Rieder gerettet, Zeki steigt ab – und Okoh trifft
Die in den europäischen Top-5-Ligen engagierten Schweizer erlebten am Wochenende unterschiedliche Gefühle, wie ein kurzer Überblick zeigt.
Die verschiedenen Fussball-Ligen gehen in die finale Phase, und entsprechend steigt die Spannung. In der Bundesliga ist der Titelkampf längst entschieden, die Bayern stehen als Meister fest und peilen das Triple an. Dass sie über die Mentalität für diesen Coup verfügen, zeigten sie am Samstag im Auswärtsspiel gegen Mainz. Zur Pause lag der Rekordmeister, der viele Stammkräfte für den Champions League-Halbfinal am Dienstag gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain schonte, mit 0:3 hinten – am Ende siegten die Bayern gegen die Mainzer, bei denen Silvan Widmer zehn Minuten vor Schluss ausgewechselt wurde, aber doch noch 4:3. Für die Mainzer hatte die späte Niederlage überschaubare Folgen. Das Team von Urs Fischer verpasste zwar den vorzeitigen Ligaerhalt, kann aber am nächsten Sonntag im Direktduell gegen St. Pauli mit einem Unentschieden alles klar machen.
Aus dem Abstiegskampf endgültig verabschiedet hat sich der FC Augsburg, der daheim gegen Frankfurt zu einem 1:1 kam. Bei den Augsburgern spielten Cédric Zesiger und Fabian Rieder durch, wobei Letzterer zu den Besten seines Teams gehörte. Bei den Frankfurtern wurde der nicht immer stilsichere Aurèle Amenda nach 82 Minuten aus dem Spiel genommen.
Wie Mainz noch nicht gerettet sind Mönchengladbach, Bremen, Köln und der Hamburger SV, die aber alle gute Perspektiven haben. Gladbach mit Nico Elvedi blieb zum fünften Mal in Folge ohne Sieg und spielte gegen Wolfsburg 0:0, hat aber drei Runden vor Schluss sechs Punkte Reserve auf St. Pauli auf dem Barrageplatz. Punktgleich mit der Borussia ist Werder Bremen. Die Hanseaten knöpften ohne Isaac Schmidt (Ersatz) auswärts dem VfB Stuttgart einen Punkt ab. Für Werder war es ein gewonnener Punkt, Stuttgart verschenkte mit diesem 1:1 zwei im Kampf um die Champions League wertvolle und wichtige Zähler.
Der 1. FC Köln, der ohne Joël Schmied (Ersatz) das Derby gegen Bayer Leverkusen mit Ersatzgoalie Jonas Omlin 1:2 verlor, und der Hamburger SV, der ohne den verletzten Miro Muheim Hoffenheim 1:2 unterlag, befinden sich ebenfalls über dem Strich und haben fünf Punkte Vorsprung auf St. Pauli. Weniger rosig sieht es für Heidenheim aus. Durch das 2:0 gegen St. Pauli wahrte der Arbeitgeber von Leonidas Stergiou (war nur Ersatz) zwar die kleine Chance auf den Ligaerhalt, aber vier Punkte Rückstand auf das Barrageticket drei Runden vor Schluss sind eine enorme Hypothek.
Im Niemandsland bewegt sich der SC Freiburg. Nach dem Halbfinal-Out im Pokal gegen Stuttgart setzte es gegen Dortmund eine weitere Niederlage ab. Beim 0:4 fehlte Johan Manzambi wie einige andere Stammspieler im Kader und wurde für den Europa League-Halbfinal am Donnerstag gegen Braga geschont, während Bruno Ogbus durchspielte und in der Defensive doch einige Mühe hatte. Bei den Dortmundern hielt Gregor Kobel sein Tor zum 14. Mal in dieser Bundesligasaison sauber (Liga-Bestwert) und sicherte so der Borussia einen Platz in der Champions League 2026/27.
