverkusen und kann mit einem Sieg einen grossen Schritt machen, während Bayer auf drei Punkte schon fast angewiesen ist, um nicht bös in Zugzwang zu geraten – zumal der Ex-Klub von Granit Xhaka eine Woche später im nächsten Direktduell zum VfB Stuttgart reisen muss. Am morgigen Samstagnachmittag treffen Hoffenheim und Stuttgart aufeinander, und da gilt: Verlieren verboten. Gleichzeitig macht der Sieger einen grossen Schritt in Richtung der fetten Geldtöpfe.
Die halbe Liga involviert
Am anderen Ende tobt der sportliche Überlebenskampf. Acht Teams müssen noch zittern, die einen etwas mehr, die anderen etwas weniger. Die beste Ausgangslage hat Mainz auf dem zehnten Platz. Das Team von Urs Fischer trifft am Sonntag auswärts auf St. Pauli und kann sich mit einem Unentschieden bereits den Ligaerhalt sichern. Was für eine Perspektive für die Mainzer, bei denen Urs Fischer im Dezember übernommen hat, als der Klub Letzter war und sechs Punkte Rückstand aufs rettende Ufer hatte. Anders sieht es für die Kiez-Kicker aus St. Pauli aus, die unbedingt einen Sieg brauchen, um die minimale Hoffnung auf den direkten Klassenerhalt zu behalten und sich auch im Kampf um den Barrageplatz 16 weiterhin gut zu positionieren.
Düster sind die Aussichten für Heidenheim. Der Arbeitgeber von Leonidas Stergiou liegt auf dem letzten Platz, hat vier Punkte Rückstand auf die Barrage – und trifft am Samstag auswärts auf die Bayern. Auch wenn man davon ausgehen kann, dass Vincent Kompany im Hinblick auf das Rückspiel im Champions-League-Halbfinal gegen Paris Saint-Germain rotiert und den einen oder anderen seiner Stars schont, braucht es viel Fantasie, um den Heidenheimern einen Punktgewinn zuzutrauen. Viel realistischer ist, dass sie sich auch von der letzten theoretischen Chance auf den direkten Ligaerhalt verabschieden müssen und sich die Schlinge um den Hals noch stärker zuzieht. Und auch Wolfsburg, aktuell auf Rang 17 und einen Punkt hinter St. Pauli, ist gefordert, muss auswärts gegen den SC Freiburg unbedingt punkten.
Zwischen Mainz auf dem zehnten Platz und mit 34 Punkten auf der Pole-Position im Kampf um den Ligaerhalt und St. Pauli auf Barrageplatz 16 (26 Punkte) liegen drei Runden vor Schluss acht Punkte und fünf Teams. Während die Mainzer wie erwähnt am Sonntag den Klassenerhalt definitiv eintüten können, haben auch die anderen fünf Mannschaften noch nicht wirklich das Messer am Hals. Gladbach (spielt am Sonntag im Borussia-Duell gegen Dortmund), Bremen (Heimspiel am Samstag gegen den bereits geretteten FC Augsburg) und auch Union Berlin (daheim gegen Köln) haben 32 Punkte auf dem Konto. Der 1. FC Köln und der Hamburger SV, der auswärts gegen Frankfurt ran muss, stehen bei 31 Zählern und haben es in ihren Füssen, zumindest den direkten Abstieg zu verhindern oder sich gar in der drittletzten Runde endgültig zu retten, wenn Wolfsburg und St. Pauli nicht gewinnen.
Für Spannung ist an diesem Wochenende in der Bundesliga definitiv gesorgt, wobei auch einige Schweizer involviert sind: Neben Trainer Urs Fischer und Captain Silvan Widmer mit Mainz sind dies auch Nico Elvedi (Gladbach), Isaac Schmidt (Bremen), Joël Schmied (Köln) und der weiterhin verletzte Miro Muheim (HSV) über dem Strich sowie Leonidas Stergiou (Heidenheim) als Schlusslicht. Und natürlich Pirmin Schwegler und Diego Benaglio, die als Sportdirektor respektive Aufsichtsrat bei Wolfsburg involviert sind und so gegen den Abstieg kämpfen.