Eine Klatsche für Xhaka
In der Premier League setzte es für Sunderland mit Captain Granit Xhaka daheim gegen Nottingham (Dan Ndoye nur Ersatz) mit dem 0:5 die höchste Niederlage seit dem Wiederaufstieg ab. Noah Okafor war nicht in der Meisterschaft, sondern im FA-Cup engagiert und scheiterte mit Leeds im Halbfinal an Chelsea. Bereits am Mittwoch verlor Burnley ohne Zeki Amdouni, der aber demnächst sein Comeback geben sollte, gegen Manchester City mit 0:1 – damit steht nun fest, dass der Aufsteiger und Ex-Klub von Bayern-Erfolgstrainer Vincent Kompany sofort wieder absteigt. Manchester City befindet sich derweil mit Arsenal im Meisterduell. Die Gunners siegten gegen Newcastle (ohne den verletzten Fabian Schär) mit 1:0 und haben drei Punkte Vorsprung auf die Citizens – allerdings auch ein Spiel mehr absolviert.
In Spanien wird die Situation für Ruben Vargas und Djibril Sow immer brenzliger. Die beiden Schweizer verloren mit ihrem Klub gegen Osasuna 1:2, wobei Sow nach 71 und Vargas nach 76 Minuten ausgewechselt wurde, und liegen fünf Runden vor Schluss auf einem Abstiegsplatz. Der FC Valencia verbesserte mit Filip Ugrinic (ab der 64. Minute), aber ohne Eray Cömert (Bauchmuskelverletzung) durch einen 2:1-Sieg gegen Girona die Perspektiven im Kampf um den Ligaerhalt. Und Ricardo Rodriguez spielte bei Betis Sevilla erstmals seit dem 1. März wieder durch – und trotzte mit seinem Team Real Madrid ein 1:1 ab.
Sommer und Akanji schon fast Meister
Yann Sommer und Manuel Akanji stehen mit Inter Mailand vor dem Gewinn des Meistertitels. Gegen den FC Turin gab es zwar nur einen Punkt (2:2), doch am kommenden Sonntag können sie den Sack aus eigener Kraft zumachen – mit einem Heimsieg gegen Parma sind sie nicht mehr einholbar. Stadtrivale Milan liegt mit zwölf Punkten Rückstand auf Rang 3, nachdem es gegen Juventus nur zu einer Nullnummer reichte. Zachary Athekame drückte 90 Minuten die Ersatzbank, Ardon Jashari wurde für die letzten zehn Minuten eingewechselt.
Kurz vor dem Abstieg steht der Pisa Sporting Club, der mit Michel Aebischer (spielte durch) und Filip Stojilkovic (bis zur 66. Minute), aber ohne Daniel Denoon (langzeitverletzt) gegen Parma Calcio (Sascha Britschgi Ersatz) 0:1 verlor und als Tabellenletzter vier Runden vor Schluss elf Punkte Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz hat. Remo Freuler war bei der 0:2-Niederlage von Bologna gegen die AS Roma 90 Minuten im Einsatz, während Simon Sohm auf der Ersatzbank schmorte. Ersatzgoalie Benjamin Siegrist fehlte bei der 0:2-Niederlage von Genua gegen Como aufgrund einer Verletzung und Ulisses Garcia spielte bei der Nullnummer von Sassuolo gegen Florenz durch.
Drittes Tor im elften Spiel
Der einzige Schweizer Torschütze am vergangenen Wochenende in den europäischen Top-5-Ligen war in Frankreich zu finden. Innenverteidiger Bryan Okoh erzielte in seinem elften Ligue-1-Spiel für Auxerre bei der 2:3-Niederlage gegen Lyon bereits seinen dritten Treffer – der Wechsel von Lausanne nach Frankreich scheint die richtige Entscheidung gewesen zu sein.
Captain Denis Zakaria kam mit Monaco gegen Toulouse zu einem 2:2 und spielte durch, während Philipp Köhn nur Ersatzgoalie war. Die Monegassen verloren damit im Kampf um einen Champions League-Platz wertvolle Punkte. Besser sieht es mit der Königsklasse für Breel Embolo aus: Der Nati-Stürmer gewann mit Rennes gegen Nantes 2:1 und hat nur einen Punkt Rückstand auf den Tabellendritten Lille. Goalie Yvon Mvogo verlor mit Lorient daheim gegen Strassburg 2:3, befindet sich aber im breiten Mittelfeld und ausserhalb Abstiegsgefahr. Und Felix Mambimbi sass beim 4:4-Spektakel von Le Havre gegen Metz nur auf der Ersatzbank.